Guido Lysk im Interview zum 15. Firmenjubiläum

Leidenschaft, Spezialisierung und Spaß als wesentliche Erfolgsfaktoren

Guido Lysk, Geschäftsführender Gesellschafter der Guido Lysk Karriere- und Managementberatung GmbH
(PresseBox) ( Hamburg, )
Die Guido Lysk Karriere- und Managementberatung GmbH feiert 2020 ihr 15-jähriges Jubiläum. Warum es sich lohnt, seiner Vision zu folgen und 'einfach zu machen', erzählt Guido Lysk im persönlichen Interview.

Welches waren die entscheidenden Impulse für die Gründung der Guido Lysk Karriereberatung? Erinnern Sie sich noch daran, wie für Sie alles begann?

Bevor ich die Guido Lysk Karriereberatung GmbH gegründet habe, war ich rund 10 Jahre in einer Partnergesellschaft zusammen mit verschiedenen Geschäftspartnern tätig. Gerade in den ersten Jahren der beruflichen Entwicklung brachte diese Konstellation viele Vorteile mit sich. Aber nach und nach stellte sich heraus, dass unsere Vorstellungen, wie das Unternehmen zu führen sei, immer stärker auseinanderdrifteten. Wir passten irgendwann nicht mehr zusammen und für mich wuchs die Erkenntnis, etwas Eigenes aufziehen zu wollen, bei dem ich meine Ideen realisieren konnte.

Im September 2005 habe ich „Get ahead“ verlassen und noch im selben Monat meine eigene Gesellschaft, die Guido Lysk Karriere- und Managementberatung GmbH gegründet. Zu dem Zeitpunkt hatte ich noch keine konkrete Vorstellung davon, in welche Richtung es weitergehen sollte. Meine damalige Spezialisierung auf das Segment Finanzen und Rechnungswesen konnte ich bedingt durch die Wettbewerbsklausel nicht weiter forcieren. Ich war gezwungen, mich zumindest für den Zeitraum der Klausel neu zu orientieren. Das tat ich auch und entschied mich, eine Ausbildung zum systemischen Coach zu machen. Mich hatte das Thema Diagnostik und Coaching schon immer sehr interessiert. Schnell stellte ich fest, dass die Arbeit als Coach einen recht hohen und mentalen Aufwand bedarf. Man ist quasi als ein kleiner Karriere-Therapeut intensiv in das menschliche Gesamtbild eingebunden. Das ist eine sehr interessante und spannende Aufgabe, aber für mich stand immer das Recruiting im Vordergrund. So entschied ich mich, diesen Part der Diagnostik und Persönlichkeitsentwicklung als Zusatzaspekt zum Recruiting zu nutzen. Was ich seitdem auch mache.
Danach ging es „back to the roots“ mit dem Suchen von Fach- und Führungskräften. Neben dem Finanz- und Rechnungswesen gab es weitere Bereiche, die mich interessiert haben. Dazu gehörten die Themen Ingenieurwesen, Verfahrenstechnik oder auch SAP, in denen ich über mehrere Jahre unterwegs war.

Wenn Sie zurückblicken, was waren die prägendsten Momente der letzten 15 Jahre?

Das war ganz klar der Moment, als die Arbeitsmedizin auf mich zukam, was im Grunde durch einen eher kleinen Zufall passierte. Der Moment selbst war gar nicht so prägend, sondern sogar ziemlich unspektakulär. Die Aufgabenstellung, die damals an mich herangetragen wurde, war eine von vielen. Ich habe angefangen zu recherchieren und mich mit der Aufgabe auseinanderzusetzen. Das hatte zur Folge, dass mein Interesse an der Berufsgruppe extrem wuchs und ich immer tiefer in die Thematik einstieg. Die Ironie des Schicksals war, dass ich den ursprünglichen Auftrag des Hamburger Konzerns am Ende gar nicht bekam. Trotzdem hatte ich durch meine ganzen Recherchen und Aktivitäten am Markt sofort Kontakte zu leitenden Ärzten. Auf diese Weise konnte ich in kürzester Zeit drei Aufträge akquirieren, von denen ich einen  direkt besetzt habe. Mir war klar, die Welt der Arbeitsmedizin bietet ein enormes Potenzial.

