Die GTÜ entwickelt sich konsequent zum Full-Service-Dienstleister

(PresseBox) ( Stuttgart/Frankfurt, )
  • 100 Tage neue Doppelspitze: Wichtige Zukunftsthemen im Fokus
  • Neue kundennahe Dienstleistung: „Vollgutachten“ und „Einzelabnahmen“ nach § 21 StVZO
  • Fahrzeug-Systemdaten: Klare Zugriffsregelungen für hoheitliche Prüfaufgaben gefordert
  • GTÜ-Gebrauchtwagenreport 2020: Erstmals ein Elektroauto ganz vorn
  • GTÜ-Mängelreport 1. Halbjahr 2019: Mehr Pkw bestehen die amtliche Hauptuntersuchung, aber Zahl der Autos mit erheblichen Mängeln gestiegen
Im Kraftfahrzeug-Prüfwesen herrscht derzeit viel Bewegung. Neben neuen Dienstleistungen für die Kunden gestaltet die Gesellschaft für Technische Überwachung mbH (GTÜ) insbesondere mit Blick auf die Digitalisierung auch die Zusammenarbeit mit ihren mehr als 2.300 selbständigen und hauptberuflich tätigen Kfz-Sachverständigen an über 11.000 Prüfstützpunkten. Auf der Internationalen Automobil-Ausstellung 2019 in Frankfurt am Main präsentiert das Unternehmen vom 12. bis 22. September 2019 sein komplettes Produktportfolio. Außerdem im Fokus: der neue GTÜ-Gebrauchtwagenreport 2020.

Eine positive Bilanz zieht zudem die neue GTÜ-Doppelspitze nach den ersten Monaten der Zusammenarbeit – seit Anfang Mai 2019 ist Dimitra Theocharidou-Sohns Geschäftsführerin. Damit ist die Geschäftsführung der GTÜ wieder komplett. „Die gemeinsame Arbeit zeigt nach ersten eingeleiteten Schritten bereits Wirkung, etwa in der Stärkung des Vertriebs und der Planung neuer Produkte“, sagt Robert Köstler, Sprecher der Geschäftsführung, „Frau Theocharidou-Sohns ist eine tolle und äußerst kompetente Führungspersönlichkeit, mit der ich sehr gerne zusammenarbeite.“ Sie ergänzt: „Wir haben zusammen klare Ziele definiert sowie eine Strategie für die GTÜ erarbeitet und gemeinsam mit unseren Gesellschaftern verabschiedet. Das sind wichtige Schritte für die Zukunft.“

Grundsätzlich verantworten beide Geschäftsführer sämtliche Themen und Bereiche gemeinsam. Es gibt aber Schwerpunkte: Dimitra Theocharidou-Sohns kümmert sich hauptsächlich um die GTÜ-Zertifizierungsstelle, neue Produkte und Dienstleistungen sowie um informationstechnische Themen. Robert Köstlers Schwerpunkte sind die amtlich anerkannte Überwachungsorganisation, der Technische Dienst, die Anlagensicherheit, der Prüfmittelservice sowie die politische Arbeit. Die Stabsstellen Unternehmenskommunikation, Personal und Finanzen sind beiden Geschäftsführern unterstellt.

 „Mein Start bei der GTÜ verlief sehr professionell, zügig und nahtlos, da ich mich auf meine Aufgaben und die wichtigsten Themen im Vorfeld bereits gut vorbereiten konnte“, sagt Dimitra Theocharidou-Sohns. „Ich freue mich, dass ich meine umfangreiche Erfahrung auf dem Gebiet der informationstechnischen Themen und beim Wandel der GTÜ hin zu einer Sachverständigenorganisation des digitalen Zeitalters einbringen kann.“

Kundenandrang für „Vollgutachten“ und „Einzelabnahmen“ nach § 21 StVZO

 Auf der IAA stellt die GTÜ eine neue kundennahe Dienstleistung vor: „Vollgutachten“ und „Einzelabnahmen“ nach § 21 StVZO. Diese darf das Unternehmen seit Ende März nach einer Gesetzesänderung ebenfalls anbieten – ein wichtiger Meilenstein für die GTÜ auf dem Weg zum Full-Service-Anbieter. Sie hat sich in den vergangenen zehn Jahren mit großem Engagement für die Liberalisierung eingesetzt. Der Fall des Monopols ermöglicht nun auch auf diesem Gebiet einen fairen Wettbewerb zwischen den Überwachungsinstitutionen in Deutschland: Der Kunde hat die freie Wahl des Dienstleisters beim Service rund um Genehmigungsgutachten.

 „Der Kundenandrang bei unseren Partnern ist enorm“, sagt Robert Köstler. „Wir können hier ganz klar punkten, da wir einen exzellenten Service bieten und mit kurzen Wartezeiten bei Abnahmen glänzen können.“ Seit dem Start Ende März 2019 haben die GTÜ-Partner insgesamt bereits rund 10.000 Gutachten erstellt. „Damit erreichen wir schon im ersten Jahr einen Marktanteil von rund 5 Prozent – mit weiter steigender Tendenz“, bilanziert Köstler. Ziel ist ein Marktanteil der GTÜ ähnlich wie bei der amtlichen Hauptuntersuchung, dort liegt er bei gut 16 Prozent.

