- Aktuelle HR WORKS Studie analysiert berufliche Trennungen auf dem deutschen Arbeitsmarkt. Die Trennungsquote liegt bei 30 %.
- Knapp jeder achte Beschäftigte wurde in den vergangenen fünf Jahren entlassen.
- Fast jede zweite erfasste Entlassung entfällt auf die Jahre 2024 und 2025.
Besonders auffällig: Der Anteil der Entlassungen stieg seit 2021 spürbar an. Fast die Hälfte der in der Studie erfassten Entlassungen (46 %) entfällt auf die Jahre 2024 und 2025. Allein 2025 wurden 24 % der Entlassungen ausgesprochen, 2024 waren es 22 %. Zum Vergleich: Auf das Jahr 2023 entfielen 15 %, auf 2022 lediglich 10 %. Im Corona-Jahr 2021 lag der Anteil bei 19 %.
Betriebsbedingte Gründe führen die Liste der Entlassungsgründe klar an
Bei den Begründungen für arbeitgeberseitige Trennungen dominieren betriebsbedingte Ursachen. 38 % der Entlassenen geben an, dass ihnen diese als Erklärung genannt wurden. Im Jahr 2025 lag dieser Anteil sogar bei 43 %. Dahinter folgen Stellenabbau (16 %) sowie strategische Neuausrichtungen (7 %). Personenbedingte Gründe spielen dagegen eine geringere Rolle. Im Detail: Die Leistung der Mitarbeitenden wurde in 12 % der Fälle als Kündigungsgrund genannt, das zwischenmenschliche Verhalten ebenfalls in 12 %. Immerhin jeder siebte Entlassene hat nach eigenen Angaben keine Begründung für seine Entlassung erhalten.
Auffällig ist die wachsende Bedeutung von künstlicher Intelligenz als Trennungsfaktor. 2021 lag der Anteil bei gut 1 %, 2025 bereits bei rund 8 %. Im Durchschnitt geben 6 % aller Entlassenen an, ihre Stelle sei durch KI-Entwicklungen schlicht überflüssig geworden.
Beratung, Immobilien und Energie mit besonders hohen Entlassungsquoten
Deutliche Unterschiede in der Trennungsstatistik zeigen sich zwischen den Branchen. Besonders hoch fällt die Entlassungsquote in der Beratungs- und Consultingbranche aus. Dort berichten 34 % der Beschäftigten von einer arbeitgeberseitig initiierten Trennung in den vergangenen fünf Jahren. Gleichzeitig liegt auch die Selbstkündigungsquote mit 27 % auf dem höchsten Wert aller betrachteten Branchen.
Ebenfalls hohe Entlassungsquoten zeigen sich in der Energiebranche sowie in der Immobilienwirtschaft mit jeweils 30 %. In der IT liegt der Anteil bei 27 %, im Handwerk sowie im Maschinenbau bei jeweils 25 %. Bei den Selbstkündigungen folgen auf Beratung und Consulting die Immobilienbranche mit 24 %, Gesundheit und Pflege mit 20 %, die IT mit 19 % sowie der Handel mit 18 %.
KMU stärker von Trennungen geprägt als Großunternehmen
Auch nach Unternehmensgröße zeigen sich Unterschiede. In Unternehmen mit mehr als 1.000 Mitarbeitenden erlebten 11 % der Befragten eine arbeitgeberseitige Trennung in den vergangenen fünf Jahren. Deutlich höher liegen die Werte in kleinen und mittleren Unternehmen: In Betrieben mit 101 bis 300 Beschäftigten wurden 21 % der Befragten entlassen. In Unternehmen mit 51 bis 100 Mitarbeitenden liegt die Entlassungsquote sogar bei 25 %.
Über die Studie
Der Kündigungsreport 2026 von HR WORKS untersucht, wie Entlassungen in Deutschland aus Sicht der Beschäftigten ablaufen. Im Fokus der Studie steht, wie Unternehmen im Trennungsprozess kommunizieren und welche Folgen dies für die Betroffenen hat. Im April 2026 wurden 6.093 Beschäftigte mittels einer standardisierten Online-Umfrage durch das Marktforschungsinstitut Bilendi befragt. 825 dieser Befragten wurden eigenen Angaben zufolge in den vergangenen fünf Jahren entlassen. Befragt wurden Menschen zwischen 18 und 69 Jahren. Das Durchschnittsalter der entlassenen Befragten liegt bei 45 Jahren. Die Studie deckt Unternehmensgrößen von Kleinbetrieben bis Großunternehmen ab.