Ab diesem Zeitpunkt fing ich an, immer tiefer ins Geschäft einzusteigen. Zu Beginn habe ich noch parallel gearbeitet und immer noch einen Teil meines Umsatzes durch andere Projekte wie Ingenieure und SAP-Beratung erzielt. Aber der Markt der Arbeitsmedizin hat mich dann so gefesselt und interessiert, dass meine gezielte Akquise genauso erfolgreich war wie die Ansprache im Rahmen meiner kleinen Umfrage-Tätigkeit. Ich bekam immer weitere Aufträge und gewann nach eineinhalb Jahren einen großen Logistikkonzern in Deutschland. Die wollten mich anfangs erst gar nicht und gaben mir erst mal nur einen Probeauftrag. „Probieren Sie mal, was Sie hinkriegen“. Das Witzige war, dass ich diese Position für den Standort Stuttgart erst nach zwei Jahren habe besetzen können. Allerdings konnte ich immer gute Kandidaten vorstellen, die an anderen Standorten platziert wurden. Dadurch bekam ich immer neue Aufträge für weitere Standorte, die ich immer sofort besetzen konnte. Der erste Auftrag, den ich erhalten habe, wurde hingegen erst nach 24 Monaten damals durch meine Mitarbeiterin Nadja Seligmann besetzt. Der Konzern ist uns treu geblieben. Bis heute. Durch die bundesweit verteilten Standorte haben wir bundesweit gesucht und konnten uns dadurch relativ schnell eine hohe Markttransparenz aneignen. Quasi nach Postleitzahl.

Was zeichnet Ihr Unternehmen aus? Was ist Ihr Erfolgsrezept?

Ich würde sagen, das ist das Dreigespann aus Leidenschaft, Spezialisierung und der Spaß daran, Erfolg zu haben. Zur Spezialisierung gehört auch, sich in nur einem Markt zu etablieren, was übrigens immer schon mein Traum war. Allerdings war der Bereich Finanzen und Controlling aufgrund seiner Größe dafür gänzlich ungeeignet. Ganz anders gelagert ist der Bereich der Arbeitsmedizin. Abgeschlossen in sich, bietet er eine enorm interessante Perspektive und Entwicklungsmöglichkeit.

Der Erfolg war durch die Beschaffenheit des Arbeitsmarktes im Grunde vorprogrammiert. Natürlich müssen wir unseren Job gut machen und erfolgreich vermitteln können. Aber die Rahmenbedingungen stimmen einfach. Es ist ein toller Markt mit einem Arbeitsfeld, das wir sehr mögen und uns viel Spaß macht. Manche verstehen uns als Rosinen Picker, was ich nur bedingt teile. Entscheidend ist, dass die „Rosine“ zum Unternehmen, zur Struktur und zur Aufgabe passt. Denn: was für den einen eine Rosine ist, ist für den anderen noch lange keine. Was wir aber tun ist, wir suchen die bestpassenden Kandidaten für die ausgeschriebene Position, sodass beide Parteien, Kandidat und Unternehmen langfristig und nachhaltig zufrieden sind.

Wie wichtig ist die Doppelstrategie (Docatwork/Safetyatwork) für Ihr Unternehmen?

Als wichtig würde ich diese Strategie nicht bezeichnen. Sie ist eher eine sinnvolle und clevere Ergänzung, die neben dem Gesundheitsschutz auch den Bereich der Arbeitssicherheit tangiert. Das sind zwei ganz eng miteinander verzahnte, zusammenarbeitende Bereiche, mit denen wir in Kontakt stehen. Somit ist es für uns eher eine schlüssige Konsequenz, mit Safetyatwork auch das Thema Arbeitssicherheit abzudecken. Sowohl die Unternehmen als auch die Kandidaten profitieren von dieser sinn- und nutzvollen Ergänzung unserer Spezialisierung. Und für uns als Personalberater ist es einfach auch eine sehr schöne Situation, unser Know-how und unsere Kenntnisse an dieser Stelle kombinieren und einsetzen zu können.

