PresseBox
Pressemitteilung BoxID: 338753 (DIN Deutsches Institut für Normung e. V.)
  • DIN Deutsches Institut für Normung e. V.
  • Am DIN Platz - Burggrafenstraße 6
  • 10787 Berlin
  • http://www.din.de
  • Ansprechpartner
  • Peter Anthony
  • +49 (30) 2601-1113

Zustand ausgezeichnet - Zukunft ungewiss

Jahrespressekonferenz des DIN auf der Hannover Messe

(PresseBox) (Berlin, ) Die Zahlen, die Prof. Dr. Klaus Homann als DIN-Präsident am 20. April 2010 auf der Jahrespressekonferenz des DIN vortrug, zeigen, dass die deutsche Wirtschaft auch in der Finanzkrise Normung und Normen für unverzichtbar hält. Die nationale Normungsorganisation Deutschlands koordiniert den Einsatz von rund 28.700 Experten aus allen Bereichen der Gesellschaft. Die Mitgliedschaft - das DIN ist der Rechtsform nach ein eingetragener Verein - ist so hoch wie zuletzt vor 15 Jahren. Produktion und Produktivität sind gestiegen, Kosten sind durch konsequente Restrukturierung gesenkt worden und die wirtschaftliche Basis ist gesund.

Von den 2.337 Normen, die 2009 veröffentlicht wurden, gelten über 80 % europa- bzw. weltweit und leisten damit einen bedeutenden Beitrag zum deutschen Export. Im Einklang mit den Zielsetzungen der Bundesregierung hat das DIN sowohl im Bereich der Innovationsförderung wie auch im Bereich der KMU-Förderung vielfältige Aktivitäten entwickelt, die den Zugang zum Markt und den Zugang zur Normung erleichtern.

Dieses Bild eines gut funktionierenden Systems wäre ungetrübt, gäbe es nicht die Pläne der EU-Kommission, deren voraussichtliche Folgen Heinz Gaub, Mitglied der DIN-Geschäftsleitung, erläuterte. Zu den Änderungen, die die Kommission vorschlägt, zählt die kostenlose Abgabe von Europäischen Normen. Vielen unklar ist die Tatsache, dass Europäische Normen nicht in Brüssel gemacht werden. Sie entstehen als Ergebnis der Zusammenarbeit unter den Mitgliedsländern der europäischen Normungsorganisationen. Dabei ist Deutschland über das DIN für nicht weniger als 30 % des Projektmanagements verantwortlich. Wenn das DIN in seiner Funktion geschwächt wird, kann das zunächst nur zum Nachteil des europäischen Normungssystems sein, mittelfristig aber auch zum Nachteil der deutschen Wirtschaft, die an Einfluss auf die Normung entsprechend einbüßen wird.

Der Ruf nach kostenlosen Normen verkennt, dass man dadurch ein effizientes und grundsätzlich faires Finanzierungsmodell zerstört. Damit verbunden sind ernsthafte Nachteile und Risiken. Ohne finanziellen Ausgleich wäre die Leistungsfähigkeit des DIN stark eingeschränkt, sein Auftrag, die deutschen Interessen international zu vertreten, im jetzigen Maß nicht mehr möglich. Mit einem finanziellen Ausgleich - z. B. aus Steuergeldern - wäre die Unabhängigkeit und Neutralität des DIN gefährdet. "Es geht um die Frage, ob die Normung eine privatwirtschaftliche Aufgabe bleiben oder eine hoheitliche Aufgabe werden soll", sagte Gaub. Der Konsens in der deutschen Wirtschaft - so auch beim Bundesverband der Deutschen Industrie - sei, dass die privatwirtschaftliche Organisation der Normung als Selbstverwaltungsaufgabe der Wirtschaft unbedingt erhalten werden müsse, so Gaub.

Bis zum 21. Mai kann jeder Interessierte sich an einer Konsultation zum "Standardization Package" der EU-Kommission beteiligen. Auf der Website des DIN (www.din.de) sind entsprechende Hintergrundinformationen zu finden.