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Kontaktfedern nach Maß

Kontaktfedern und Federkontakte sind aus der Elektrotechnik nicht mehr wegzudenken. Oft werden Sie nach Maß angefertigt: Welche Eigenschaften, Möglichkeiten und Besonderheiten haben individuelle Kontaktfedern und Federkontakte zu bieten?

(PresseBox) (Metzingen, )
Auf diese Fragen und auf weitere Eigenschaften werden Gutekunst Federn, Hersteller von technischen Federn aus Runddraht, und Gutekunst Formfedern, Hersteller von technischen Federn aus Flachmaterial, im nachfolgenden Beitrag detailliert eingehen.

Kontaktfedern und Federkontakte werden in der Elektrotechnik dazu verwendet, zwischen elektrischen Elementen oder innerhalb von Bauteilen, zum Beispiel Schaltern, Tastern oder Relais, eine elektrische Verbindung herzustellen. Da diese Verbindungen unterschiedliche Kontaktarten und vielfältige Formen haben können, werden Kontaktfedern und Federkontakte häufig individuell nach Maß angefertigt. Die Kontaktfeder beziehungsweise der Federkontakt wird grundlegend als Formfeder, Flachformfeder, Flachfeder, Federclip oder konische Druckfeder aus Flachmaterial oder Runddraht in jeder gewünschten Form und Eigenschaft hergestellt.

Neben einem Standard-Produktangebot mit Kontaktfedern für EMV-sichere Gehäuseteile, Steckverbindern, Batteriekontakten etc. aus Kupfer-Beryllium ist die Vielfalt an individuellen Federformen und Eigenschaften scheinbar unendlich.

Herstellung von Kontaktfedern

Kontaktfedern werden individuell in jeder gewünschten Sonderform und Eigenschaft für die jeweilige Gegebenheit hergestellt. Ganz gleich, ob als einfacher Flachkontakt oder als aufwändig geformte Kontaktfeder, wichtig ist, dass die Kontaktierung optimal und stabil an den Kontaktstellen anliegt. Kontaktfedern und Federkontakte in Großmengen werden mit Stanzbiegeautomaten und frei programmierbaren Biegestempeln hergestellt. Bei Prototypen und komplexen Kontaktfedern in kleineren und mittleren Stückzahlen wird auf die Fertigung mittels Laserschneiden zurückgegriffen, bei winzigen Federkontakten auf Ätzen. Dabei werden die Grundmaße der Werkstücke separat lasergeschnitten oder geätzt und anschließend exakt mit den vorgegebenen Biegeradien und -winkeln umgeformt. Dies geschieht auf halb- oder vollautomatischen Abkantautomaten.

Neben Verfahren wie Stanzen, Lasern, Ätzen, Biegen oder Abkanten werden noch weitere Produktionsschritte –wie Fügen, Einpressen, Löten, Nibbeln, Prägen, Schweißen und die ergänzende Oberflächenbehandlung angeboten. Der Formgebung und Funktion der individuellen Kontaktfeder sind damit praktisch keine Grenzen gesetzt.

Die verschiedenen Kontaktarten

Welche Bezeichnung die Kontaktfeder auch hat, ob Flachkontakt, Batteriekontakt, Batteriefeder, Anschlusskontakt, Elektrokontakt, Federleiste, Flachstecker, Kontaktleiste u.v.m., grundsätzlich werden folgende Kontaktarten der elektrischen Verbindung unterschieden:
  • Dauerhafte elektrische Kontakte
    Dauerhafte elektrische Kontakte sind elektrische Verbindungen, die nur durch eine mindestens teilweise Zerstörung der Verbindung gelöst werden können. Dazu gehören Schweißverbindungen, Press- und Quetschverbindungen, Stoßverbinder, Crimp- und Klebeverbindungen.
  • Bedingt lösbare elektrische Kontakte
    Bedingt lösbare elektrische Kontakte können mit Hilfe von Werkzeugen gelöst werden. Dazu gehören Klemm- und Schnellverbinder, Schraubverbindungen, Schraub- und Lüsterklemmen, Wickel- und Lötverbindungen.
  • Lösbare elektrische Kontakte
    Lösbare elektrische Kontakte können von Hand gelöst werden. Dazu gehören Steckverbinder, Kabelschuhe, Steckklemmen und viele mehr.
  • Schaltkontakte
    Schaltkontakte werden in Schaltern, Tastern, Relais etc. eingesetzt. Sie sind die anspruchsvollsten elektrischen Kontakte, denn sie müssen ihre mechanischen und elektrischen Eigenschaften oft über viele Millionen Schaltspiele aufrechterhalten. Schaltkontakte müssen besonders vor Oxidation geschützt sein und über eine gute Leitfähigkeit mit einem geringen Übergangswiderstand verfügen.
  • Schleifkontakte
    Schleifkontakte und gleitende Kontakte stellen elektrische Verbindungen zu beweglichen Teilen her, wie Kontakte zu Kommutatoren, Schleifringen, Motoren, Drehschaltern und Drehgebern.
Aufbau einer Kontaktfeder

