Experimentieren statt grauer Theorie

Herbst-Forscherinnencamp der PH Freiburg bei den Hohenstein Instituten

Beim Herbstcamp der PH Freiburg in den Laboratorien der Hohenstein Institute arbeiteten die Schülerinnen mit höchster Konzentration an den vorbereiteten Experimenten
(PresseBox) ( Bönnigheim, )
Nein, die Ferien haben sie nicht vermisst - und schon gar nicht die Schule. Das war der einhellige Tenor der 19 Mädchen zwischen zwölf und 15 Jahren aus ganz Baden-Württemberg, die am Herbstcamp der Pädagogischen Hochschule Freiburg in den Laboratorien der Hohenstein Institute in Bönnigheim teilnahmen. Unter dem Motto "Girls-go-textilescience" verbrachten die Teilnehmerinnen ihre Herbstferien damit, mehr als einen flüchtigen Blick in das Arbeitsumfeld einer international renommierten Forschungseinrichtung im textilen Bereich zu riskieren. Unter fachlicher Anleitung waren sie hautnah am Geschehen dran.

Kompetenz im naturwissenschaftlichen Bereich

Auf dem Programm der Veranstaltung standen neben der obligatorischen Führung durch die verschiedenen Abteilungen und Arbeitsbereiche des Instituts und den Forscherinnenvorträgen für die Mädchen vor allem eins: das Experimentieren in kleinen Gruppen. Institutsleiter Prof. Dr. Stefan Mecheels freute sich, die jungen Gäste auf Schloss Hohenstein empfangen zu können: "Es ist fantastisch, dass wir dazu beitragen können, jungen Frauen die angewandte Forschung näher zu bringen. Auch wir brauchen naturwissenschaftlichen Nachwuchs für die Zukunft. Da ist es doch naheliegend, dass wir uns bei einem solchen Projekt einbringen." Das Engagement der Hohenstein Institute im Bildungsbereich geht noch weit über das Herbstcamp hinaus. Mit der letztjährigen Ernennung des Institutsleiters Prof. Dr. Mecheels und des Leiters des Instituts für Hygiene und Biotechnologie, Prof. Dr. Dirk Höfer zu Professoren der Pädagogischen Hochschule Freiburg wurde innerhalb der schon bestehenden Kooperation eine neue Brücke für den nötigen Wissenstransfer von der Forschung in die Praxis und in den Bildungsbereich geschlagen. Neu am Herbstcamp war dagegen die Wissensvermittlung direkt im laufenden Betrieb.

Experimentieren

In ihrer Funktion als weibliche Vorbildfiguren führten Wissenschaftlerinnen der Hohenstein Institute die Schülerinnen in verschiedene Forschungsprojekte und Dienstleistungsbereiche ein und zeigten die Verbindung zum Alltag. So erhielten die Mädchen Einblicke in Themenbereiche wie schadstoffgeprüfte Textilien, Hausstaubmilben, textilen UV-Schutz, die deutsche Reihenmessung SIZE-Germany sowie die allgemeine Funktion der Kleidung für unser Wohlbefinden. Zur Vertiefung der jeweiligen Themengebiete waren entsprechende Experimente vorbereitet, die die Mädchen, ausgestattet mit Laborkitteln und Schutzbrille, unter fachlicher Anleitung in kleinen Gruppen durchführen durften. Die 14-jährige Selina brachte es auf den Punkt: "Das Experimentieren macht am meisten Spaß." Auch Malika aus Freiburg hat die Ferien überhaupt nicht vermisst: "Es ist super hier und gar nicht wie in der Schule." Überhaupt waren sich die Mädchen einig, dass sie in den Laboratorien der Hohenstein Institute konzentrierter und vor allem in einer angenehmeren Atmosphäre als in der Schule arbeiten konnten. Prof. Dr. Anne-Marie Grundmeier, Projektleiterin von der PH Freiburg in der Fachrichtung Mode und Textil, lobte die gute Zusammenarbeit mit den Hohenstein Instituten: "Die Voraussetzungen für das Projekt hier sind ideal. Von der Ausstattung der Laboratorien bis hin zu den Betreuerinnen ist alles auf unser Projekt zugeschnitten." Ihre Kollegin und Projektleiterin aus dem Bereich Chemie Martina von Gehlen betonte: "Es ist enorm wichtig, dass junge Menschen auch mal aus der Schule herauskommen und die Arbeitswelt kennenlernen."

