Emscher-Umbau ist in der Spur

Kosten- und Zeitrahmen: Emschergenossenschaft ließ das Großprojekt intern und extern überprüfen

(PresseBox) ( Essen, )
Die Renaturierung des Emscher-Systems ist ein Generationenprojekt mit erheblichen Dimensionen. 1992 gab die Emschergenossenschaft den Startschuss für das Mammutvorhaben, bis Ende 2017 sollen insgesamt 400 Kilometer an neuen unterirdischen Abwasserkanälen verlegt werden. Bis 2020 soll der ökologische Umbau der Flusslandschaften weitestgehend abgeschlossen sein. Die bereits 1992 anvisierten Gesamtinvestitionen: zirka 4,5 Milliarden Euro. Nun biegt das Großprojekt auf die Zielgerade ein. Zeit also für eine Zwischenbilanz: "Wo steht der Emscher-Umbau heute - ist das Vorhaben in der Spur geblieben beim Zeitplan und bei den Kosten?"

Die Emschergenossenschaft führt bereits seit vielen Jahren ein kontinuierliches Controlling durch: Leistungs-, Zeit- und Kostenkontrollen in Form von sogenannten Ampel-Berichten. "Wenn Gefahr droht, dass der grüne Bereich verlassen wird, setzen wir gegensteuernde Maßnahmen ein. Damit halten wir die Projekte in ihrem vorgesehenen Rahmen in der Spur", sagt Dr. Jochen Stemplewski, Vorstandsvorsitzender der Emschergenossenschaft.

In diesem Jahr hat die Emschergenossenschaft nicht nur einzelne Teilprojekte, sondern den gesamten Emscher-Umbau auf den Prüfstand gestellt und ein umfassendes Projektreview durchgeführt.

Neben dem internen Controlling ist es jedoch auch sinnvoll, auch von außen auf solch ein Großprojekt zu blicken - denn schon Antoine de Saint-Exupery ("Der kleine Prinz") sagt: "Um klar zu sehen, genügt oft ein Wechsel der Blickrichtung". Für das externe "Review" beauftragte die Emschergenossenschaft das Unternehmen Fichtner Management Consulting. Im Fichtner-Review wurden der finanzielle Rahmen und die Zeitplanung kritisch hinterfragt.

Das Ergebnis

Im Ergebnis lässt sich sagen: Der Emscher-Umbau ist in der Spur - sowohl hinsichtlich der Kosten als auch der Zeitplanung. Die Abwasserfreiheit der Emscher kann nach jetzigem Kenntnisstand mit der Fertigstellung der Abwasserkanäle an der Emscher und den Nebenbächen wie geplant 2018 erreicht werden. Für den Zeitfaktor spielt jedoch die Durchführung der Genehmigungsverfahren eine wichtige Rolle. Dazu steht die Emscher-genossenschaft in enger Abstimmung mit den Wasserbehörden.

Messlatte für die Kosteneinhaltung ist die grundlegende Rahmenkostenschätzung für den Emscher-Umbau, die die Emschergenossenschaft zu Beginn des Projektes 1992 erarbeitet hat. Diese Kostenschätzung hat sich bis heute als belastbar erwiesen. 1992 wurde ein Gesamtbudget von 8,7 Milliarden Deutsche Mark ermittelt, später umgerechnet auf 4,5 Milliarden Euro. In über 20 Jahren hat sich allerdings im Umfeld des Emscher-Umbaus viel getan. Verschiedene externe Einflussfaktoren haben den Kostendruck erhöht. Dazu gehören insbesondere drei Mehrwertsteuererhöhungen, von ursprünglich 14 auf heute 19 Prozent.

Außerdem waren in dieser Zeit allgemeine Baupreissteigerungen von insgesamt rund 21 Prozent (durchschnittlich 0,9 Prozent pro Jahr) zu verzeichnen. Hinzu kommen erhöhte gesetzliche Anforderungen an den Umbau des Emscher-Systems, unter anderem durch die Einführung der EU-Wasserrahmenrichtlinie im Jahr 2000. Allein aus diesen Faktoren folgt schon ein Kostensteigerungs-Risiko von rund 10 Prozent bzw. weit über 300 Millionen Euro. "Deswegen war es gut, dass wir seit Beginn des Projektes kontinuierlich und mit Erfolg gegen diese Kostensteigerungen an gearbeitet haben", sagt Stemplewski.

Dazu gehörte die Einführung moderner kaufmännischer und technischer Controlling-Instrumente in den 90-er Jahren und die Einführung eines konsequenten Projektmanagements. "Verkürzt kann man sagen, dass wir parallel zum Emscher-Umbau in den 90-ern auch die Emschergenossenschaft umgebaut haben. Darauf haben wir uns allerdings nicht ausgeruht. Wir haben auch in den Folgejahren weitere Werkzeuge und Instrumente wie "Benchmarking" systematisch fortgeschrieben und zur Kostenbegrenzung eingesetzt", so Stemplewski.

Technische Optimierung

Wichtig war auch die kontinuierliche technische Optimierung und Verbesserung. Dazu gehörten etwa die Reduzierung kostenaufwändiger Schächte bei den Abwasserkanälen und viele andere technische Einzelheiten, die akribisch geprüft und abgearbeitet werden. "Technisches Value Management" heißt das bekanntlich auf Neudeutsch.

Aktuell hat die Emschergenossenschaft 240 (von insgesamt 400) Kilometer an Kanälen fertig gestellt und nachlaufend rund 110 (von insgesamt 350) Kilometer Gewässer ökologisch umgestaltet. "Wir können uns aber nicht zurücklehnen. Kostentreiber wie Baukostensteigerungen, verschärfte Anforderungen üben weiter Druck aus. Budgetüber-schreitungen über die weitere Laufzeit für den Emscher-Umbau sind auch zukünftig nicht auszuschließen. Wir betreiben deshalb weiter systematisch Gegensteuerung mit konkreten Projekten."

Nach dieser vertieften Analyse und nach den eigenen Erfahrungen kann die Emschergenossenschaft sagen, dass der Emscher-Umbau als Gesamtprojekt in der Spur zu halten ist, im "grünen Bereich". Laut Fichtner sei der Emscher-Umbau übrigens "ein Projekt von bemerkenswerter Konstanz, Termineinhaltung und Kostentreue".
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