Rund zwei Drittel dieser Abnahmen betreffen An- und Umbauten an Fahrzeugen nach § 19(2). Den Schwerpunkt bilden dabei Tieferlegungen in Verbindung mit Sonderrädern und auch Begutachtung von Distanzscheiben. Etwa ein Viertel betreffen Importfahrzeuge aller Klassen und Fahrzeuge, die auf diesem Weg ihre deutsche Betriebserlaubnis erhalten. Fünf Prozent betreffen land- und forstwirtschaftliche Fahrzeuge sowie selbstfahrende Arbeitsmaschinen und Krafträder. 

 Möglich wurde der große Erfolg gleich vom Start weg, weil die Schulungen für die Partner rund um die Abnahmen schon im Vorfeld der Liberalisierung angestoßen wurden. Damit standen direkt zu Beginn die in den vergangenen zehn Jahren zu Unterschriftsberechtigten ausgebildeten Fachkräfte für dieses Segment bereit. Die Zahl nimmt weiter zu. „Wir unterstützen unsere Partner für das neue Geschäftsfeld“, sagt Dimitra Theocharidou-Sohns. „Neben den laufenden Schulungen ist zeitnah ein spezielles Tool unseres Technischen Dienstes fertig, mit dessen Hilfe sich Vollgutachten und Einzelabnahmen (§ 21 StVZO), Änderungsabnahmen nach § 19(2) StVZO und Einzelabnahmen nach § 13 EG FGV effizient bearbeiten und erstellen lassen.“

Auch auf anderen Gebieten sieht die Gesellschaft für Technische Überwachung Potential für weitere kundennahe Dienstleistungen. „Wir würden es begrüßen, wenn weitere Monopolstrukturen überdacht und aufgebrochen werden, beispielsweise das Thema Fahrerlaubnisprüfung“, sagt Robert Köstler. „Fahrschulen und Fahrschüler beklagen sich über das lange Warten auf Prüfungstermine. Ein qualitätsgesicherter Wettbewerb würde hier unseres Erachtens nach ebenfalls für Entlastung sorgen.“

Freier Zugriff auf Fahrzeugdaten

 Ein wichtiges Zukunftsthema ist der Zugriff auf Fahrzeugdaten durch die Überwachungsinstitutionen. „Insbesondere für hoheitlich Tätige sollten klare Regelungen geschaffen werden, wie sie an die Daten kommen und diese nutzen können. Alle Prüforganisationen sollten gleichberechtigt und vollumfänglich eingebunden sein, damit sie ihren hoheitlichen Auftrag für Sicherheit und Umweltschutz auch bei teil- und vollautonomen Fahrzeugen erfüllen können“, fordert Robert Köstler. „Die GTÜ und die weiteren Prüforganisationen setzen sich für einen direkten Zugang zu den Fahrzeugdaten ein. Derzeit erarbeiten wir gemeinsam Vorschläge zu möglichen Umsetzungsszenarien, die in nationale und internationale Vorschriften integriert werden sollten.“

Der GTÜ-Gebrauchtwagenreport 2020

 Insgesamt mehr als 5 Millionen amtliche Hauptuntersuchungen von mehr als 2.300 Prüfingenieuren der GTÜ im ersten Halbjahr 2019: Das ist die umfassende Basis des aktuellen Gebrauchtwagenreports 2020, den das Unternehmen gemeinsam erneut mit dem Fachmagazin „Auto Zeitung“ herausgegeben hat. Die Kooperation besteht bereits seit 15 Jahren, und beide Partner halten am bewährten Konzept fest. Das Nachschlagewerk ist ein wichtiger Ratgeber für potentielle Gebrauchtwagenkäufer.

Die Sieger: Bei den bis zu drei Jahre alten Kleinwagen steht der BMW i3 und damit erstmals ein Elektroauto auf dem Siegertreppchen, vor dem Audi A1 – bei den älteren belegen Mazda 2 und Toyota iQ erste Plätze. In der Kategorie der jungen Kompakten liegt der Fiat Tipo vor Audi A3 und Mercedes-Benz A-Klasse. In weiteren Altersgruppen machen Mercedes-Benz A-Klasse, Volvo V40 und Toyota Prius das Rennen. Die besten Mittelklässler: Mercedes-Benz C-Klasse vor Audi A4. Bei den älteren Modellen überzeugen erneut Audi A4, Volvo S60/V40 und Mercedes-Benz C-Klasse. Die Zuverlässigsten in der Oberklasse sind Audi A6, Mercedes-Benz E-Klasse und Audi A7, bei älteren Fahrzeugen punkten Audi A7 und Jaguar XF. Im Luxus-Segment rangiert der Porsche Panamera vorn, gefolgt von Audi A8 und Mercedes-Benz S-Klasse – in den älteren Kategorien liegen Porsche Panamera und Audi A8 vorn. Bei den Vans führt die Mercedes-Benz B-Klasse in drei Altersklassen. In der Rubrik Sportwagen/Cabriolets siegt der Porsche Boxster bei den ein- bis dreijährigen Fahrzeugen, bei den SUV erstmal der Audi Q2, gefolgt von Mercedes-Benz GLA und GLC. Bei den älteren Modellen erreichen Audi Q3, BMW X1 und Volvo XC60 Bestnoten.

