Innovation Made in Germany

Deutsche Biotech-Forschung liefert zum sechsten Mal in Folge exzellente Ideen für den Innovationspreis der deutschen BioRegionen 2013

(PresseBox) (Stuttgart / Regensburg, ) Die BioRegionen Deutschlands sind die regionalen Initiativen zur Förderung der wirtschaftlichen Nutzung moderner Biotechnologien in Deutschland. Der Arbeitskreis der BioRegionen (kurz AK-BioRegio) ist das zentrale Netzwerk der mittlerweile 30 regionalen Initiativen in Deutschland. Zum sechsten Mal prämiert der AK-BioRegio die drei innovativsten und patentierten Forschungsideen der Lebenswissenschaften mit exzellenten Marktchancen. Ausrichter des diesjährigen Wettbewerbes war die BioPark Regensburg GmbH, Clusterorganisation der BioRegio Regensburg und mit 47 Firmen und 3150 Mitarbeitern die zweitgrößte Biotech-Region in Bayern. Die 10-köpfige Jury wählte in Regensburg drei herausragende Projekte aus den Forschungsbereichen für die Entwicklung neuartiger Medikamente und effizienterer Biokatalysen aus. Die Preisträger werden im Rahmen der Deutschen Biotechnologietage 2013 in Stuttgart von Dr. Georg Schütte, Staatssekretär im Bundesministerium für Bildung und Forschung, persönlich prämiert.

Der erste Preis geht an Prof. Dr. Klaus Brandenburg vom Forschungszentrum Borstel (nordöstlich von Hamburg). Die Arbeitsgruppe am dortigen Leibniz-Zentrum für Medizin und Biowissenschaften arbeitet an der Entwicklung eines hochwirksamen neuartigen Anti-Sepsis Medikamentes. Die bakterielle Blutvergiftung (Sepsis) ist mit 70.000 Todesfällen allein in Deutschland mittlerweile die dritthäufigste Todesursache und gerade im Zeitalter der zunehmenden Antibiotika-Resistenzen ein immer größeres Problem. Das bereits patentierte anti-entzündliche Polypeptid neutralisiert gezielt die Endotoxine der für die Sepsis verantwortlichen Bakterien. Erste Experimente bestätigen seine Wirksamkeit auch gegen multiresistente Keime wie MRSA. Die Jury würdigt mit dem Preis diesen völlig neuartigen Lösungsansatz.

Der zweite Preis geht an die Diplom-Biologen Georg Schendzielorz und Stephan Binder vom Forschungszentrum in Jülich. Am dortigen Institut für Bio- und Geowissenschaften 1: Systemische Mikrobiologie entwickelten die Preisträger ein spezielles, neues Sensorsystem für die schnelle und gezielte Suche hochproduktiver Mikroorganismen. Der Bedarf an solchen Organsimen steigt im Zuge zunehmender bio-basierter Produktionsverfahren. Diese lösen immer mehr chemie- und ölabhängige Verfahren zur Steigerung der Effizienz und Schonung der Umwelt ab. Bisher ist es jedoch sehr aufwendig, Hochleistungsproduzenten aus tausenden von Kulturen zu isolieren. Die von den Preisträgern vorgestellte und patentierte neue Detektionsmöglichkeit wird bereits mit Industriepartnern erprobt und beschleunigt durch Kosten- und Zeitreduktion die wichtige Entwicklung von solchen, auf Mikroorganismen basierenden Produktionsverfahren.

Der dritte Preis geht an Prof. Dr. Arndt Schilling und Dr. Ektoras Hadjipanayi vom Klinikum Rechts der Isar in München. Am dortigen Institut für Experimentelle Plastische Chirurgie arbeiten die Preisträger am Problem offener, schlecht heilender sogenannter chronischer Wunden, die insbesondere bei Diabetes, Tumorerkrankungen oder bei pflegebedürftigen Patienten auftreten. Man schätzt, dass hier allein in Europa 13 Mio. Personen betroffen sind. Bisher konnte den Patienten nur durch aufwendige Transplantations- und Implantationsverfahren geholfen werden. Das zum Patent eingereichte neuartige Verfahren nutzt patienteneigene Blutzellen zur Produktion der fehlenden Wundheilungsbotenstoffe. Die Botenstoffe werden anschließend auf einen zellfreien bioaktiven Verband transferiert und dann auf die Wunde platziert, um die natürliche Wundheilung einzuleiten. Es wurde bereits ein erster Prototyp entwickelt, der über ein Netz von Kooperationspartnern zur ersten Anwendung gebracht werden soll.

Die Arbeiten der drei Preisträger überzeugen in ihrer hohen Innovationskraft. "Wir zeichnen bewusst solche Forschungsprojekte aus, die durch exzellente Grundlagenforschung oder mit innovativen Neuentdeckungen die Forschung in Deutschland maßgeblich weiterbringen" betont Dr. Klaus Eichenberg, Geschäftsführer der BioRegion STERN in Baden-Württemberg und Sprecher des Arbeitskreises der BioRegionen. Die Jury zeigte sich erneut von der größtenteils hohen Qualität der Einreichungen beeindruckt. "Ich finde es immer wieder faszinierend zu sehen, dass hochwertige Forschungsergebnisse aus den Universitäten und Kliniken erfolgreich ihren Weg in die Anwendung finden", kommentiert Dr. Thomas Diefenthal, Geschäftsführer der BioPark Regensburg GmbH und stellvertretender Sprecher des Arbeitskreises. "Als ausrichtende BioRegion sehen wir den Innovationspreis hervorragend platziert in unserer Aufgabe der klassischen Wirtschaftsförderung im BioPark, einem Unternehmen der Stadt Regensburg" Dr. Diefenthal freute sich natürlich auch darüber, dass 12 Einreichungen aus dem Freistaat kamen.

Das Preisgeld von jeweils 2000 Euro wird in diesem Jahr gestiftet von dem High-Tech Gründerfonds, BIOspektrum - das Magazin der Biowissenschaften, der S-Refit AG aus Regensburg und Bayern Kapital. Die Deutsche Messe in Hannover stiftet jeweils die dazugehörige Preis-Skulptur des Künstlers Paul Müller-Brand. Zur Finanzierung des Wettbewerbes haben weitere Sponsoren grosszügig unterstützt: Dehmel & Bettenhausen, Patent- und Rechtsanwälte, V.O. Patents & Tardemarks und die BioPark Regensburg GmbH, von der dieser Wettbewerb ausgerichtet wurde.

Weitere Informationen unter :
Arbeitskreises der deutschen BioRegionen www.ak-bioregio.de
Deutschen Biotechnologietagen www.biotechnologietage-2013.de
BIO Deutschland e.V. www.biodeutschland.org
BioPark Regensburg GmbH www.bioregio-regensburg.de

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