Hoppenstedt-Studie: Wo verstecken sich Deutschlands Chefinnen?

Trotz der hitzigen Diskussion um die Frauenquote in Deutschlands Vorständen und Aufsichtsräten zeigt sich wenig Bewegung im Topmanagement der größten Unternehmen / Das bestätigt die aktuelle Hoppenstedt-Studie "Frauen im Management (FiM)"

Frauenanteil im Management deutscher Unternehmen
(PresseBox) ( Darmstadt, )
Für viele Deutsche gehört die Frauenquote sicherlich zu den meistbeachteten Wörtern in den Medien des Jahres 2011. Doch hat sich in den deutschen Unternehmen trotz der engagierten Debatte wirklich etwas verändert? Die Daten der aktuellen Hoppenstedt-Studie "Frauen im Management (FiM)" lassen nur eine Antwort zu: Nein. Gerade auf dem Gipfel der medialen Berichterstattung hat sich nur wenig in den Führungsriegen der Unternehmen getan: Zwischen 2010 und 2012 ist der Anteil von Frauen in Top- und Mittelmanagement deutscher Unternehmen gerade mal von 19,4 auf 20,3 Prozent gestiegen. Doch auch hier muss die Studie differenzieren, denn die Abweichungen in Anbetracht der Unternehmensgröße sind nicht zu übersehen. Die Kleinunternehmen und Mittelständler liegen mit 22 und 21 Prozent bei den weiblichen Führungskräften fast gleichauf. Abgeschlagen mit nur 15 Prozent Frauenanteil in der Führungsriege sind die Großunternehmen. "Der Gegensatz zwischen der öffentlich geführten hitzigen Diskussion um Zielquoten in den Führungsgremien und der realen Entwicklung in deutschen Unternehmen ist mehr als auffällig", so Laura Anthes, verantwortlich für die Studie bei Hoppenstedt.

Frauen knacken das Mittelmanagement, doch auf der Topebene bleiben Männer unter sich Betrachtet man die Topführungsriege aller deutscher Unternehmen mit einem aktuellen Frauenanteil von nur knapp 11 Prozent, lässt dies am Vormarsch der weiblichen Führungskräfte zweifeln. Andere Zahlen liefert das Mittelmanagement und lässt hoffen: Hier schaffen es die Frauen in leitenden Positionen auf rund 29 Prozent. Barbara Schwarze, Professorin für Gender und Diversity Studies an der Hochschule Osnabrück, begrüßt die Entwicklung der vergangenen Jahre: "Das mittlere Management spielt für Frauen eine entscheidende Rolle. Gerade die Branchen, in denen der Frauenanteil auf dieser Ebene deutlich angestiegen ist, zeigen, dass sich immer mehr Unternehmen glaubwürdig für einen Führungsmix einsetzen." Jedoch gilt hier noch immer: "Die gläserne Decke zum eigentlichen Topmanagement ist und bleibt bestehen. Denn obwohl der Frauenanteil im Mittelmanagement in den vergangenen sechs Jahren um knappe 8 Prozentpunkte angestiegen ist, durchdringen die Frauen nicht die Barriere zum Topmanagement", so Schwarze weiter. Zwar knackt der Anteil von Frauen auf der zweiten Führungsebene wohl bald die 30 Prozenthürde, aber die Entwicklung verlangsamt sich deutlich. Der Anstieg um 0,1 Prozent vom Jahr 2011 auf 2012 ist kaum wahrnehmbar.

Gemeinsam mit dem Datenbankspezialisten Prof. Dr. Andreas Frey betreut Prof. Barbara Schwarze an der Hochschule Osnabrück die Kooperation mit der Hoppenstedt Firmeninformationen GmbH. Der Anbieter für Wirtschaftsinformationen und die Osnabrücker Experten haben als Basis für die Analyse "Frauen im Management (FiM)" eine passende Datenbank entwickelt, die als notwendige Ergänzung zur Berichterstattung um Zielquoten in deutschen Unternehmen dient. Die Studie und die Datenbank liefern einen dauerhaften Blick auf die Entwicklung in Deutschland, darüber hinaus ist auch eine differenzierte Betrachtung von Regionen und Branchen möglich.

Über die Studie und die Datenbasis Die in Zusammenarbeit mit den Experten der Hochschule Osnabrück entwickelte Hoppenstedt FiM-Datenbank dient als Basis der Studie "Frauen im Management". Im Fokus des Datenbestandes stehen die 200.000 größten und bedeutendsten Unternehmen nach Umsatz und Mitarbeiterzahl in Deutschland mit 650.000 Personen im Management, für die eine eindeutige Zuordnung zum Top- und Mittelmanagements vorgenommen werden kann. Die Hoppenstedt-Studie "Frauen im Management" liefert Aussagen über 132.000 Frauen im Top- und Mittelmanagement. Über Zeitreihen ab dem Jahr 2006 werden konkrete Entwicklungen dargestellt, die es ermöglichen Bundesländer, Regionen und Branchen unter dem Aspekt der Frauen in Führungspositionen näher zu beleuchten.

Die vollständige Hoppenstedt-Studie mit allen Grafiken stellen wir Ihnen auf Wunsch gerne zur Verfügung. Weitere Informationen finden Sie unter www.hoppenstedt-fim.de
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