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Pressemitteilung BoxID: 183987 (Bundesministerium für Wirtschaft und Energie)
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Wöhrl zeichnet Gewinner bei THESEUS TALENTE aus

(PresseBox) (Berlin, ) Die Parlamentarische Staatssekretärin beim Bundesminister für Wirtschaft und Technologie, Frau Dagmar G. Wöhrl, ehrt heute im Rahmen eines Festakts in Berlin die Gewinner des THESEUS Talentwettbewerbs, zu dem es über 180 Bewerbungen gab.

Die Gewinner des vom THESEUS Konsortium gemeinsam mit dem Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie initiierten Ideenwettbewerbs "THESEUS TALENTE" wurden heute in Berlin von der Parlamentarischen Staatssekretärin beim Bundesminister für Wirtschaft und Technologie, Dagmar G. Wöhrl, ausgezeichnet. 14 Teilnehmer bekamen Preisgelder von insgesamt rd. 50.000 Euro. Neben den Geldpreisen erhalten die Preisträger auch die Möglichkeit, im Rahmen von Praktika bei Unternehmen und Forschungseinrichtungen des THESEUS-Konsortiums die Umsetzung ihrer Ideen in Angriff zu nehmen und aktiv bei der Entwicklung des Internets der Zukunft mitzuarbeiten.

Der Wettbewerb richtete sich an freie Entwickler, Programmierer, Nachwuchswissenschaftler, Studenten und Schüler, die Ideen und Szenarien für die zukünftige Nutzung des Internets der Dienste entwickeln sollten. Dabei standen rund 30 Themen und Fragestellungen aus dem THESEUS-Forschungsprogramm zur Bearbeitung zur Verfügung.

Die Juroren konnten aus mehr als 180 Bewerbungen wählen. "Die rege Beteiligung und die hohe Qualität der Einreichungen haben gezeigt, dass das THESEUS Forschungsprogramm auch dazu beiträgt, den IT-Nachwuchs für ein wichtiges Zukunftsthema zu begeistern. Das ist auch ein Signal zur Bekämpfung des Fachkräftemangels im IKT-Bereich", sagte die Parlamentarische Staatssekretärin Dagmar Wöhrl in ihrer Eröffnungsrede zum Festakt.

Den ersten Platz errang die angehende Sprachwissenschaftlerin Sonja Kraus aus Grevenbroich, die sich mit ihrem Beitrag "Semantstrategien" einer Herausforderung bei der Weiterentwicklung des Internets angenommen hat. Im so genannten "semantischen" Web lassen sich zukünftig nicht nur Begriffe, sondern auch deren Bedeutungszusammenhänge sichtbar machen. Das erleichtert das Auffinden und die Vernetzung von multimedialen Inhalten wie Texten, Bildern, Audio- und Videodateien. Sonja Kraus' Einreichung beschäftigt sich mit dem sogenannten "Tagging": Es handelt sich dabei um die Anreicherung von Dateien mit zusätzlichen Informationen und Bewertungen durch die Internet-Nutzer, um das Auffinden von Inhalten zu verbessern. Der Siegerbeitrag von Sonja Kraus wurde mit 10.000 Euro ausgezeichnet.

Prof. Dr. Wolfgang Wahlster, Direktor des Deutschen Forschungszentrums für Künstliche Intelligenz (DFKI), unterstrich in seiner Laudatio für die Siegerin die Qualität ihres Beitrags: "Sonja Kraus hat mit ihrer Einreichung einen interessanten Beitrag zur Entwicklung des THESEUS Projekts geliefert. Durch den Einsatz von Tagging und einer einfachen Handhabung durch die Nutzer wird es leichter möglich sein, Internetinhalte nach semantischen Kriterien zu klassifizieren."

Den zweiten Platz erreichte Markus Dolch mit einem Beitrag zur Bewertung von Internetdiensten im geschäftlichen Umfeld durch einen spezialisierten Diensteanbieter. Diese so genannten "Service Level Provider" übernehmen dabei automatisch die Überwachung und Festlegung der Dienstgüte von einzelnen und vernetzten Dienstleistungsangeboten und verbessern damit die Entscheidungsgrundlage für Nutzer bei unterschiedlichen Angeboten. Der 26-jährige studiert an der Universität Karlsruhe Informationswirtschaft.

Den dritten Platz belegte der 24-jährige Jungunternehmer Philip Niehues aus Steinfeld, der mit dem Web-Prototyp "NETICAL" die klassische Internetsuche um semantische Suchmethodiken erweitert. Dabei wird die einfache Wortsuche um die Dimension der Begriffbedeutung erweitert, was verbesserte Suchergebnisse zur Folge hat.

Den vierten Platz erreichte eine Gruppe von Studenten aus München. Koordiniert wurde das Projekt durch den 25-jährigen Informatikstudenten Richard Röttger. Ihr Ansatz beschäftigt sich mit der Frage, wie man bei ingenieurtechnischen Herausforderungen aus einem Datenpool vergleichbare Lösungen und Produkte von industriellen Bauteilen findet. Dabei spielen Bewertung und Klassifizierung der Daten in dem Portal durch die Nutzer eine erhebliche Rolle, um schnell einen Überblick zu passenden und preisgünstigen Ergebnissen zu erhalten.

Das THESEUS-Forschungsprogramm hat das Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie als eines der Leuchtturmprojekte der Bundesregierung im Jahr 2007 gestartet. Zahlreiche Unternehmen, Forschungseinrichtungen und Universitäten betreiben vielfältige Forschungsprojekte zur Entwicklung anwendungsorientierter Basistechnologien und technischer Standards für eine neue internetbasierte Wissensinfrastruktur. Diese Basistechnologien werden von den Industriepartnern im Konsortium in sechs Anwendungsszenarien prototypisch umgesetzt und erprobt. Ziel ist, diese neuen Technologien zeitnah in innovative Werkzeuge und Dienste für neue Märkte sowie Erfolg versprechende Geschäftsmodelle für das World Wide Web umzusetzen. Das Programm hat eine Laufzeit von fünf Jahren und wird vom Bundesministerium für Wirtschaft und Technologie mit ca. 90 Mio. Euro gefördert. Die für Forschung und Entwicklung zur Verfügung stehenden Mittel verteilen sich je zur Hälfte auf Wissenschaft und Wirtschaft. Zusätzliche 90 Mio. Euro werden als Eigenmittel der beteiligten Partner aus Industrie und Forschung aufgebracht.