Hat fehlendes Projektmanagement die Krise in der Automobilindustrie verschärft?

Eine von Compuware unterstützte Studie der Universität Erlangen-Nürnberg und maxence business consulting sieht Automobilindustrie im Vergleich mit anderen Branchen im Hintertreffen beim zentralisierten Projektmanagement

(PresseBox) ( Neu-Isenburg, )
Die Automobilindustrie gehört zu den Branchen, die mit am stärksten unter der Finanzkrise leiden. Scheinbar wurden von den Verantwortlichen in den Unternehmen Marktsignale nicht rechtzeitig erkannt. Vielleicht gab es aber auch Fehler bei internen Prozessen, insbesondere bei Projekten. So könnte fehlendes zentrales Projekt Management in einem so genannten Projekt Management Office (PMO) seinen Anteil dazu beigetragen haben. Laut einer aktuellen von Compuware unterstützten Studie des Lehrstuhls für Betriebswirtschaftslehre der Universität Erlangen-Nürnberg und des Beratungshauses maxence business consulting unter insgesamt 232 Unternehmen rangiert die Automobilindustrie bei sieben befragten Industrien mit 62,3 Prozent Nutzungsgrad auf dem vorletzten Platz (Durchschnitt: 64,7 Prozent).

PMO für die Automobilindustrie beinahe Neuland

Die Automobilindustrie hinkt zum Beispiel deutlich hinter Banken und Versicherungen (75,6 Prozent) oder Energieversorgern (71,4 Prozent) her. Darüber hinaus beschäftigt sich die Automobilindustrie anders als andere Branchen offenbar erst seit kurzem mit PMO. Während die klare Mehrheit der Befragten (65,6 Prozent) ein PMO mindestens ein Jahr oder länger besitzt, setzt fast die Hälfte der Repräsentanten aus der Autowelt, die ein PMO besitzt, dies höchstens seit sechs Monaten ein (47,4 Prozent). Ein möglicher Grund hierfür besteht sicherlich in der Tatsache, dass in der Autobranche die Anzahl der zu betreuenden Projekte niedriger ist. In der Automobilindustrie betreut fast die Hälfte (40,5 Prozent) der Unternehmen, die auch ein PMO verwenden, lediglich bis zu fünf Projekte. Mit einer solch geringen Zahl haben insgesamt nur 15,2 Prozent aller befragten Unternehmen mit einem PMO zu tun. 25 bis 100 Projekte ist branchenübergreifend Standard: 34,4 Prozent der Unternehmen beschäftigen sich mit Projekten innerhalb dieser Spanne. Demgegenüber kommen nur 21,6 Prozent der Unternehmen aus der Automobilbranche auf eine solche Anzahl von Projekten.

Klare Vorteile für Einsatz von PMO

Dabei belegt die Studie eindeutig, dass ein Projekt Management Office für ein Unternehmen klare Vorteile bezüglich des Zeitaufwandes, der Ressourcen und des Budgets für seine zu erledigenden Projekte hat. 29,9 Prozent der Unternehmen mit einer PMO überschreiten die geplante Dauer ihrer Projekte bis maximal 10 Prozent, während dies bei befragten Unternehmen ohne PMO lediglich 15,8 Prozent sind. Bei den Ressourcen sind es 42,4 Prozent der PMO-gesteuerten Projekte, die maximal 10 Prozent Mehraufwand benötigen. Unternehmen ohne PMO gelingt dies dagegen nur in 34,6 Prozent der Projekte. Die Betrachtung der Kosten ergibt ein ähnliches Bild: 43 Prozent der befragten Unternehmen mit PMO liegen innerhalb 10 Prozent über Budget, bei den Unternehmen ohne PMO sind dies lediglich 36,6 Prozent.

Die Studie zeigt zudem einen klaren Trend bezüglich des Stellenwertes von Projektmanagement für das Umsetzen der Unternehmensstrategie. Während heute 11,6 Prozent der Befragten dem Management von Projekten eine sehr hohe Bedeutung beimessen, sehen dies beinahe die Hälfte (47,4 Prozent) für die Zukunft.

Über die Studie

Die Universität Erlangen und maxence business consulting hatten Anfang 2009 mit Unterstützung von Compuware in Deutschland 232 Unternehmen nach dem Einsatz einer zentralen Instanz zur Koordinierung von Projekten befragt. Die Unternehmen kamen aus den Branchen Informationstechnologie, Automobil, Banken und Versicherungen, Pharma/Chemie, Transport und Logistik, Telekommunikation sowie Energieversorgung. Die Befragten sind in ihren Unternehmen überwiegend Projektleiter (24,1 Prozent), gefolgt von Leitern des Projektbüros im Fachbereich Projektmanagement (22,8 Prozent), Mitarbeitern in diesem Büro (15,5 Prozent), Fachbereichs- und Abteilungsleitern (15,5 Prozent) sowie Vorständen und Geschäftsführern (8,6 Prozent).
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