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Pressemitteilung BoxID: 188438 (FRONIUS Deutschland GMBH)
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Raupen am Rahmen der RC8

KTM automatisiert das WIG-Schweißen an Motorrad-Rahmenteilen

(PresseBox) (Neuhof-Dorfborn, ) Automatisierung der Produktionsprozesse gehört zu den ständigen, wichtigen und dringenden Aufgaben in Unternehmen der Metall verarbeitenden Industrie. Die Motorradbauer von KTM im österreichischen Mattighofen haben für das Fügen der Rahmenteile ihrer begehrten Produktneuheit RC8 eine Lösung mit 90-prozentigem Automatisierungsgrad gefunden. Die Ergebnisse stellen die unabhängigen Prüfer in Bezug auf Festigkeit zufrieden, und sie genügen gleichfalls den hohen Ansprüchen sowohl der KTM-Wirtschaftsmanager als auch der Motorradfans. Verantwortliche Technikexperten berichten von guten Erfahrungen mit dem System MagicWave 4000 von Fronius.

Die Straßenmaschine RC8 gehört zu den aktuellsten, erfolgreichen Modellen von KTM. Neben der Festigkeit der Schweißnähte kommt es unter anderem auf eine attraktive Optik an. Deshalb hat die RC8 einen ausschließlich aus WIG(Wolfram Inertgas)-Nähten gefügten Rahmen. Die traditionelle geschuppte WIG-Naht strahlt eine prestigeträchtige Gediegenheit aus, die bei den Endkunden nach wie vor hoch im Kurs steht. Der per WIG-Prozess erzeugten hohen Nahtqualität steht jedoch der Nachteil einer relativ geringen Produktivität gegenüber. Sie ist normalerweise gegenüber moderneren MAG(Metallaktivgas)-Schweißen um rund zwei Drittel niedriger.

Die Mattighofener Technik-Experten von KTM absolvierten einen dreijährigen Entwicklungsweg hin zur 90-prozentigen Automatisierung ihrer Rahmenfertigung. Im Ergebnis haben sie den Produktivitätsnachteil des WIG- gegenüber dem MAG-Verfahren bedeutend verringert. Seit Jahresbeginn schweißen sie die Rahmen der RC8 in ihrer dreischichtig ausgelasteten Roboter-Schweißanlage.

Produktionsleiter Josef Baier berichtet: "Damit fügen wir besonders feine, sehr saubere WIG-Nähte. Aus 1,2 mm dicken Blechen und Rohren des Werkstofftyps 25 CrMo4 bestehen die Teile. Das Schweißsystem unserer Wahl ist MagicWave von Fronius." Ein eigens entwickeltes spezielles Paletten-Fördersystem reicht dem ABB-Roboter die Baugruppen zum Schweißen, bis der Rahmen komplett ist. Das a-Maß der Kehl- und V-Nähte beträgt 2 mm, die zu überbrückenden Spalte sind 2 mm breit. Der aus Rohrstücken gefügte "Hardcore" der Rennmaschine hält der mechanisch-dynamischen Beanspruchung auf der Straße beziehungsweise der Cross-Rennstrecke problemlos stand.

Der technisch-realistische Hintergrund für das Hochwertigkeits-Image des WIG-Verfahrens liegt im nahezu idealen Schweißnahtübergang. Die typischen "Pulse" bewirken, dass der Schweißzusatz zur raupenartig schuppigen Form aufschmilzt. Die fein dosierbare, relativ hohe Wärmeeinbringung beim WIG-Impulsschweißen ermöglicht eine gute Spaltüberbrückung und eine perfekte Wurzelerfassung. Bindefehler am Nahtanfang und -ende, vor allem beim Rohrschweißen, werden vermieden.

FRONIUS Deutschland GMBH

Fronius entwickelt, produziert und vertreibt weltweit Batterieladegeräte, Schweißtechnik und Wechselrichter für Photovoltaik-Anlagen. Die Gruppe verfügt über vier Produktionsstätten in Österreich, Tschechien und der Ukraine sowie über zwölf Vertriebstöchter in Europa und Amerika. Das Unternehmen beschäftigt weltweit 2.221 Mitarbeiter, davon 1.661 in Österreich.

Fronius verweist für 2007 auf folgende Kennzahlen: einen Umsatz von 298,5 Mio. Euro, 88,2 % Exportanteil und 12 internationale Vertriebsgesellschaften weltweit - davon drei neue in Mexiko, Kanada und Italien sowie mehr als 130 internationale Repräsentanten. Die Investitionsquote beträgt 16,8 % und die F&E-Quote 6,8 %. Fronius hält 469 Patente. Ein Drittel der verkauften Produkte ist jünger als drei Jahre.