Digitaler Pflanzenschutz hat bei Landwirten hohe Priorität

Pflanzenschutz 2030 (PresseBox) ( Köln, )
Die Zahl der Wirkstoffe für den chemischen Pflanzenschutz wird immer weniger. Nach Bundeslandwirtschaftsministerin Julia Klöckner hat die Politik nach der Nutztierhaltung beim Thema Pflanzenschutz den größten Druck. Auf der anderen Seite steigt die Resistenzbildung und der Klimawandel hilft invasiven Arten bei ihrer Ausbreitung. Vor diesem Hintergrund lud der Kölner Pflanzenschutzspezialist ADAMA Anfang November Experten zu einem Fachsymposium mit Ausblick auf den Pflanzenschutz im Jahr 2030 ein und befragte im Vorfeld 186 Betriebsleiter mit dem Schwerpunkt Acker- und Marktfruchtbau über ihre persönliche Perspektive. Die Online-Umfrage wurde im Oktober 2018 über die Agentur agriExperts des Deutschen Landwirtschaftsverlages realisiert.

Der Tenor der Landwirte ist eindeutig: „So wenig wie möglich und so viel wie gerade nötig chemische Pflanzenschutzmittel einsetzen und dazu alle wissenschaftlichen und technischen Möglichkeiten auszunutzen…". Digitale Management Tools, Sensortechnik, Drohnen und Satelliten hält die überwiegende Mehrheit der Landwirte im Jahr 2030 für realistisch. Bei im Schwarm arbeitenden autonomen Feldrobotern sind die Landwirte skeptischer. Die Fahrt mit der Feldspritze steht auch noch nach 2030 auf der Betriebsagenda.

Das zeigt sich auch bei der Frage, ob der chemische Pflanzenschutz in den nächsten 12 Jahren verboten wird. Mit Blick auf die Erfahrungen in der Politik bei Glyphosat, den Neonicotinoiden und Restriktionen bei den endokrinen Disruptoren, glauben nur acht Prozent der Landwirte an ein Totalverbot. Die Mehrheit von 58 Prozent stimmt dieser These „eher nicht" oder nur „teilweise" zu. Dahinter steckt Berufserfahrung. Alternativen wie die rein mechanische oder thermische Bekämpfung von Unkräutern reichen nicht aus. Die Behandlung mit der Feldspritze wird bleiben. Bei Pilzerkrankungen sind die Landwirte aber optimistischer als bei Herbiziden. 42 Prozent der Ackerbauern glauben, dass sie künftig weniger Fungizide benötigen.

Der Grund sind die Angebote und Verbesserungen der Sensortechnik für die Erkennung von Pflanzenkrankheiten und die Möglichkeiten einer teilflächenspezifischen Bearbeitung. GPS- und Sensortechnik gewinnen an Bedeutung und der Pflanzenschutz gehört neben der Düngung zu dem Tätigkeitsfeld, über das sich Landwirte am meisten informieren und weiterbilden.

Die technische Basis für neue digitale Technik ist auf den Betrieben bereits vorhanden. Jeweils 53 Prozent der Landwirte nutzen moderne Pflanzenschutzspritzen und automatische Lenksysteme. 56 Prozent nutzen die GPS-Steuerung. In diesen drei Bereichen wird auf einem Viertel der befragten Betriebe auch schon über eine Anschaffung diskutiert.

Der Blick zurück auf die Ausbildungs- und Informationsangebote zeigt zwar das hohe Interesse der Landwirte, aber auch den Zusatz „nur sporadisch". Dahinter verbirgt sich offenbar eine Angebotslücke der im Smart Farming tätigen Unternehmen. Was an moderner Technik marktreif bereits vorhanden ist, steht zum großen Teil schon heute auf den Betrieben. Die Landwirte lassen sich also durch Versprechen der digitalen Zukunft nicht zu unnötigen Investitionen hinreißen, sondern warten ab, was sich in der robusten Praxis bewährt hat. So wird das auch bei weiteren Entwicklungen sein und die Landwirte gehören damit zu den Praxis-Pionieren modernster Technik.
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