Wie muss bei der Auslegung einer Kontaktfeder oder eines Federkontakts vorgegangen werden?
  • Die richtige Kontaktart bestimmen.
  • Die optimale Kontaktform aus Runddraht oder Flachmaterial designen.
  • Einen leitfähigen Werkstoff mit einem geringen Übergangswiderstand auswählen.
  • Bei einem schlechtem Grundwerkstoff eine ergänzende Oberflächenbehandlung abstimmen.
  • Bei hoher elektrischer Leistung ist zur Vermeidung von Kontaktabbrand auf einen Werkstoff mit einem hohen Schmelzpunkt zu achten (Wolfram).
  • Zur Vermeidung von Oxidation muss auf Korrosionsfestigkeit des Materials (Edelmetalle) oder auf eine geeignete Oberflächenbehandlung geachtet werden.
Auswahl elektrisch leitfähiger Werkstoff und Oberflächenbehandlung

Welche Federwerkstoffe und Oberflächenbehandlungen eignen sich zur Herstellung von Kontaktfedern und Federkontakte?

Kontaktfedern aus Kupfer-Beryllium (CuBe)

Ein häufig verwendetes Material für Kontaktfedern ist Kupfer-Beryllium (CuBe). Dieses zeichnet sich durch seine hohe Leitfähigkeit und Festigkeit sowie seine exzellenten Federeigenschaften aus. Der Werkstoff ist zudem selbstreinigend sowie resistent gegen Luft, Ozon, Lösungsmittel und UV-Licht. Er hält sogar nuklearer Strahlung stand. Darüber hinaus ist CuBe thermisch und elektrisch leitfähig.

Kontaktfedern aus anderen Federstahlsorten

Neben CuBe können Kontaktfedern je nach Anwendung und gewünschten Eigenschaften auch aus zahlreichen anderen Federstahlarten angefertigt werden. Dazu zählen:
  • Federstahl (EN 10270-1)
  • Edelstahl (1.4310, 1.4571 und 1.4568)
  • Aluminium (Al, AlMg3 und S235JR)
  • Buntmetalle wie verschiedene Kupferlegierungen wie Bronze (CuSn) oder Messing (CuZn)
  • zahlreiche Sonderlegierungen
Elektrisch leitfähige Oberflächenbehandlungen

Um den Kontaktfedern, egal aus welchem Federwerkstoff, die spezifischen elektrischen Eigenschaften zuzuweisen, kommt es auf die richtige Oberflächenbehandlung an. Gute leitende Eigenschaften bieten beispielsweise Kupfer (Cu), Nickel (Ni), Verzinnen (Sn), Silber (Ag) oder Gold (Au). Jede Beschichtung bietet dabei bestimmte Eigenschaften. Gold ist beispielsweise – ausgenommen von Königswasser – resistent gegen Säuren und bietet einen sehr guten Oberflächenschutz. Zudem lässt sich das Werkstück durch die Beschichtung prozesssicher löten. Auch verzinkte Oberflächen eigenen sich für eine sehr gute Kontaktierung durch Löten und Schweißen. Nachfolgend gibt es eine kurze Zusammenfassung der wichtigsten Eigenschaften.

Verkupfern (Cu): Korrosionsschutz und verbesserte elektrische Leitfähigkeit

Mit dieser galvanischen Oberflächenbehandlung lassen sich unterschiedliche Metalle wie Federstahl, Edelstahl, Messing oder Aluminium nachbearbeiten. Verkupfern schützt das Metall nicht nur vor Korrosion und Passungsrost (Tribooxidation), es erhöht auch die elektrische Leitfähigkeit von Kontaktfedern und verringert die Gefahr von Funkenschlag. Das ist besonders für Kontaktfedern wichtig, die in explosionsgeschützten Umgebungen eingesetzt werden sollen.
  • Leitfähigkeit Kupfer σ ~ 56 MS/m
  • Spezifischer Widerstand Ω ~ 0,018 µΩ·m
Vergolden (AU): dekorativ und verschleißfest

Zum Vergolden eignen sich Federstahl, Edelstahl, Kupfer sowie Aluminium und seine Legierungen. Vergolden erhöht den Schutz vor Korrosion, macht die Feder verschleißfest und seewasserbeständig, verbessert ihre Leitfähigkeit, verringert ihren Kontaktwiderstand und erhöht ihre Lötfähigkeit. Gold hat zudem eine große Oberflächenhärte: Zwischen 120 und 190 HV (Vickershärte) stehen bei einer Reinheit von 99,8 Prozent zu Buche.
  • Leitfähigkeit vergolden σ ~ 44 MS/m
  • Spezifischer Widerstand Ω ~ 0,022 µΩ·m
Versilbern (Ag): lebensmittelecht und sehr gute Leitfähigkeit

