Krankenhäuser brauchen denselben Compliance-Standard wie die Industrie

Compliance Management als Weg aus der Krise

München, (PresseBox) - Die mutmaßlich kriminelle Datenmanipulation an den Unikliniken Göttingen und Regensburg bei der Vergabe von Spenderorganen zeigt, wie wichtig der Aufbau und die Umsetzung eines Compliance-Managements in Krankenhäusern sowie im Gesundheitssektor allgemein sind.

Dabei ergibt sich die Notwendigkeit zur Einhaltung von Regelungen durch Unternehmen schon aus dem Gesetz. Über die §§ 9, 30 und 130 Ordnungswidrigkeitsgesetz (OWiG) und dem § 91 Abs. 2 AktG sind Unternehmen und Verantwortliche aufgefordert dafür Sorge zu tragen, dass aus dem Unternehmen heraus keine Gesetzesverstöße erfolgen. Nach § 93 Abs. 2 Satz 2 AktG haben die Mitglieder eines Vorstands dafür Sorge zu tragen, dass sie bei ihrer Geschäftsführungstätigkeit die notwendige Sorgfalt walten lassen.

Compliance (bzw. Regeltreue) geht jedoch darüber hinaus. Neben der Einhaltung von Gesetzen und Richtlinien umfasst das Konzept auch die Einhaltung von freiwilligen Kodizes. "Gerade in einem Bereich der in erheblichem Maße auf Vertrauen beruht, wie im Gesundheitswesen, ist Non-Compliance ganz einfach nicht tragbar", sagt Christian Estermaier, Geschäftsführer der Greenlight Consulting GmbH in München.

In Industrie- und Dienstleistungsunternehmen kann die Nichteinhaltung von Regeln unter anderem zu Gewinnrückgang, Bußgeldern oder zu Unternehmensstrafen führen. In Krankenhäusern, in denen es neben wirtschaftlichen Aspekten vorrangig um das Wohl der Patienten geht, kann Non-Compliance im schlimmsten Fall sogar lebensbedrohlich sein. Dies zeigt der aktuelle Skandal um die Vergabe der Spenderorgane auf dramatischste Weise.

Der einzige Weg dem Thema Compliance auch im Gesundheitswesen effektiv zu begegnen ist die Einführung von Compliance Standards, wie man sie aus der Industrie kennt. Dabei ist es jedoch nicht damit getan umfassende Compliance Strukturen aufzubauen, Prozesse zu beschreiben, Risiken zu identifizieren und für dessen Vermeidung geeignete Abwehrmechanismen zu entwickeln. Die Ansätze müssen vor allem das "Problem Mensch" einschließen. "Ein Compliance System auf dem Papier hilft nichts, denn das Bewusstsein für Recht und Unrecht muss in den Menschen vorhanden sein und gelebt werden," so Christian Estermaier weiter.

Neben Extremfällen wie dem aktuellen Organspendeskandal stellt der Healthcare-Sektor in Bezug auf Compliance-Verstöße generell einen besonders sensiblen Bereich dar. "Dies liegt unter anderem an dem bestehenden Spannungsverhältnis zwischen Herstellern von medizinischen Geräten, Krankenhäusern und Ärzten", ergänzt Estermaier. Einerseits ist eine enge Kooperation gerade bei der Forschung und Entwicklung erwünscht. Andererseits wird durch das Strafrecht, insbesondere im Bereich der Korruptionsbekämpfung, dem öffentlichen Dienstrecht oder auch durch das ärztliche Berufsrecht eine strikte Trennlinie gezogen.

Anti-Korruption ist eines der zentralen Themen, wenn es darum geht Wirtschaftskriminalität in Unternehmen zu vermeiden. Fehlende Vorkehrungen führen zu negativen Strukturen und schaffen Gelegenheiten. Daher ist es essentiell, frühzeitig entsprechende Maßnahmen zu treffen, um Korruption zu vermeiden. "Der aktuelle Skandal zeigt, dass eine professionelle Herangehensweise im Compliance-Management besonders im Gesundheitssektor unumgänglich ist."

Bisher schreckten die vermeintlich zu hohen Kosten für die Einrichtung einer Compliance-Organisation einige Unternehmen davon ab sich diesem Thema tiefgehender zu widmen. Dabei wird übersehen, dass eine funktionierende Compliance-Architektur einem Unternehmen erhebliche Vorteile verschaffen kann. Mittlerweile sehen viele Unternehmen Compliance nicht nur als bloße Prävention gegenüber Risiken aus Rechtsverstößen, sondern erkennen in einem funktionierenden Compliance Management auch den strategischen Vorteil gegenüber dem Wettbewerb. Diese Erkenntnis setzt sich auch im Gesundheitssektor fortwährend durch.

Über Christian Estermaier

Im Anschluss an sein Studium der Wirtschaftsinformatik an der Fachhochschule Deggendorf, war Christian Estermaier zunächst mehrere Jahre als Berater in verschiedenen renommierten Unternehmen tätig. Berufsbegleitend absolvierte er ein Studium zum Master in Risiko- und Compliance-Management.

Zu seinem Verantwortungsbereich im Unternehmen gehören das kundenspezifische Leistungsportfolio sowie die Themen Risk Management und Interne Kontrollsysteme.

Herr Estermaier verantwortete zahlreiche Großprojekte im Rahmen derer er umfangreiche Compliance-Implementierungsstandards entwickelte und erfolgreich umsetzte. Neben der technischen Realisierung zählen die Bereiche Projektmanagement, Financial Accounting, Prozessanalyse und Performance Measurement zu seinen Beratungsschwerpunkten.

Darüber hinaus unterrichtet Estermaier in zahlreichen Bildungseinrichtungen und Hochschulen zu den Themen Compliance und Managementsysteme.

Greenlight Consulting GmbH

Die Greenlight Consulting GmbH wurde im Jahre 2006 gegründet und ist ein junges, dynamisches und schnell wachsendes Unternehmen, das sich auf das Management von Restrukturierungsprojekten spezialisiert hat. Innerhalb von Großunternehmen werden die Kernprozesse Finance, Compliance, Real Estate und IT mit einem breiten Spektrum von hochinnovativen Beratungslösungen unterstützt.

Für diverse Großkonzerne wurden Compliance Management Systeme entwickelt und eingeführt. Dabei standen besonders die Effizienz und Praktikabilität im Vordergrund.

Die hochmoderne Unternehmensstruktur und die mehrfach ausgezeichnete Unternehmenskultur, bilden die Basis der Greenlight Erfolgsgeschichte. Ausgezeichnete Teamarbeit und hohe Dienstleistungs-Qualität sind oberstes Ziel eines jeden Beratungsunternehmens. Die Greenlight Philosophie besteht darin, in enger Kooperation und unter Beachtung von ethischen Werten, mit den Kunden und Mitarbeitern zusammen zu arbeiten.

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