Promotionspreis IT-Sicherheit und Förderpreis IT-Sicherheit verliehen

(PresseBox) ( Darmstadt, )
Gestern wurde in Darmstadt zum dritten Mal der Promotionspreis IT-Sicherheit verliehen. Dieser gemeinsam vom CAST e.V. und der Gesellschaft für Informatik e.V. (GI) ausgeschriebene Preis würdigt hervorragende Dissertationen im Bereich der IT-Sicherheit. Gesucht waren Arbeiten, die einen Fortschritt für die IT-Sicherheit bedeuten und solche, die einen Zugewinn von Sicherheit in IT-Anwendungen ermöglichen. Mit 15 Einreichungen erreichte die Beteiligung am Promotionspreis einen neuen Höchststand. Aus den vorliegenden Einreichungen stellten bereits vorgestern drei Kandidaten in einem Fachvortrag (http://www.cast-forum.de/...) ihre Arbeiten vor, die zuvor von der CAST/GI Jury aus allen Einreichungen ausgewählt worden waren. Anschließend wurde der Preisträger auf Basis seines Vortrags und der anschließenden Diskussion der anwesenden Fachexperten ausgewählt.

Der Gewinner des diesjährigen Promotionspreises IT-Sicherheit ist Herr Dr. Timo Kasper (HGI, Ruhr-Universität Bochum) mit seiner Arbeit „Security Analysis of Pervasive Wireless Devices - Physical and Protocol Attacks in Practice“. Die Arbeit von Dr. Kasper befasst sich mit allgegenwärtigen eingebetteten Funksystemen. Derartige kontaktlose Karten – basierend auf sogenannter RFID Technologie - dienen zur Identifikation von Personen (z.B. elektronischer Reisepass) aber auch als Tickets oder elektronische Geldbörse. Auch moderne Autos kommen nicht ohne Wegfahrsperre und Funktüröffner (z.B. KeeLoq) aus. Über die drahtlose Schnittstelle werden häufig sensible auf dem Funkchip gespeicherte Daten ausgetauscht, die per Lauschangriff ausgespäht oder aus der Entfernung unbemerkt modifiziert werden können. Der kryptografische Schutz durch Verschlüsselungsverfahren, der Manipulationen, Identitätsdiebstahl oder unbefugtes Eindringen verhindern soll, stellt sich in vielen kommerziellen Produkten jedoch als unzureichend heraus und kann durch moderne Angriffsmethoden ausgehebelt werden.
Die Dissertation von Dr. Kasper entwickelt neue, kosteneffiziente Werkzeuge und Methoden für Implementierungsangriffe und setzt diese für verschiedene Sicherheitsanalysen kommerzieller, drahtloser Systeme ein. Herr Kasper hat mit seinen Analysen Probleme in bestehenden Anwendungen wie Fahrzeug- und Garagentüröffnern sowie in Bezahlsystemen identifiziert und gezeigt, dass die dort implementieren Sicherheitsmaßnahmen unzureichend sind. Er hat zudem in seiner Zusammenarbeit mit den Herstellern initiiert, dass die Implementierungen zukünftiger Produkte sicherer sein werden.

Mit dem Promotionspreis ist ein Preisgeld in Höhe von 5000,- Euro verbunden. Der CAST/GI Promotionspreis 2012 wurde freundlicherweise unterstützt durch die Steria Mummert Consulting AG (http://www.steria.com).

Daneben wurde gestern bereits zum zwölften Mal der CAST-Förderpreis IT-Sicherheit verliehen. Aus allen Einreichungen wurden die besten Nachwuchsarbeiten in den drei Kategorien Master- und Diplomarbeiten, Bachelorarbeiten und andere Abschlussarbeiten (Fachinformatiker, Weiterbildung, etc.) gekürt. Durch das wissenschaftliche Komitee des CAST e.V. wurden pro Kategorie die besten fünf Arbeiten bestimmt. Die Erstplatzierten gewinnen eine kostenlose Teilnahme an den CAST- Workshops in 2013!

Aus der Gruppe der Erstplatzierten waren gestern die Autoren der besten zehn Arbeiten geladen, ihre Ergebnisse den Mitgliedern des CAST e.V. vorzustellen. Die Mitglieder hatten hier Gelegenheit, in einer Fachdiskussion die Innovation der einzelnen Arbeiten zu hinterfragen und sich von der Qualität der Beiträge zu überzeugen. Im Anschluss wurden in geheimer Wahl die Preisträger des CAST-Förderpreises IT-Sicherheit 2012 ermittelt.

In der Kategorie Master- und Diplomarbeiten setzte sich Thomas Pöppelmann von Ruhr-Universität Bochum mit seiner Arbeit „Efficient Implementation of a Digital Signature Scheme Based on Low-Density Compact Knapsacks on Reconfigurable Hardware“ durch. Er verwies damit Sven Kälber und Eric Struse auf die Plätze 2 und 3. Herr Pöppelmann hat in seiner Arbeit gezeigt, dass sich gitterbasierte Signaturverfahren effizient in Hardware implementieren lassen. Dies ist wichtig, da in den nächsten Jahren mit Fortschritten in der Quantencomputer-Technologie zu rechnen ist, die die Sicherheit klassische Signaturverfahren (bspw. RSA) gefährden.

Unter den Bachelorarbeiten gewann Adrian Winterstein von der Hochschule Darmstadt / CASED. Seine Arbeit „Detektion von Ohren auf 3D-Profilbildern unter Verwendung der Flächenkrümmungen“ fokussiert auf eine Erkennung der Ohrmuschel, die aufgrund ihrer vielseitigen anatomischen Struktur eine zunehmend wichtigere Rolle in der Forensik und biometrischen Anwendungen spielt. In seiner Arbeit entwickelt Herr Winterstein ein neues Verfahren zur automatischen Detektion von Ohren auf dreidimensionalen Profilbildern, das die für das Ohr spezifischen starken Krümmungen in der Oberfläche der Ohrhelix nutzt und bislang bekannte Verfahren deutlich verbessert. Auf dem zweiten Platz landete Christian Brandt. Dritter wurde Daniel Steinmetzer.

In der Kategorie Weitere Abschlussarbeiten gewann Marion Herold (TU Darmstadt) mit ihrer Arbeit „Datensicherheit für Laptops von Verwaltungsmitarbeitern“. Platz 2 ging an Florian Kaffenberger.

Der CAST Förderpreis 2012 wurde freundlicherweise unterstützt durch Dr. Horst Görtz (www.horst-goertz.de) sowie der secunet Security Networks AG (www.secunet.com).

Auch in 2013 wird der CAST e.V. wieder den CAST/GI Promotionspreis IT-Sicherheit und den Förderpreis IT-Sicherheit ausschreiben. Weitere Informationen finden Sie unter http://www.cast-forum.de.
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