Tendenziöse Berichterstattung zum Ukraine-Konflikt

Telepolis: "ARD-Programmbeirat bestätigt Publikumskritik"

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(PresseBox) ( München/Hannover, )
Der Programmbeirat der ARD kritisierte auf seiner Sitzung im Juni 2014 die Bericht­erstattung der größten öffentlichen Medienanstalt über den Ukraine-Konflikt. Wichtige und wesentliche Aspekte des Konflikts seien von den ARD-Redaktionen "nicht oder nur unzureichend beleuchtet" worden, insgesamt zeigte sich die Berichterstattung "nicht ausreichend differenziert". Die Inhalte hätten teilweise den "Eindruck der Voreinge­nommenheit erweckt" und seien "tendenziell gegen Russland und die russischen Positionen" gerichtet, heißt es im Protokoll des neunköpfigen Gremiums, das dem Onlinemagazin Telepolis.de vorliegt.

"Einseitigkeit zulasten Russlands, mangelnde Differenziertheit sowie Lückenhaftigkeit": Weil Zuschauer die ARD-Bericht­erstattung zum Ukraine-Konflikt massiv kritisierten, wurde der Programmbeirat aktiv. Das beratende Gremium der ARD soll die Interessen der Zuschauer gegenüber den Programm­verantwortlichen vertreten und dafür sorgen, dass der Programmauftrag des öffentlich-rechtlichen Rundfunks umge­setzt wird. Das Ziel Deutschlands größter Medienanstalt ist es, allen Zuschauern "hochwertige Information" anzubieten.

Insgesamt musste der Programmbeirat nach einer umfang­reichen inhaltlichen Analyse in zehn Punkten eine unzurei­chende Arbeit der ARD feststellen. Differenzierende Berichte über die Verhandlungen der EU über das Assoziierungs­abkommen mit der Ukraine hätten gefehlt, so das Urteil. Der Beirat vermisst zudem einen längeren Beitrag, um "die tieferen Ursachen der Krise" verständlich zu machen.

Von allen untersuchten Formaten, darunter auch die Brennpunkt-Sendungen und viele Magazin-Beiträge, erwähnen die Beiratsmitglieder nur die Redaktionen ttt, Plusminus, Monitor und Panorama mit "einigen wenigen positiven" Themensetzungen. Alle anderen Beiträge erfahren in dem Bericht eine vernichtende Kritik. Bewertungen wie "fragmentarisch", "tendenziös", "mangelhaft" und "einseitig" durchziehen das gesamte Protokoll. Die neun Mitglieder des Programmbeirats empfehlen der ARD "eine gründlichere Recherche durch die politischen Redaktionen". Ob diese Empfehlungen umgesetzt werden, ist jedoch fraglich. Schließlich hat der Programmbeirat nur eine beratende Funktion.
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