Wie hat sich Ihre Branche seit der Gründung entwickelt? Welchen Einfluss hat die Corona-Pandemie genommen?

Die Branche der Personalberater hat sich seit ihrem Start 1994 nicht zuletzt auch durch die Spezialisierung auf Branchen und Berufsgruppen immer professioneller aufgestellt. Der Markt wächst seitdem konsequent genauso wie die Akzeptanz bei den Kunden. Dafür sprechen auch die Zahlen, die der BDU herausgibt. Die Kandidaten haben nach anfänglicher Skepsis ebenfalls gemerkt, dass Personalberater für sie sehr wertvoll sein können. Peu à peu haben sie gelernt, mit dem Berater umzugehen. Der als verlängerter Arm der Kunden nichts weiter tut als das, was Unternehmen auch tun. Nämlich Kandidaten zu gewinnen und mit den Unternehmen zusammenzubringen. Personalberater sind allerdings viel besser in der Lage, Kandidaten aus dem Markt direkt anzusprechen, die über sehr gute Erfahrungen verfügen, Methoden mitbringen oder auch vergleichbare Projekte umgesetzt haben. Diese Kandidaten bieten dem Unternehmen einen enormen Mehrwert und erzielen einen wesentlich höheren Output als die dadurch entstandenen Beschaffungskosten.

Corona hat auf jeden Fall Einfluss auf die Personalberatung. Insbesondere in der Phase des ersten Lockdowns haben so gut wie keine persönlichen Gespräche stattgefunden. Die Unternehmen haben ihren Bedarf an neuen Mitarbeitern zunächst zurückgestellt und auf später verschoben. Die Kandidaten selbst waren verunsichert und wollten keine weiteren Veränderungen ‚riskieren‘. Wir alle haben uns mit den Themen Homeoffice, Digital-Kommunikation und Hygiene-Konzepten beschäftigt. Nach dem ersten Schreck wurde dann aber auch schnell reagiert und auf Digitalisierung umgestellt.

Aber es bleibt dabei: Der Mensch ist ein soziales Wesen, der vom persönlichen Kontakt, den Begegnungen und dem Eindruck, der dadurch gewonnen wird, lebt. Der ist wichtig – sowohl für die Entscheider als auch für die Kandidaten.

Wir merken mittlerweile, dass die Unternehmen nicht nur weiterhin Bedarf haben, sondern auch aufstocken und uns beauftragen. Der Fachkräftemangel hat wegen Corona nicht aufgehört zu existieren.

Wir sehen aber auch, dass sich die Unternehmen mit nachhaltigen Homeoffice und Hygiene Konzepten intensiv darauf vorbereiten, für zukünftige Pandemien gewappnet zu sein. Man möchte in jedem Fall vermeiden, noch einmal unvorbereitet in eine Pandemie zu laufen.

Welche Rolle spielt die Digitalisierung?

Auch vor Corona hatten wir schon einen hohen Digitalisierungsgrad. Auf Basis von Cloud-Lösungen sind unsere Mitarbeiter zum Beispiel schon seit längerer Zeit in der Lage, sich von überall aus in der Welt ins System einzuloggen und von dort aus zu arbeiten. Neu sind allerdings regelmäßig stattfindende Videomeetings mit den Beratern, die wir aufgrund unserer Homeofficegestaltungsregelungen eingeführt haben. Auch unsere Vorgespräche mit Kunden und Kandidaten führen wir seitdem auf diese Weise durch. Von daher waren unsere Sprünge im Vergleich zu anderen Unternehmen relativ niedrig. Ich muss aber gestehen, dass mir die persönlichen Kontakte mit den Kollegen und das gemeinsame Arbeiten mit ihnen hier im Büro sehr fehlen. Wir freuen uns alle sehr darauf, wenn wir wieder zusammen im Büro sitzen können.

