Tag des Handwerks in der Münchner Residenz

Thema Fachkräftemangel nicht auf Akademiker beschränken

München, (PresseBox) - "Ausbildung ist das beste Mittel gegen Fachkräftemangel," bekräftigte Bayerns Wirtschaftsminister Erwin Huber beim Tag des Handwerks am 14. September 2007 in München. Das Handwerk stehe traditionell vorbildlich da, wenn es um die berufliche Ausbildung der Jugendlichen geht. Das Thema Fachkräfte und Fachkräftemangel dürfe nicht auf einige akademische Ausbildungen beschränkt werden, wie es in der aktuellen öffentlichen Diskussion oft der Fall sei, betonte der Präsident des Bayerischen Handwerkstages (BHT) Heinrich Traublinger, MdL.

Der Erfolg der deutschen Wirtschaft hänge auch und nicht zuletzt davon ab, dass es qualifizierte Meister und Gesellen gebe, die Ideen, Erfindungen und Innovationen auch ganz konkret in hochqualitative Produkte und Dienstleistungen umsetzen könnten, erklärte der BHT-Präsident. Traublinger erläuterte auf der Veranstaltung in der Münchner Residenz, die unter dem Motto "Fachkräfte finden - Mitarbeiter binden" stand, dass im Handwerk besonders qualifizierte Leute gebraucht werden, da hier nicht die Maschine dem Menschen den Takt vorgebe, sondern der Arbeitsprozess am Menschen ausgerichtet sei. Die anerkannte Qualitätsarbeit des Handwerks beruhe auf der hohen Qualifikation der Selbständigen und der Mitarbeiter.

Eine aktuelle Umfrage unter bayerischen Handwerksbetrieben zeige ganz deutlich, so Traublinger, dass der Fachkräftemangel im Handwerk zwar noch kein flächendeckendes Problem sei, aber doch immer mehr an Brisanz zunehme. Immerhin 21 Prozent der antwortenden Betriebe meldeten offene Stellen für Fachkräfte. Hochgerechnet auf das gesamte bayerische Handwerk seien das fast 24.000 offene Stellen für qualifizierte Kräfte, also für ausgebildete Gesellen, für Meister und auch für Ingenieure. 12 Prozent der Betriebe erklärten, dass sie in letzter Zeit schon einmal Aufträge wegen fehlender Fachkräfte ablehnen mussten.

Der BHT-Präsident machte deutlich, dass die Handwerksbetriebe in Zukunft noch mehr als bisher auf ältere, erfahrene Arbeitskräfte, Frauen und Hochschulabsolventen zugehen müssten. Vor allem auch Migranten bekämen gute berufliche Chancen geboten. Diese Fachkräfteressourcen gelte es verstärkt zu erschließen. Auf der anderen Seite bräuchten die Arbeitskräfte drei Dinge, um einen erfolgreichen Berufsweg gehen zu können, nämlich eine gute Schulbildung als tragfähige Basis, eine hervorragende berufliche Ausbildung und eine ständig gepflegte Weiterbildung.

Wirtschaftsminister Huber begrüßte, dass der Ausbildungspakt zwischen Wirtschaft und Bundesregierung verlängert wurde. Huber: "Für die Unternehmen heißt das: Ausbilden, ausbilden, ausbilden! Für die Politik heißt das: Schule optimieren, Leistung fördern, in Bildung investieren." Genau das setze der Freistaat mit dem Investitions- und Zukunftsprogramm "Bayern 2020: Kinder. Bildung. Arbeit." um. Neben diesem Zukunftsprogramm unterstütze die Bayerische Staatsregierung die berufliche Ausbildung im Handwerk bereits seit vielen Jahren finanziell, bei der Nachwuchswerbung etwa, durch Zuschüsse für neu geschaffene Ausbildungsplätze im Rahmen von "Fit for work", durch den Bau und Ausstattung der Berufsbildungszentren oder die Mitfinanzierung der überbetrieblichen Unterweisungskurse. Huber: "Wir nehmen Geld in die Hand, um damit die ausbildenden Betriebe zu entlasten und eine hohe Ausbildungsqualität zu sichern. Das Geld ist gut angelegt."

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