Kommentar
„Tatsächlich können KI-gestützte Systeme bereits heute sinnvoll eingesetzt werden: bei der automatisierten Auswertung von Sprachproben, bei der Dokumentation, bei der Bereitstellung von Übungsmaterial. Das kann Fachkräfte spürbar entlasten und schafft Raum für das, was in der Therapie wirklich zählt.
Die Grenzen sind klar: Viele KI-Systeme wurden mit Sprachdaten trainiert, die die sprachliche Lebensrealität vieler Patientinnen und Patienten kaum abbilden. Dazu kommen offene Fragen rund um Datenschutz und Haftung. Und nicht zuletzt: Sprachtherapie lebt von Beziehung, Vertrauen und Klientenzentrierung – also davon, die Therapie an die Person und ihre Lebenswelt anzupassen. Dieser menschliche Faktor lässt sich nicht in einen Algorithmus übersetzen.
KI ist ein Werkzeug mit starkem Potenzial. Entscheidungen über Diagnose und Therapie bleiben jedoch weiterhin Aufgabe qualifizierter Fachpersonen.“
Prof. Dr. phil. Marianna Hricová
Studiengangsleiterin B.Sc. Logopädie an der FHM