Was wir sicherlich auch in Zukunft beibehalten werden, zumindest in bestimmten Bereichen, sind externe Videomeetings. Es müssen nicht immer alle Gesprächsteilnehmer für das ganze Meeting dabei sein. Da ist es sinnvoller, den Betroffenen für das notwendige Zeitfenster kurz per Video zuzuschalten, anstatt alle Teilnehmer für eine halbe Stunde von überall her anreisen zu lassen. Wir werden - und davon bin ich überzeugt - zukünftig auch im Bereich der Kongresse und Veranstaltungen Hybrid-Lösungen angeboten bekommen. Wenn wir nicht vor Ort sein können, weil wir erkrankt oder auf einer anderen Veranstaltung sind, können wir uns digital dazuschalten. Die Inhalte, die relevant für uns sind, schauen wir uns an und danach klinken wir uns einfach wieder aus.

Auch haben wir gemerkt, welchen zeitlichen Aufwand wir in diesem Jahr einsparen konnten, weil wir nicht mehr gereist sind. Die Berater sind üblicherweise viel auf Reisen und wir müssen uns die Frage stellen, ob alle diese Reisen zukünftig noch sinnvoll sind. Wir können die Zeit stattdessen viel besser einteilen und für andere Arbeitsleistungen nutzen. Ich habe sehr gute Zoom Meetings in größeren Gruppen erlebt, die sehr interaktiv, informativ, locker und auch sehr produktiv waren. Ich hätte nicht vermutet, dass sich diese als so wertvoll erweisen würden. Und kombiniert mit der Zeitersparnis von 0,5-1 Tage, muss ich sagen, finde ich solche Meetings absolut zukunftsträchtig. Nicht in allen Bereichen, aber in einigen sehr wohl. Die Ärzte reagieren momentan noch etwas verhalten Gespräche in Form der Videovariante zu führen. Wir telefonieren noch sehr viel. Das wird sich aber ändern. Kandidaten-Interviews und Vorgespräche per Kamera werden weiter zunehmen. Zumal auch im Rahmen der Telemedizin diese Art der Kommunikation sich bereits immer stärker etabliert.

Wie kommen Sie selbst mit Ihrem Unternehmen durch die aktuelle Krise?

Während der Lockdownphase haben auch wir die Kurzarbeit eingeführt. Durch das Herunterfahren unserer Aktivitäten konnten wir gleichzeitig unsere Kosten senken. So haben wir am Ende dieses Jahres zumindest ein negatives Ergebnis verhindern können und kommen mit einem blauen Auge durch diese Krise. Im Vergleich zu anderen Branchen geht es uns relativ gut, allerdings sind wir auch keine Profiteure von dieser Krise.

Zu guter Letzt: Ein Blick in die Glaskugel: Wo sehen Sie sich in 15 Jahren?

Also in 15 Jahren bin ich sicherlich nicht mehr hier mit an Bord. Dann gibt es Nachfolgeregelungen für meine Tätigkeit. Ich bin aber davon überzeugt, dass sich der Bereich der Personalberatung gerade mit der Spezialisierung auf die beiden Marken Docatwork und Safetyatwork bis dahin weiterentwickeln und weiteretablieren wird. Wir werden viel auf die Beine gestellt haben, um eine hohe Transparenz in den Markt zu bringen und um Arbeitsmedizin in ihrer Vielfalt noch besser darstellen zu können. In unserer Vision werden viel mehr Ärzte als heute sinnhaft und gewinnbringend für Unternehmen und vor allem für die Mitarbeiter die Menschen, tätig sein. Das Thema Gesundheit wird einen noch größeren Stellenwert als heute bekommen. Das heißt, wir werden irgendwann auch Gesundheitsmanager haben, die in der obersten Geschäftsführung arbeiten. Wir wissen, dass die Gesundheit unser höchstes Gut ist, die natürlich auch immer mit der Arbeitsproduktivität korreliert. Wir werden das Thema auf jeden Fall weiter nach vorne bringen. Wir bewegen uns in einem Markt, der immer bedeutend sein wird. Natürlich gibt es auch Schwankungen, aber er wird immer von großer Relevanz in den Konzernen und in der Politik sein. Wir können uns auf eine spannende Zeit freuen.

Ich persönlich sehe mich dann in einer kleinen Finca auf Mallorca. Ich werde dann ganzjährig im Meer baden, abends in lauen Sommernächten frischen Fisch essen, dazu Wein trinken und das Leben genießen.

 
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