 Für den Report wurden die Daten von rund 250 verschiedenen Modellen nach genau festgelegten Kriterien bewertet. Daraus ermittelten die Experten der Stuttgarter Prüf- und Sachverständigenorganisation jeweils die Stärken und Schwächen der einzelnen Modelle. In der Einzelauswertung werden die Fahrzeugmodelle detailliert vorgestellt, ergänzt durch technische Daten und eine Modellhistorie. Diagramme zeigen auf einen Blick, ob die Mängel in den einzelnen Baugruppen über- oder unterdurchschnittlich oft auftreten. Die Farben der Ampelkästchen stehen für die prozentuale Mängelhäufigkeit. Grün bedeutet besser, rot schlechter als der Mängeldurchschnitt, gelb signalisiert den Durchschnitt.

 Die gebündelte Kompetenz der GTÜ-Sachverständigen und der Testredakteure der „Auto Zeitung“ sorgt mit dem knapp 200 Seiten starken Sonderheft für Transparenz auf dem Gebrauchtwagenmarkt. Zudem bietet das Gebrauchtwagenheft mit dem Qualitätsranking des GTÜ-Reports eine zuverlässige Orientierungshilfe für die richtige Kaufentscheidung. Das Sonderheft „Auto Zeitung Gebrauchtwagen 2020“ mit GTÜ-Report ist ab dem 11. September 2019 für fünf Euro im Zeitschriftenhandel erhältlich.

GTÜ-Mängelreport 1. Halbjahr 2019

 Immer mehr Personenwagen bestehen die amtliche Hauptuntersuchung mängelfrei oder mit geringen Mängeln –eine ebenfalls wachsende Zahl fällt aber mit erheblichen Beanstandungen durch: Das sind die wichtigen Trends der Mängelstatistik der Gesellschaft für Technische Überwachung für das erste Halbjahr 2019.

 64,2 Prozent der von den GTÜ-Prüfingenieuren untersuchten Pkw waren ohne Mängel unterwegs (2018: 62,7 Prozent – jetzt also um 1,5 Prozent besser), und 13,8 Prozent wiesen geringe Mängel auf (2018: 16,2 Prozent – jetzt um 2,4 Prozent besser). 22 Prozent der geprüften Autos und damit fast ein Prozent mehr (2018: 21,1 Prozent) erhielten jedoch wegen erheblicher Mängel im ersten Durchgang keine Prüfplakette und mussten in die Fachwerkstatt. Damit wiesen von den rund 1,7 Millionen untersuchten Fahrzeugen mehr als 377.000 erhebliche Mängel auf. Im Vergleichszeitraum 2018 waren es noch rund 360.000 Pkw. Gemessen am Gesamtbestand an Pkw in Deutschland von 47,1 Millionen laut Kraftfahrtbundesamt mit Stand vom 1. Januar 2019 bedeuten 22 Prozent die Anzahl von 10,4 Millionen Fahrzeugen mit erheblichen Mängeln.

 Bei Pkw, die nicht älter als drei Jahre sind, lag der Anteil der Mangelfreiheit bei 93,7 Prozent. Nur vier Prozent aller Fahrzeuge in dieser Altersgruppe wiesen erhebliche Mängel auf und erhielten keine Plakette. Mit dem Alter steigt die Zahl der Beanstandungen: Bei den mehr als neun Jahre alten Fahrzeugen waren 49,7 Prozent mängelfrei, und 30,8 hatten erhebliche Mängel.

 Am häufigsten stellten die GTÜ-Prüfer Mängel bei Elektrik und Beleuchtung fest, gefolgt von Umweltbelastungen und der Bremsanlage – diese Tendenzen sind seit Jahren unverändert.

Mängel-Spitzenreiter über alle Altersklassen hinweg ist bei den GTÜ-geprüften Pkw mit 25,9 Prozent die Baugruppe „Beleuchtung und Elektrik“. Auf Platz zwei folgt die „Umweltbelastung“ wie Ölverlust, Lärmentwicklung oder Motorabgase mit 20,6 Prozent. Den dritten Platz belegt die „Bremsanlage“ mit 18,1 Prozent. Auf Rang vier liegen „Achsen, Räder, Reifen und Aufhängungen“ mit 15,6 Prozent, und auf dem fünften Platz landen „Fahrgestell, Rahmen, Aufbau“ mit 11,1 Prozent.

Da die Baugruppe „Beleuchtung und Elektrik“ Spitzenreiter ist und eine voll funktionsfähige Beleuchtung in der dunkleren Jahreszeit eine erhebliche Bedeutung hat, rät die Organisation zu einem Lichttest bei der GTÜ. In diesem Jahr findet die Lichttest-Aktion vom 1. Oktober 2019 bis zum 11. April 2020 statt.
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