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Pressemitteilung BoxID: 641886 (iGZ Interessenverband Deutscher Zeitarbeitsunternehmen e.V.)
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"Zeitarbeit überhaupt nicht verzichtbar"

iGZ-Podiumsdiskussion zu Koalitionsverhandlungen

(PresseBox) (Hannover, ) "Die Auswirkungen der Bundestagswahl auf die Zeitarbeitsbranche" lautete das Thema der Diskussionsrunde im Rahmen des iGZ-Landeskongresses Nord in Hannover. Vor rund 300 Teilnehmern lud der Moderator und iGZ-Hauptgeschäftsführer Werner Stolz die Mitdiskutanten MdL Thomas Schremmer (Arbeitsmarktpolitischer Sprecher im Landtag Niedersachsen, Bündnis 90/Die Grünen), MdL Karl-Heinz Bley (Wirtschaftspolitischer Sprecher der CDU-Landtagsfraktion), Hartmut Tölle (DGB-Vorsitzender Niedersachsen-Bremen-Sachsen-Anhalt), Alexander Walter (Personalleiter Arnold Jäger Holding) sowie Angelo Wehrlin (iGZ-Landesbeauftragter Hamburg, afg PERSONAL GmbH) aufs Podium. Zunächst richtete Stolz den Blick auf die Entwicklung der Zeitarbeit. Er erinnerte unter anderem daran, dass kein Gesetz seit 1972 so oft geändert wurde wie das AÜG. Angelo Wehrli sah die Einführung der Branchenzuschläge als tiefstgreifende Veränderung. Als eine der größten Herausforderungen bezeichnete er die aktuelle Situation. Hartmut Tölle meinte, beide Sozialpartner könnten zufrieden sein, einen gemeinsamen Weg geschaffen zu haben. Die Branche habe sich über Einzelunternehmungen entwickelt, und der iGZ sei nun ein verlässlicher Partner der Gewerkschaften. "Der Zeitarbeitsbranche wird vieles angelastet, was sie überhaupt gar nicht zu verantworten hat", betonte Tölle mit Blick auf die Vergangenheit. "Es gibt einen starken Trend in Richtung qualifizierter Mitarbeiter", analysierte Alexander Walter die Lage. Gleichzeitig sei die Branche sehr stark bürokratisiert worden, oftmals werde der Arbeitsalltag dadurch wesentlich komplizierter. Karl-Heinz Bley bestätigte, dass die Zeitarbeit in der Diskussion um Werkverträge häufig mit in den Topf geworfen worden sei. Die Zeitarbeit aber habe erst sehr viele Menschen überhaupt wieder in Arbeit gebracht und dank ihrer Flexibilität für eine positive Entwicklung der Wirtschaft gesorgt. Er hoffe, dass die künftige Regelung der Branche diesen Aspekten nicht im Weg stehe. "Zeitarbeit ist ausdrücklich nicht verzichtbar", unterstrich Thomas Schremmer. Allerdings müsse sich die Zeitarbeit am Arbeitsmarkt orientieren, und damit unterliege sie eben auch Regelungen. "Warum wird die Zeitarbeit so häufig an den Pranger gestellt?", wollte Stolz von den Diskutanten wissen. Wehrli unterstrich, er könne es sich nur damit erklären, dass das Dreiecksverhältnis eben ein besonderes Modell sei. Hinzu komme, dass man heute zwar nicht mehr von der Lehre bis zur Rente im selben Betrieb arbeite - das aber nach wie vor in den Köpfen sei. Tölle meinte, es müsse doch auf beiden Seiten - Arbeitgeber wie auch Gewerkschaften - ein Interesse bestehen, aus der Schmuddelecke herauszukommen. "Und das muss auch gemeinsam nach außen vertreten werden", bot der DGB-Vorsitzende an. Zu den Koalitionsverhandlungen sagte Wehrli in Richtung SPD: "Es gibt in der Zeitarbeit überhaupt nichts zu liefern, wir haben schon längst geliefert." Tölle hingegen sah noch Regelungsbedarf: "Wir müssen uns zusammensetzen", appellierte er. "Jedes Weniger an Regelung ist gut", stellte auch Walter fest. Bley verdeutlichte seine Meinung pro Tarifautonomie: "Tarifparteien sollen auch in Zukunft diesen Job übernehmen." Schremmer schließlich wünschte sich, "ein bisschen mehr zu regulieren", und verwies auf Bereiche, wo noch Missbrauch betrieben werde. Werner Stolz schloss mit dem Appell, den angefangenen Weg auch in Zukunft weiter gemeinsam zu gehen.

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