Fraunhofer HHI nimmt Arbeit an EU-Forschungsprojekt COPA EUROPE auf

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(PresseBox) ( Berlin, )
Das Fraunhofer Heinrich-Hertz-Institut (HHI) hat die Arbeit am Forschungsprojekt COPA EUROPE aufgenommen. Ziel des Projekts, das von Anfang 2021 bis Ende 2023 läuft, ist der Aufbau einer Cloud-basierten Plattform zum Sammeln, Speichern und Übertragen digitaler Medien, die sich mit der Live-Übertragung von Sport- und eSport-Veranstaltungen befassen. Durch innovative Workflows soll die Möglichkeit geschaffen werden, mit passendem Content zeitnah auf Live-Sportergebnisse zu reagieren. Die EU fördert das Projekt im Rahmen des Programms „Horizon 2020“ mit 4,9 Mio. Euro.

COPA EUROPE ist eine Plattform, die Live-Übertragungen von Sportveranstaltungen sowie e-Sportereignisse (sportlicher Wettkampf mit Video- und Computerspielen) ermöglicht. Das Projekt hat sich zum Ziel gesetzt, die steigende Nachfrage nach nichtlinearem Sportkonsum zu befriedigen, indem Over-the-top (OTT)-Sportmediendienste genutzt und mit neuen Medientechnologien kombiniert werden. Die Live-Übertragungen der OTT-Dienste werden durch Social-Media-Kanäle ergänzt. Social-Media-Posts, die auf das individuelle Streaming-Verhalten angepasst sind, können aus diversen Quellen automatisiert in der Plattform zusammengetragen werden. Auf diese Weise entsteht bei den Nutzerinnen und Nutzern ein vielschichtiges Konsum-Erlebnis, das zu einer optimierten Streaming-Erfahrung führt. COPA EUROPE stellt dabei nicht nur die Plattform zur Aggregation zur Verfügung, sondern auch die technische Infrastruktur für Produktion und Streaming der Sportereignisse.

Am Projekt sind zwei Forschungsgruppen des Fraunhofer HHI beteiligt. Die Gruppe „Effizientes Deep Learning“ der Abteilung „Künstliche Intelligenz“ arbeitet daran, ein sogenanntes Recommender-System zu entwickeln. Dies verwendet Künstliche Intelligenz (KI), um Nutzerinnen und Nutzern Vorschläge für neue Inhalte zu machen sowie angezeigte Inhalte zu personalisieren. Darüber hinaus kann das Recommender-System eingesetzt werden, um passende Werbung einzublenden. Anders als bei etablierten Streaming-Plattformen wird hierfür Federated Learning genutzt. Federated Learning verfolgt den Ansatz, die Daten für KI direkt auf den Geräten der Nutzerinnen und Nutzer zu trainieren anstatt an einer zentralen Stelle. Hierbei ergibt sich der Vorteil, dass persönliche Daten das eigene Geräte nicht verlassen und somit Konformität mit den EU-Datenschutzrichtlinien gewährleistet ist.

Die Forschungsgruppe „Prototypen-Entwicklung und Systemintegration“ der Abteilung „Drahtlose Kommunikation und Netze“ stellt COPA EUROPE ihr 5G-Testfeld zur Verfügung und wird dieses für die Zwecke des Forschungsprojekts noch weiter ausbauen. Das Testfeld befindet sich in Berlin-Charlottenburg nahe der TU Berlin. Es dient der Erprobung neuer 5G-Technologien. 5G mit seinen hohen Übertragungsraten ist sowohl für das Streaming von Inhalten, als auch für das eingesetzte Federated Learning wichtig, da die Ergebnisse der KI-Trainings permanent zwischen den mobilen Endgeräten und dem Netzwerk ausgetauscht werden müssen.

“Durch den Einsatz von Federated Learning können europäische OTT-Anbieter vom sogenannten Data Network Effect profitieren, während die Daten der Nutzerinnen und Nutzer gleichzeitig geschützt sind,“ erklärt Dr. Wojciech Samek, Abteilungsleiter „Artificial Intelligence“ am Fraunhofer HHI. „Der Effekt beschreibt, dass Produkte und Dienstleistungen besser werden, je mehr Kundendatendaten vorhanden sind. Nur so können Anbieter aus der EU auf dem internationalen Markt konkurrenzfähig bleiben."

„Bei einer Plattform, die auf Live-Streams und -Updates spezialisiert ist, ist es von Bedeutung, dass Videobeiträge in Echtzeit und hoher Qualität von überall zur Verfügung stehen. Mit dem 5G-Testfeld haben wir eine ideale Möglichkeit, diesen technischen Anforderungen gerecht zu werden“, sagt Prof. Slawomir Stanczak, Abteilungsleiter „Drahtlose Kommunikation und Netze“ am Fraunhofer HHI.

COPA EUROPE dient als Testplattform, um die neuentwickelten Technologien zu erproben. Anschließend sollen diese für den Transfer in die Industrie bereitstehen. Neben dem Fraunhofer HHI besteht das Projektkonsortium aus WLI, Foundation for Research and Technology Hellas (FORTH), IBM Israel, FORTHNET S.A., eBOS, VITEC, LiveU und Ektacom.
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