Kommunizieren als erste Unternehmenspflicht

ars085_1_bild_cover_th.jpg (PresseBox) ( Ransbach-Baumbach, )
[Wolfgang P. Brandes, Frank Schabel, Uwe Wache. Intellectual Capital und Kommunikation. Durch strategisches Kommunikationsmanagement Performance steigern, Leistungspotenziale ausschöpfen. Betriebswirtschaftlicher Verlag Dr. Th. Gabler, Wiesbaden 2005. 185 Seiten. ISBN 3-409-14277-0. Preis: 36,90 Euro.]

Wissen ist Macht. Diese schon oft bemühte Weisheit könnte auch Pate gestanden haben für "Intellectual Capital und Kommunikation", vertritt doch das Autorentrio Brandes, Schabel und Wache die Meinung, dass sich dasjenige Unternehmen Wettbewerbsvorteile erarbeitet, welches Wissen in Kompetenz verwandelt. Denn - so ihre These - nur wer diesen Transfer schnell und flexibel bewerkstelligen kann, kann als Unternehmer langfristig im globalen Geschehen erfolgreich mithalten.

Grundsätzlich gilt: Führung manifestiert sich über Kommunikation. Da zu diesem Thema offensichtlich in so mancher Vorstandsetage noch immer Aufklärung Not tut, stehen im ersten Teil des Buchs die konzeptionellen Grundlagen im Blickpunkt. Deren Quintessenz bildet der so genannte ‚CEO-Ansatz’ (Cohesion – Effectiveness – Organisation) mit der Verbindung der bisher weitgehend getrennten Disziplinen der Kommunikation und der Betriebswirtschaft zu einem integrierten Ansatz und wertsteigernden Führungsstil. Hierbei rückt vor dem Hintergrund, dass rein buchhalterische Kennzahlen heutzutage nur noch bedingt Aussagekraft in Bezug auf den Marktwert eines Unternehmens haben, das intellektuelle Kapital, die Ressource Wissen inklusive der Ressource Mensch (neudeutsch: Human Resources), mehr und mehr in den Fokus innerhalb strategischer Überlegungen. Nur wer kontinuierlich Kommunikationsbarrieren aufbricht und gleichzeitig das in den einzelnen Köpfen gespeicherte Wissen sammelt und allen zur Verfügung stellt, kann Kommunikation zum zentralen Steuerungsinstrument entlang der Unternehmensziele machen.

Teil 2 des Buchs lässt dann die Macher und Macherinnen persönlich zu Wort kommen: Renommierte Kommunikationsprofis beispielsweise von Microsoft Deutschland, SAP oder Sony Europe sind mit zahlreichen Texten, Interviews und Beispielen aus ihrem Unternehmensalltag zum Thema vertreten. An den Schluss gesetzt ist schließlich die "Standortbestimmung" mit Schlüsselfragen - ohne Anspruch auf Vollständigkeit -, anhand derer sich der Status der Führungskommunikation im eigenen Unternehmen ermitteln lässt.

Mein Fazit: eine durchaus überzeugende Kombination aus Theorie und Praxis, in der sich die Autoren - allesamt ausgewiesene Kenner der Materie - dem Thema von verschiedenen Seiten nähern, dabei ganz grundlegende Begrifflichkeiten klären und Wege zu einer zeitgemäßen Unternehmenskommunikation, nach innen wie nach außen, aufzeigen. Wiewohl es letztendlich natürlich an den Unternehmern selbst liegt, die geforderte interdisziplinäre Zusammenarbeit von Human Resources, Wissensmanagement und Kommunikation aktiv zu forcieren, indem sie beispielsweise ganz konkret die Öffnung bisher in sich abgeschotteter Abteilungen sowie einen durchgängigen "Wissensfluss" vorantreiben.

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Autorin der Rezension: Sabine Sturm, Fachjournalistin, ars publicandi GmbH
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