Wunschlisten aus Afrika

(PresseBox) ( Dresden, )
Karl-Heinz Kloeser ist kein einfacher Kunde. Der Inhaber der Spedition Benntrans aus Empfingen hat "immer Sonderwünsche, die außerhalb jeder Standardlösung liegen", so der Unternehmer über sich. Beispiele dafür finden sich unter anderem in dem großen eigenen Fuhrpark der schwäbischen Firma (s. Kasten). Tanks mit mehr als 1.000 Liter Fassungsvermögen und Sattelzugmaschinen mit Aufsattelhöhen von 950 Millimetern sind bei den rund 100 ziehenden Einheiten nicht außergewöhnlich. Auch die Suche nach der passenden Speditions-Software war für den im Ladungsverkehr aktiven Logistikdienstleister eine besondere Herausforderung. "Die meisten Standard-Pakete sind für unsere Prozesse nicht geeignet und viel zu sehr auf Stückgut ausgerichtet", so Kloeser, für den eine individuelle Programmierung aus Kosten- und Zeitgründen nicht in Frage kam.

Detaillierte Auswertungen
Nachdem sich ein anderes Softwarehaus im Laufe der Zeit als zu unflexibel erwiesen hatte, wechselte Benntrans im Jahr 2004 zur Speditions-Lösung "M3" des Dresdner Anbieters Dr. Malek Software. "Die dortigen Programmierer sind offen auf unsere Vorstellungen eingegangen", erinnert sich Kloeser, der sein Unternehmen vor 40 Jahren gegründet hat. Zu den Anforderungen gehörten zum Beispiel weitreichende, detaillierte Auswertungen über die Auslastung und Kosten des Fuhrparks, die über den Standard in M3 hinausgehen. "Wir müssen genau nachvollziehen, wie viele Aufträge pro Fahrzeug und Monat gelaufen sind", sagt Peter Hartmann, der bei Benntrans den Bereich Controlling verantwortet. Das Interesse an Zahlen hängt bei Benntrans mit den Anforderungen der Kunden zusammen, die größtenteils aus der Automobilindustrie stammen. "Die exakten Werten aus M3 sind die Voraussetzung für die oft harten Preisverhandlungen mit den Zulieferern", so Kloeser. Schließlich fordert der Automotive-Sektor in jedem Jahr deutliche Produktivitäts-Steigerungen von seinen Lieferanten.

Interaktives Tracing
Neben genau dokumentierten Kosten will der Spediteur seine Kunden aber vor allem mit Service überzeugen. Benntrans hat sich dabei auf Lohnveredelungsverkehre zwischen Europa und Nordafrika spezialisiert. Halbfertigprodukte, Module und Rohmaterialien werden aus Ländern wie Irland, Ungarn, Polen oder der Slowakei importiert und zur Weiterverarbeitung beziehungsweise Montage nach Tunesien, Marokko oder neuerdings auch Ägypten gebracht - alles per eigenen Lkw. Auf dem Rückweg übernimmt Benntrans den Transport der Fertigwaren nach Europa. Seit 2007 bietet das Unternehmen für das marokkanische Montagewerk des Kabelbaum-Fabrikanten Sumitomo eine interaktive Tracking & Tracing-Lösung. Sie trägt den Namen "M-Tracing read/write" und nutzt die in M3 erfassten Sendungsdaten der rund 30 Lieferanten. Dr. Malek hat diese spezielle Applikation für den Spediteur auf Basis seines M-Tracing-Standards entwickelt und damit die Prozesse bei Benntrans und Sumitomo wesentlich vereinfacht. Sobald in M3 Sendungsdaten für Waren nach Marokko vorliegen, sind sie für Sumitomo auf Basis eines Zugriffs-Berechtigungskonzeptes nicht nur abrufbereit, sondern auch veränderbar. Die Produktionsplanung in Nordafrika kann so via Internet die bereit stehenden Kontingente verwalten und verschiedene Prioritäten oder Status vergeben.

Speziell programmiert
Die aktualisierten Daten werden nahezu in Echtzeit an M3 zurück übertragen und bilden bei Benntrans die Grundlage der Disposition. "Sendungen mit Priorität Eins werden zuerst verladen und der ebenfalls mögliche Status Sonderfahrt löst zum Beispiel eine Beförderung per Luftfracht aus", berichtet Michael Clemenz, der bei Benntrans für die IT-Abteilung verantwortlich ist. Auch jede weitere Status-Änderung wird für Sumitomo durch M-Tracing dokumentiert. So können die Produktionsplaner in Tanger sofort sehen, ob die priorisierten Sendungen disponiert, verladen oder bereits ausgeliefert werden. Eine ebenfalls speziell von Dr. Malek für Benntrans programmierte Schnittstelle zum Telematiksystem Qualcomm sorgt dabei für die genauen Positionsdaten der betreffenden Lkw.

Kunden begeistern
"Mit diesem weitgehend automatisierten System haben wir ein aufwändiges Abstimmungs-Verfahren mit Excel-Tabellen, Listen und Faxen abgelöst", stellt Kloeser fest und ergänzt: "Für uns und für unseren Kunden bedeutet das eine wesentliche Erleichterung." Auch die Benntrans-Niederlassung in Tunis profitiert bereits von M-Tracing. Dies ist vor allem bei Verzollungen eine große Hilfe, denn zu jeder Sendung kann der komplette Vorgang mit allen Rechnungen im Internet abgerufen werden. Im nächsten Schritt möchte Kloeser auch seine übrigen Kunden für das System begeistern.

Hintergrund: Benntrans
Das im Jahr 1968 gegründete Privatunternehmen Benntrans hat sich auf Lohnveredelungsverkehre zwischen Europa und Nordafrika sowie das Erbringen logistischer Dienstleistungen für die Automobilbranche spezialisiert. Die Spedition verfügt über einen Fuhrpark mit rund 100 ziehenden und 200 gezogenen Einheiten und beschäftigt 135 Mitarbeiter. Die Zentrale des Transport- und Logistik-Dienstleisters befindet sich in Empfingen, Niederlassungen bestehen in der Schweiz. Tunesien, Marokko und Kanada. Der Jahresumsatz liegt bei über 16 Millionen Euro. Seit dem Jahr 2000 ist Benntrans nach DIN ISO 9000 ff zertifiziert.
Für die oben stehenden Pressemitteilungen, das angezeigte Event bzw. das Stellenangebot sowie für das angezeigte Bild- und Tonmaterial ist allein der jeweils angegebene Herausgeber (siehe Firmeninfo bei Klick auf Bild/Meldungstitel oder Firmeninfo rechte Spalte) verantwortlich. Dieser ist in der Regel auch Urheber der Pressetexte sowie der angehängten Bild-, Ton- und Informationsmaterialien.
Die Nutzung von hier veröffentlichten Informationen zur Eigeninformation und redaktionellen Weiterverarbeitung ist in der Regel kostenfrei. Bitte klären Sie vor einer Weiterverwendung urheberrechtliche Fragen mit dem angegebenen Herausgeber. Bei Veröffentlichung senden Sie bitte ein Belegexemplar an service@pressebox.de.