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Pressemitteilung BoxID: 337883 (Deutsche Messe AG - Hannover)
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Italien - Standort für europäische Spitzenforschung

HANNOVER MESSE 2010, 19. bis 23. April

(PresseBox) (Hannover, ) Bei der Partnerland-Beteiligung Italiens auf der HANNOVER MESSE 2010 steht die Technologiekompetenz des Landes bei Mobilität, alternativer Energie sowie bei der Energieeffizienz im Vordergrund. Grundlage für die industrielle Vielseitigkeit Italiens ist eine vitale Forschungslandschaft, die ihre Ressourcen in europäische Projekte der Spitzenforschung einbringt.

Unter den mehr als 340 Ausstellern, mit denen sich das Partnerland Italien in Hannover präsentiert, finden sich zahlreiche Forschungseinrichtungen. Die Forschungsgebiete, an denen Italiens Wissenschaftler und Ingenieure derzeit forschen und entwickeln unterstreichen das Leitmotiv des Partnerlands Italien: "Die Kunst der Nachhaltigkeit". Die vom Italienischen Institut für Außenhandel (ICE) organisierten und hochkarätig besetzten Veranstaltungen, zu denen zahlreiche Forschungsverantwortliche aus Italien zur Messe anreisen werden, geben einen Einblick in die Labore der Universitäten und Unternehmen Italiens. Umberto Vattani, der ICE-Präsident und frühere Botschafter Italiens in Deutschland: "Italien arbeitet an der großen Aufgabe einer nachhaltigen Konzeption von Mobilität für die Städte und mobilisiert Spitzenforschung und Hochtechnologie für die Erzeugung von regenerativen Energien."

Den Auftakt bildet bereits am Montag, 19. April, die Veranstaltung zur "Nachhaltigen Mobilität". Unternehmen wie Fiat, Ducati, Piaggio und Magneti Marelli. Das vom Präsidenten des italienischen Automobilverbands ANFIA, Dr. Ing. Eugenio Razelli gemeinsam mit Guidalberto Guidi, dem Präsidenten des Verbands der italienischen Elektroindustrie ANIE, geleitete Seminar stellt die Konzepte vor, mit denen Italien die Schonung natürlicher Ressourcen, die Verringerung von Schadstoff-Emissionen und die Reduzierung von Lärm anstrebt. Ansaldo Electronic Driver, Scame Parre und Schneider Electric präsentieren dort Innovationen für die Entwicklung von Elektrofahrzeugen. Auf einem hochrangig besetztes Industrie-Meeting zum Thema "Energie für Nachhaltigkeit" sprechen unter anderem Enrico Elli von der der nationalen Energie- und Technologieagentur ENEA, Dr. Bruno Tronchetti Provera, der Präsident von Pirelli Ambiente, Dr. Francesco Giorganni, Verantwortlicher für Institutionelle Angelegenheiten von ENEL, Dr. Carlo Perego, Forschungsverantwortlicher im Energieunternehmens ENI und Vizepräsident des Donegani-Instituts in Novara, wo der Konzern an der Optimierung von photovoltaischen Systemen und im Bereich der Biomasse anwendungsorientierte Forschung betreibt. Die Pirelli-Labors stellen vor, wie Forschung an Feinstaubfiltern dazu beiträgt, die Emission von gesundheitsgefährdenden Schadstoffen um bis zu 90 Prozent zu reduzieren. Auch das FIAT-Forschungszentrum beschäftigt sich intensiv mit der Zukunft der urbanen Mobilität. "Zero Emission oder Ultralow emission" sind internationale Zielmarken, die die Ingenieure des wichtigsten italienischen Automobilkonzerns intensiv verfolgen.

Stars der europäischen Forschung

Wie Italiens Forschung zu gemeinsamen europäischen Spitzenleistungen beiträgt, wird besonders im Bereich der Raumfahrt deutlich. Italienische Forscher sind sowohl beim Projekt eines europäischen Großteleskops der europäischen Südsternwarte ESO führend beteiligt wie auch bei der Entwicklung des Radarsystems ALMA. Beim Bau der europäischen Galileo-Navigationssatelliten obliegt dem französischitalienische Unternehmen Thales-Alenia die wichtige Systemintegration der unterschiedlichen Teilprojekte in ganz Europa. Bei einem davon - nämlich dem Bau der Satelliten selbst - wird ein Konsortium von einem Unternehmen mit explizit italienischen Wurzeln geführt, das seinen Hauptsitz in Bremen hat: Gründer der familiengeführten OHB-Gruppe ist Prof. Dr. Ing. Manfred Fuchs, der als Südtiroler Gründer des Bremer Raumfahrtunternehmens mit den Industriekulturen beider Länder bestens vertraut ist, zumal mit der renommierten Carlo Gavazzi Space in Mailand eine italienische Tochter und wichtiges Standbein für die Entwicklung in Italien selbst besitzt. Marco R. Fuchs, der Vorstandsvorsitzende der OHB, sieht die industrielle Vielseitigkeit Italiens als einen der Gründe für Italiens Erfolge in Raumfahrt und Forschung: "Das Land hat nie einfach nur auf bestimmte Anwendungen gesetzt, sondern immer auch das Ziel verfolgt, eine breite Technologiekompetenz im Land zu erhalten und zu entwickeln. Seine Cluster sind international wettbewerbsfähig. Das Reservoir von technologieorientierten, engagierten jungen Menschen, die in Italien verfügbar sind, ist eine der Voraussetzung für diesen Erfolg."

Auch bei weiteren auf der Messe vorgestellten industriellen Exzellenzprojekten stehen die Leistungen, die Italiens Unternehmen in europäischen Gemeinschaftsprojekten erbringen, im Vordergrund. Die italienische Präsenz im Rahmen des XFEL-Projekts sowie neueste Technologien im Bereich Laser und Photonik sind am Dienstag, 20. April, Thema auf dem Zentralstand in Halle 6.

Der Industrietag Italiens am Mittwoch, dem 21. April, zeigt Spitzenprojekte aus den Bereichen Robotik und Materialforschung. Beim Projekt des humanoiden Roboters iCub arbeiten die Universitäten von Genua und Bielefeld sehr eng zusammen. Das europäisch ausgelegte Projekt geht interdisziplinär an die Grundlagen des kognitiven Erkennens heran. Im italienischen Technologieinstitut IIT ist in Ligurien ein weltweit einzigartiger humanoider Roboter entwickelt worden, der wie ein dreieinhalbjähriges Kind durch Bewegungen - etwa das Krabbeln - im Kontext seiner Umgebung buchstäblich lernt. Professor Giulio Sandini leitet ein Team internationaler Forscher aus den Bereichen Psychologie, Neurophysiologie, Philosophie, Computerwissenschaft, die die beim iCub-Projekt gewonnenen Erkenntnisse einer weltweiten Forscher-Community zur Verfügung stellt.

Die Entwicklung neuer Werkstoffe gibt Impulse für Innovationen in verschiedenen Branchen. Beispiele erfolgreicher bilateraler Kooperation kommen auch in den Foren zur Umwelttechnik und zu den erneuerbaren Energien zur Sprache.

Ein eigener Technologie- und Investitionstag findet am Mittwoch, 21. April, statt. Das ICE Berlin stellt dort den neuen Technologieatlas Italiens vor. Industrieparks und Forschungszentren des Landes präsentieren aktuelle Projekte. Das ICE lädt zu einem unternehmerischen Matchmaking ein, bei dem Unternehmen die reichen Forschungsresourcen und Technologiezentren des Landes kennenlernen und sich bei Initiierung entsprechender Projekte beraten lassen können.