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Pressemitteilung BoxID: 181210 (Fraunhofer-Institut für Integrierte Schaltungen IIS)
  • Fraunhofer-Institut für Integrierte Schaltungen IIS
  • Am Wolfsmantel 33
  • 91058 Erlangen
  • https://www.iis.fraunhofer.de
  • Ansprechpartner
  • Marc Briele
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Fraunhofer IIS und TU Ilmenau forschen für die Zukunft des Digitalen Rundfunks

(PresseBox) (Erlangen, ) Am 1. Juni 2008 startete die Technische Universität Ilmenau eine Forschungsgruppe, die an neuen Technologien für die drahtlose Verteilung von digitaler Medieninformation oder Datendiensten arbeiten wird. Damit verbunden ist die Professur »Drahtlose Verteilsysteme/Digitaler Rundfunk DVT«, auf die Univ.-Prof. Dr.-Ing. Albert Heuberger berufen wurde. Gleichzeitig richtete die Fraunhofer-Gesellschaft eine Projektgruppe des Erlanger Fraunhofer-Instituts für Integrierte Schaltungen IIS ein. Prof. Heuberger wird beide Gruppen in Personalunion leiten.

An der Schnittstelle zwischen den Instituten »Informationstechnik « und »Medientechnik« der Technischen Universität arbeiten die beiden Gruppen partnerschaftlich zusammen. Die Forschungsgruppe der TU wird vor allem wissenschaftliche Fragestellungen behandeln. Unterstützt durch eine Förderung von insgesamt 2,3 Millionen Euro durch das Kultusministerium des Freistaats Thüringen, wird Fraunhofer primär anwendungs- und dienstleistungsorientierte Vorhaben aufgreifen. Forschungsthemen sind zum Beispiel digitales Fernsehen nach dem DVB-T- oder DVB-H-Standard sowie neue satellitengestützte Verfahren für mobiles Fernsehen nach dem DVB-SH-Standard.

Damit sollen neue Möglichkeiten geschaffen werden, Medienangebote schnell und kostengünstig an möglichst viele Menschen zu übertragen. Schon bald strebt man beiderseits eine Zusammenarbeit auch mit regionalen Unternehmen und dem Land Thüringen an. Mögliche Nutzer der gemeinsamen Forschungsergebnisse sind Hersteller von Empfangsgeräten und Sendesystemen, Netzbetreiber, Landesmedienanstalten und Rundfunksender. Durch die fortschreitende Verbreitung des Digitalen Rundfunks im In- und Ausland bieten die Arbeiten zukünftig großes Vermarktungspotenzial. Highlight der technischen Infrastruktur wird neben hochwertiger Laborausstattung ein Turm mit Antennenträgerplattform, der für Rundfunk- und Kanalmessungen sowie Empfangsversuche genutzt werden kann.

Die TU llmenau sieht mit der neuen Gruppe eine »attraktive Ergänzung der bereits etablierten Lehre und Forschung im Bereich der Medientechnologie und Mobilkommunikation«, wie TU-Sprecher Marco Frezzella betont. Prof. Heinz Gerhäuser, geschäftsführender Leiter des Fraunhofer IIS, ist von der Kooperation überzeugt: »Die Forschergruppe in Ilmenau unterstützt die umfangreichen Arbeiten unseres Instituts und ergänzt damit perfekt unsere erfolgreichen Universitäts-Kooperationen im In- und Ausland. Wir hoffen, die Zusammenarbeit mit dem Forschungsstandort Ilmenau durch die neuen Fraunhofer-Aktivitäten zu verstärken.«

Dr. Albert Heuberger (49), der am 5. Juni von TU-Rektor Prof. Dr. Peter Scharff zum Professor ernannt wurde, wechselt von seiner Position als Leiter der Abteilung Nachrichtenübertragung des Fraunhofer IIS nach Thüringen. Das bisherige Forschungsgebiet von Prof. Heuberger, der an der Friedrich- Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg Elektrotechnik studierte und dort auch promovierte, umfasst die Themen Digitale Rundfunksysteme, Multimedia Verteilsysteme (z. B. europäischer Digitaler Rundfunk, Satellitenradio WorldSpace, Satellitenradio in USA), Telematiksysteme speziell für mobile Anwendungen, drahtlose Kommunikation im Nahbereich (Sprache, Daten) sowie Nachrichtentechnik, Hochfrequenztechnik und Navigation.

In Ilmenau wird Prof. Heuberger folgende neue Themen bearbeiten: »Multi-Standard-/Multi-Mode-Empfänger«, »Neue Architekturen für ressourcenoptimale Echtzeitsignalverarbeitung sowie für Betrieb mit minimalem Stromverbrauch«, »Empfangsverbesserung durch Diversity-Verfahren wie zum Beispiel Mehrantennensysteme« und »Konvergenz von klassischen Rundfunksystemen mit anderen Verteilsystemen, z. B. Mobilfunk oder Breitband-Kabel«. Viele dieser Aspekte können mit der aufgebauten Senderinfrastruktur und den Laborgeräten experimentell untersucht werden.