Eines der wichtigsten Verfahren zur Oberflächenveredelung ist das Versilbern. Es kann bei Kupfer, Federstahl, Messing und Aluminium angewandt werden. Versilberte Federkontakte sind chemisch beständig und lebensmittelecht, weisen eine stark erhöhte Leitfähigkeit und einen geringeren Kontaktwiderstand auf, sind gut zu löten und zeigen weniger Neigung zu Abreißfunken. Zudem bildet das Silber eine Gleitschicht im Hochtemperaturbereich bis 850 Grad Celsius.
  • Leitfähigkeit versilbern σ ~ 62 MS/m
  • Spezifischer Widerstand Ω ~ 0,016 µΩ·m
Vernickeln (Ni): sehr guter Korrosionsschutz und magnetisch

Kontaktfedern erhalten mit der vernickelten Oberläche eine verbesserte Leitfähigkeit und einen sehr guten Korrosionsschutz über einen weiten Temperaturbereich. So behandelte Metallfedern sind zudem verschleißfest und chemikalienbeständig. Die aufgebrachte Nickelschicht wirkt als Diffusionsbarriere, erleichtert das Löten der Komponenten und macht sie magnetisch.
  • Leitfähigkeit vernickeln σ ~ 13 MS/m
  • Spezifischer Widerstand Ω ~ 0,082 µΩ·m
Verzinnen (Sn): chemikalienbeständig und lebensmittelecht

Verzinnte Kontaktfedern sind besonders für die Elektro- und Lebensmittelindustrie interessant. Bei dieser Art der Oberflächenbehandlung wird mit Hilfe von Strom ein gleichmäßiger Materialüberzug mit sehr guter Schichtdickenverteilung auf dem Federkontakt aufgebracht. Das Verfahren kann bei Federstahl, Edelstahl, Messing oder Kupfer eingesetzt werden. Verzinnte Komponenten sind chemikalien- und korrosionsbeständig und lassen sich einfach löten. Sie besitzen einen geringen Kontaktwiderstand und sehr gute Gleitlaufeigenschaften.
  • Leitfähigkeit verzinnen σ ~ 9 MS/m
  • Spezifischer Widerstand Ω ~ 0,11 µΩ·m
Welche Probleme können bei Kontaktfedern auftreten?
  • Korrosion beeinträchtigt die Kontaktstelle.
  • Durch starke Temperaturwechsel oder das Kriechen können sich Kontaktstellen trennen.
  • Bei häufigen Kontaktschließungen und -trennungen tritt mechanischer Verschleiß auf.
  • Durch Bildung von spontanen Oxidschichten erhöht sich der Übergangswiderstand.
  • Bei starker mechanischer Beanspruchung kann es zu Schwingbrüchen kommen.
Um solche Probleme zu verhindern, ist neben der Wahl der passenden Kontaktart auch der zur Anwendung geeignete passende Werkstofftyp und gegebenenfalls die richtige Oberflächenbehandlung auszuwählen.

Elektrische Isolation – wenn der Kontakt nichtleitend sein soll

Alle vorgestellten Werkstoffe und Oberflächenbehandlungen führen zu verbesserter elektrischer Leitfähigkeit von Kontaktfedern und Federkontakten. Soll die Oberfläche der Technischen Feder isolierend wirken, sind Dickschicht-Passivierung, Pulverbeschichtung, Verzinken oder Phosphatieren die richtigen Oberflächenbehandlungen.

Angebot Kontaktfedern

Gutekunst Federn und Gutekunst Formfedern sind auf die Herstellung individueller Kontaktfedern spezialisiert und fertigen diese in jeder gewünschten Sonderform und Eigenschaft für die jeweilige Gegebenheit in Kleinmengen und Großserien. Ganz gleich, ob einfacher Flachkontakt oder aufwändig geformte Kontaktfeder aus Runddraht- oder Flachmaterial, wichtig ist, dass die Kontaktierung optimal und stabil an den vorhandenen Gegebenheiten und Kontaktstellen anliegt.

Gutekunst Federn fertigt individuelle Kontaktfedern aus Federstahldraht von 0,1 bis 12,0 mm Drahtdurchmesser und Gutekunst Formfedern individuelle Kontaktfedern aus Flachmaterial von 0,1 bis 3,0 mm Materialstärke aus allen gängigen Federstahlsorten mit Oberflächenbehandlungen. Weitere Informationen unter www.federnshop.com oder Sie schicken eine E-Mail an service@gutekunst-co.com.

Gutekunst + Co.KG

Gutekunst Federn wurde 1964 gegründet und ist spezialisiert auf die Entwicklung und Fertigung von Druck-, Zug- und Schenkelfedern sowie verschiedener Drahtbiegeteile aus Federstählen aller Art. Heute zählt das Familienunternehmen mit vier Niederlassungen in Deutschland und Frankreich zu den größten Federnherstellern in Europa und unterhält europaweit eines der größten Lager mit Standardfederbaugrößen. Das Unternehmen beschäftigt 320 Mitarbeiter und beliefert weltweit rund 60.000 Kunden. Das komplette erweiterte Katalogprogramm mit CAD-Daten und technischen Informationen steht im Webshop unter www.federnshop.com zur Verfügung. Als Web-Applikation ist der Federnkatalog über jeden mobilen Browser zu erreichen, unabhängig vom Betriebssystem des Gerätes.

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