Berufliche Orientierung

Eine große Rolle spielte für die Mädchen dementsprechend auch die mögliche berufliche Orientierung, die im Rahmen einer Abschlussdiskussion mit auf dem Programm stand.

Ansprechpersonen waren hier vor allem die Wissenschaftlerinnen der Hohenstein Institute, die ihre persönlichen Erfahrungen gerne weitergaben. Besonders gefragt waren Informationen über Ausbildung, Werdegang und Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Sara aus Bad Säckingen wollte wissen, ob der Beruf als Forscherin denn immer Spaß mache:

"Wenn ich eine so anspruchsvolle Ausbildung anstrebe, muss ich doch wissen, ob sich das

überhaupt lohnt." Karina aus Denzlingen interessierte sich für die familiäre Situation der Forscherinnen: "Bei so einem anstrengenden Arbeitstag ist es bestimmt schwer, noch Kinder zu erziehen." Insgesamt konnten die Wissenschaftlerinnen die teilweise sehr pragmatischen Fragen der Schülerinnen zur Zufriedenheit aller beantworten. Prof. Dr. Höfer verwies in seinem Schlusswort auf die überragende Zusammenarbeit der PH Freiburg, den Hohenstein Instituten und den Schülerinnen: "Egal bei welchem Thema, es herrschte eine unglaubliche Motivation sowohl bei den Mädchen als auch bei unserem Team. Letztlich haben von dem Projekt alle profitiert."

Projekt

Mit dem Projekt "girls4science" der Abteilung Physik/Chemie der Pädagogischen Hochschule Freiburg sollen Schülerinnen selbst experimentieren und für sich herausfinden, ob ein technisch-naturwissenschaftlicher Beruf für sie in Frage kommt. Eingebunden in das Programm "Schülerinnen forschen" des Ministeriums für Wissenschaft, Forschung und Kunst Baden-Württemberg in Kooperation mit der Regionaldirektion der Bundesagentur für Arbeit, will die PH Freiburg als eine von zehn Hochschulen im Land Mädchen und junge Frauen für Naturwissenschaften und Technik begeistern. Die Projektleiterinnen Martina von Gehlen und Prof. Dr. Anne-Marie Grundmeier haben ein Konzept entwickelt, mit dem Schülerinnen durch regelmäßiges Experimentieren im speziell dafür eingerichteten Labor naturwissenschaftliche Stärken und Kompetenz vermittelt bekommen. Darauf aufbauend werden praxisbezogene Forscherinnencamps in den Ferien dazu genutzt, den jungen Frauen auch Studien- und Berufswege in Naturwissenschaften und Technik aufzuzeigen.

Die Themenbereiche sind so konzipiert, dass sie die Schülerinnen altersgemäß ansprechen und eine Verbindung von der entsprechenden Forschungsarbeit zu Alltagsprodukten hergestellt werden kann. Anne-Marie Grundmeier betont: "Wir wollen die Mädchen an angewandte Naturwissenschaften heranführen und in diesem Zusammenhang auch das Arbeitsumfeld in Wissenschaft und Forschung nahe bringen." Nach einem erlebnisorientierten Programm wie dem Herbstcamp an den Hohenstein Instituten konnte sich so manche Teilnehmerin vorstellen, sich beruflich in Richtung Naturwissenschaften zu orientieren. Aber alle Teilnehmerinnen waren sich einig: "Wir würden jederzeit wiederkommen." Und das nicht nur wegen der weißen Laborkittel, die sie als Souvenir behalten durften.
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