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Landarztpraxis - wie ein Lebenstraum nach nur 24 Monaten platzte

(PresseBox) (Hamburg, )
 

Es sollte die Erfüllung eines lang gehegten Lebenstraums werden: die eigene Landarztpraxis.

Nach diversen Stationen seiner beruflichen Laufbahn und reiflicher Überlegung entschied sich Dr. Michael M. Facharzt für Innere Medizin, Allgemeinmedizin und Arbeitsmedizin dazu, endlich seinen Traum wahr werden zu lassen. Er suchte nach einer geeigneten Praxis und wurde fündig. Als das attraktive Übernahmeangebot einer passenden Praxis aus dem Norden Deutschlands vorlag, kündigte er seinen Job als Werksarzt bei einem internationalen Automobilhersteller. Im Großen und Ganzen war er dort sehr zufrieden, aber immer wieder meldete sich seine innere Stimme zu Wort. Sie erzählte vom großen Traum der eigenen Praxis auf dem Land. Endlich selbstständig arbeiten, sich um viele Menschen innerhalb einer Region kümmern und sich für sie einsetzen. Kurzum etwas tun, was einen hohen Nutzen stiftet. Er wollte endlich sein eigener Herr sein und die Dinge so anpacken, wie sie seiner Meinung nach am besten sind. Einfach ein guter Arzt sein und gute Arbeit machen. Gedacht - getan. Er zog mit Sack und Pack und der gesamten Familie inklusive Labrador-Hündin "Yola" quer durch die Republik an die Küste Norddeutschlands. 

Voller Zuversicht, Energie und Engagement machte er sich ans Werk. Die Gemeinde machte es ihm und seiner Familie nicht schwer, sich heimisch zu fühlen, sondern hieß ihn herzlich willkommen. Die Patienten ließen ebenfalls nicht lange auf sich warten. Alles schien perfekt für ihn zu laufen. 

Dann wurde er plötzlich mit der harten Realität konfrontiert: umfangreiche Dokumentationen seiner Arbeit auf der einen Seite und eine extreme Begrenzung der verfügbaren Zeit pro Patient. Letzteres erwischte ihn eiskalt. Wie sollte er seinem Anspruch an sehr gute Patientenbetreuung gerecht werden? Laut Gebührenordnung der Kassenärztlichen Vereinigung (GÖA) standen ihm rund 15 Minuten pro Patient zu. Das war definitiv zu wenig. Er ignorierte diese 'Vorgabe' und agierte nach bestem Wissen und Gewissen. Er nahm sich die Zeit, die er brauchte. Schließlich stellt er nach einigen Monaten fest, dass er trotz eines enormen Arbeitseinsatzes wirtschaftlich nicht auf einen grünen Zweig kam. Es gab Kredite zu bedienen und Gehälter zu überweisen. Michael M. versuchte die Lücken über deutliche Mehrarbeit zu kompensieren. Das wiederum belastete seine Ehe - die Familie bekam ihn kaum noch zu Gesicht. Er schuftete und schuftete, lief im Hamsterrad mit sich um die Wette, bis schließlich nichts mehr ging. Anzeichen eines Burn-outs machen sich immer häufiger bemerkbar. Ihm wurde klar, er muss etwas ändern, bevor 'die Welt vollends aus den Fugen' gerät. Er zog die Notbremse und gab nach insgesamt zwei Jahren auf - sein Traum war geplatzt. 

"Irgendwann wurde mir klar, dass ich etwas ändern musste. Meine Kinder wuchsen quasi an mir vorbei auf - ich bekam vor lauter Arbeit überhaupt nichts mehr von ihnen mit"

Ärzte leiden immer häufiger an Erschöpfung

Michael M. ist damit nicht allein. Laut einer Umfrage von Medscape 2019 leidet etwa jeder zweite an der Umfrage teilnehmende Arzt unter Gefühlen körperlicher, emotionaler und mentaler Erschöpfung. 48 Prozent der Befragten machen ihren Job dafür verantwortlich. 42 Prozent von ihnen leiden bereits länger als zwei Jahre unter den Symptomen. 13 Prozent überlegen sogar, der Medizin den Rücken zu kehren. Als Hauptursachen werden zu viel Verwaltung und Dokumentation und die damit verbundenen massiven Überstunden - besondern in den Praxen - genannt. Die Nachfolge Befragung von Medscape vom November 2020 zeigt, dass sich die Situation bedingt durch die Pandemie zusätzlich verschärft hat. Mittlerweile berichten 55 Prozent der befragten Ärzte von Gefühlen der körperlichen, emotionalen und mentalen Erschöpfung. Das sind rund 10 Prozent mehr als noch in 2019. Tendenz steigend. Auch die Zahl derer, die ihren Job dafür verantwortlich machen, ist um knapp 17 Prozent auf insgesamt 56 Prozent gestiegen. Bei insgesamt 50 Prozent der befragten Ärzte hat sich das Burn-out-Gefühl durch die Pandemie verstärkt. 

Die Tätigkeit als Werksarzt war eigentlich viel eher der Traumjob

Dr. Michael M. dachte immer häufiger an seinem vorherigen Job zurück. Damals hatte er als Werksarzt alle ärztlichen Freiheiten und ausreichend Zeit, sich um seine Patienten zu kümmern. Neben seinen vielfältigen Aufgaben, wurde er zudem in die Lage versetzt, als sogenanntes "Frühwarnsystem" zu agieren. Die regelmäßige Betreuung aller Mitarbeiter durch ihn lies ihn frühzeitig erkennen, ob jemand gesundheitlich gefährdet war. So konnte er den betroffenen Mitarbeiter rechtzeitig an den Facharzt überweisen, der ihn eingehend untersuchte. Diese Art der Präventionsarbeit löste bei Dr. Michael M. ein unglaublich gutes Gefühl aus. Nicht zu vergessen das ausgewogene Arbeit-Privatleben-Verhältnis. Wenn er nach der Arbeit nach Hause kam, hatte er Zeit und vor allem Muße, etwas mit seiner Familie zu unternehmen. Oder auch Freunde zu treffen. Im Vergleich zu heute hatte er ein erfülltes und relativ sorgenfreies Leben.

Nachfrage nach Arbeitsmediziner*innen rasant gestiegen 

"Das war der Moment, als ich den Anruf erhielt. Ich erinnerte mich sofort an Dr. Michael M. als einen positiven und hochengagierten Macher". So Guido Lysk, Geschäftsführer von Docatwork. "Wir hatten ihn ja schon einmal vermittelt. Natürlich fanden wir zeitnah eine passende Stelle für ihn. Der Markt ist nicht erst seit Corona eng und gute Arbeitsmedizinner*innen gefragt wie nie"

Dr. Michael M. ist mittlerweile wieder in fester Anstellung und als Werksarzt in einem produzierenden Konzern nahe seiner alten Heimat tätig.   

 

Guido Lysk Karriere- und Managementberatung GmbH

Die Guido Lysk Karriere- und Managementberatung GmbH (GLK) mit Sitz in Hamburg wurde 2005 von Guido Lysk gegründet. GLK ist eine spezialisierte Personalberatung im Bereich Health, Safety & Environment (HSE), die ausschließlich Arbeits- und Betriebsmediziner sowie leitende Fachkräfte im Bereich Arbeitssicherheit und Gesundheitsschutz berät und vermittelt.

Weitere Infos unter www.safetyatwork.de oder auch www.docatwork.de

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