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Pressemitteilung BoxID: 232505 (Ernst & Young AG)
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Biotechfirmen zukünftig unter den Top 10 der Pharmaindustrie

Die Gewinner und Verlierer der Pharmaindustrie in der nächsten Dekade

(PresseBox) (München , ) Von den heute zehn meistverkauften Pharmaprodukten werden im Jahr 2012 nur noch vier Präparate übrig bleiben. Dramatische Konsequenzen für die Kräfteverhältnisse in der Pharmaindustrie. Roche/Genentech sind die großen Sieger.

Eine aktuell erschienene Studie über die Pharmaindustrie kürt Roche/Genentech zu den großen Gewinnern der Unternehmen, die sich in den nächsten vier Jahren im Markt behaupten werden. Die Produktpipelines der weltgrößten Pharmaunternehmen stehen dabei unter großem Druck. Viele der heute umsatzstärksten Pharmakonzerne bekommen durch den Patentauslauf einiger ihrer wichtigsten Blockbuster zukünftig enorme Probleme. Die Unternehmensberatung Novumed Life Science Consulting GmbH analysiert und vergleicht in ihrer Studie die 200 Blockbuster der Zukunft. Das Ergebnis rankt die beiden Firmen sowie einige Biotechpräparate an vorderster Stelle.

Die Daten in der vorliegenden Studie sind sorgfältig recherchiert und bisher von keiner anderen Institution so erhoben worden. Im Vergleich zu den in Extrapolationsmodellen hochgerechneten eigenen Daten großer Marktforschungshäuser basiert die vorliegende Studie ausschließlich auf den Einschätzungen unterschiedlicher internationaler Investmentbanken. Aufgrund der direkten persönlichen Kontakte der Investmentbanker zu den jeweiligen Unternehmen sind die Prognosemodelle zuverlässig und gestützt. Novumed wurde bei der Vergabe der Studie als unabhängige Beratungsgesellschaft unter mehreren internationalen Marktforschungsinstituten ausgewählt und mit der Untersuchung beauftragt. Ein entscheidendes Auswahlkriterium war die objektive Sicht der Berater hinsichtlich des hohen Datenniveaus.

Aus den Top 10 der meistverkauften Präparate des Jahres 2007 werden im von Novumed erarbeiteten Ranking der 200 World Wide Best Selling Drugs des Jahres 2012 nur noch vier Medikamente verbleiben. Am härtesten betroffen ist die Firma Pfizer. Durch den Auslauf seines Patents für den Cholesterinsenker Lipitor® (Sortis®) in 2010 verliert Pfizer nicht nur die Exklusivitätsrechte am derzeit weltweit meistverkauften Medikament (12,7 Mrd. $US in 2007), sondern büßt gleichzeitig auch mehr als ein Viertel seines Gesamtumsatzes ein. Im Jahr 2007 belief sich dieser auf 48,4 Mrd. $US. Im Jahr 2012 findet sich Pfizer in der Liste der meistverkauften Medikamente mit dem Epilepsie Präparat Lyrica abgeschlagen erst auf Platz 24 wieder. Neben Pfizer werden auch Wyeth's Enbrel®, Eli Lilly's Zyprexa®, BMS's Plavix® und J&J's Risperdal® 2012 nicht mehr unter den Top Ten Blockbustern vertreten sein. Nur Novartis wird nach Patentauslauf für das Bluthochdruckmedikament Diovan® auch 2012 mit Gleevec® (ca. 4 Mrd. $US Umsatz) weiterhin in der Liste der Top Ten Therapeutika vertreten sein.

Besonders positiv dürfte sich die Schweizer Pharma- und Diagnostikfirma Roche im Jahr 2012 positionieren. Mit dem Tumorangiogenesehemmer Avastin® wird Roche dann voraussichtlich das umsatzstärkste Medikament vertreiben (ca. 10,6 Mrd. $US) und neben Avastin® werden sich noch zwei weitere Roche Präparate unter den zehn meistverkauften Präparaten finden: Das für Non-Hodgkin Lymphome und Rheumatoide Arthritis indizierte MabThera® (Rituximab®) auf Platz 3, und das für Brustkrebs indizierte Herceptin® auf Platz 4. Nimmt man die Umsätze von Genentech und Roche zusammen, würde Roche im Falle von Avastin® im Jahre 2012 einen Umsatz von ungefähr 15,4 Mrd. $US erwirtschaften. Das wären knapp 3 Mrd. $US mehr, als Pfizer heute mit Lipitor® erzielt. Roches momentane Bemühungen, die vollständige Kontrolle bei Genentech zu übernehmen, sind damit leicht nachvollziehbar.

Neben Genentech wird auch Amgen bei einem zu erwartenden Umsatz von ca. 4,3 Mrd. $US mit Neulasta® 2012 einen der Top Ten Blockbuster vertreiben. Damit wären erstmals nicht nur Vertreter der „Big Pharma“, sondern auch 2 der 3 weltgrößten Biotechfirmen mit Einträgen in der Liste der Top Ten Blockbuster vertreten. Genzyme, die Nummer Drei der weltgrößten Biotechfirmen, rangiert dagegen mit dem für Morbus Gaucher indizierten Cerezyme® und einem Umsatz von knapp 1,5 Mrd. $US erst auf Platz 77. Aber auch vermeintliche Gewinner wie etwa Roche sind vor weiteren negativen Überraschungen nicht gefeit. In Großbritannien etwa können Entscheidungen des National Institute for Health and Clinical Excellence (NICE), welches aufgrund strikter Kosten-Nutzen Prüfungen neuer Medikamente Erstattungsempfehlung ausspricht, indirekt entscheidenden Einfluss auf die Umsätze der Pharmaunternehmen haben.
Spekulationen über eine Einstellung beziehungsweise Ablehnung der Zusammenarbeit von Roche und Merck mit NICE hinsichtlich der Kosten-Nutzen Evaluieriung von Avastin® und Erbitux® (Merck’s Präparat zur Behandlung von Kolonkarzinomen) weisen darauf hin, dass die Umsatzprognosen beeinflusst werden könnten.

Über die Studie
Im Auftrag eines internationalen Pharmakonzerns untersuchte Novumed die Geschäftsberichte und Brokerreports der weltgrößten Pharma- und Biotechkonzerne. Ferner wurden mehrere Fachärzte im In- und Ausland interviewt, um diverse Charakteristika vorselektierter Blockbusterpräparate zu bewerten. Die breit angelegte Untersuchung dient dem Auftraggeber primär als Basis für seine strategische Planung für das Jahr 2012 und später. Aufgrund des relativ hohen Investmentvolumens, welches der Auftraggeber in den nächsten Jahren für die weitere Geschäftsentwicklung investieren möchte, besaß die Qualität und die Verlässlichkeit der Daten oberste Priorität.

Ernst & Young AG

Novumed ist eine unabhängige Unternehmensberatung mit besonderem Fokus auf die Life Science Industrie. Die Strategieberatung unterstützt Firmen in den Bereichen Pharma, Biotechnologie, Medizintechnik und Diagnostik. Ihre erfahrenen Managementberater unterstützen das Top-Management der Klienten bei strategischen Entscheidungen im Innovationsmanagement, der Entwicklung von Marktstrategien und der Entwicklung und Überprüfung von Portfoliostrategien.