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Pressemitteilung BoxID: 371555 (Bayerischer Handwerkstag)
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Bayerisches Handwerk zur OECD-Studie

Traublinger: "Nicht nur auf Akademiker setzen"

(PresseBox) (München, ) Mit Unverständnis reagiert der Präsident des Bayerischen Handwerkstages (BHT), Heinrich Traublinger, MdL a. D., auf den neuesten OECD-Bildungsbericht. "Die Feststellung, ein Hochschulabschluss schütze am besten vor Arbeitslosigkeit, ist grundfalsch. Entscheidend ist vielmehr die Relevanz der Qualifikationen für den Arbeitsmarkt. Ein Elektromeister wird dort sehr viel bessere Chancen haben, als z.B. Geisteswissenschaftler", betont Traublinger. In Zeiten drohenden Fachkräftemangels vor allem auf die universitäre Ausbildung zu setzen, sei zu kurz gedacht, so der BHT-Präsident. Eine berufliche Ausbildung kann schon nach drei Jahren als vollwertige Fachkraft beendet werden. Traublinger: "Deutschland meistert die Folgen der Wirtschaftskrise weitaus souveräner als Länder, die im OECD-Vergleich besser abschneiden. So falsch kann der deutsche Bildungsweg also nicht sein."

Auch die im OECD-Bericht geäußerte Kritik, in den Berufsschulen würde sich zu wenig um Schulabgänger gekümmert, denen Grundfertigkeiten im Lesen, Schreiben und Rechnen fehlen, weist der BHT-Präsident zurück: "Für eine Berufsausbildung sind gewisse Basiskompetenzen erforderlich. Die Grundlagen müssen aber in den allgemeinbildenden Schulen gelegt werden." Ebenso gehe eine "Eingangsprüfung" vor Beginn der Lehre in die falsche Richtung. "Es kann nicht Aufgabe der Berufsschule sein, Wissenslücken zu füllen. Dort stehen berufsspezifische Inhalte auf dem Lehrplan", erklärt Traublinger. Erfreut zeigt sich der BHT-Präsident darüber, dass die OECD die berufliche Bildung als "entscheidenden Faktor für die im internationalen Vergleich geringe Jugendarbeitslosigkeit" wertet. Zudem loben die Experten den wesentlichen Beitrag zur Integration von Jugendlichen in den Arbeitsmarkt und die Verbindung von Lernen in Betrieb und Schule.