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Pressemitteilung BoxID: 494332 (AGPU)
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Erste Stellungnahme zum BUND-Bericht über den Einfluss hormoneller Stoffe auf Fettleibigkeit

(PresseBox) (Bonn, ) In einer Pressemitteilung vom 20. März 2012 berichtet der Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland (BUND) über "dickmachende Weichmacher". Die Belastung des Menschen durch synthetisch hergestellte Chemikalien wie Bisphenol A, Weichmacher oder Flammschutzmittel könnte laut der deutschen Kurzfassung der ChemTrust-Literaturstudie "Review of the Science Linking Chemical Exposures to the Human Risk of Obesity and Diabetes" bei der Entstehung von Fettleibigkeit eine Rolle spielen. Die genannten Chemikalien seien in Alltagsprodukten wie beispielsweise Plastikspielzeug und PVC-Böden zu finden und würden über die Atemluft, die Haut oder durch Nahrung in den Körper gelangen.

Wir als Experten aus der PVC-Branche wollen auf Folgendes hinweisen:

1. Es ist festzustellen, dass es sich bei dem Einfluss von hormonell wirksamen Stoffen auf Fettleibigkeit und Diabetes auch laut Aussage der Autoren der ChemTrust-Studie lediglich um eine Vermutung handelt. So heißt es in dem Hintergrundpapier des BUND "Dickmachende Weichmacher": "Der Anstieg der Vorkommens von Fettleibigkeit fällt mit dem Anstieg der Verwendung und Verbreitung von Industriechemikalien zusammen, die eine Rolle bei der Entstehung von Fettleibigkeit spielen könnten. […]".

2. Es ist schade, dass bei der BUND-Pressemitteilung wieder einmal diverse chemische Stoffe mit Weichmachern in einen Topf geworfen werden. Wichtig ist es festzustellen, dass Bisphenol A kein Weichmacher ist.

Heute werden in Europa und Deutschland als Weichmacher in PVC-Produkten fast ausschließlich hochmolekulare Phthalate sowie andere Weichmacher verwendet, die nicht in Verdacht stehen, hormonelle Wirkungen zu haben. Dank jahrelanger Forschung und verbesserter Rezepturen hat die Industrie in Europa Weich-PVC in den vergangenen Jahren grundlegend verändert. Studien und die amtlichen Risikobewertungen durch die dafür bestellten Sachverständigen aus allen EU-Ländern belegen, dass die heute eingesetzten Weichmacher in den bestimmungsgemäßen Anwendungen sicher und ohne Bedenken verwendet werden können.

3. Der Hauptzufuhrpfad für Weichmacher ist beim Menschen die Aufnahme durch Nahrung. Ein erhöhtes Körpergewicht basiert im Allgemeinen darauf, dass die kalorische Nahrungsaufnahme zu hoch ist bei gleichzeitig zu wenig Bewegung. Jemand, der viel Nahrung zu sich nimmt, nimmt damit auch gegenüber dem Durchschnitt eine erhöhte Weichmacher-Menge auf. Es überrascht daher nicht, dass in diesem Fall erhöhte Gehalte von deren Abbauprodukten im Urin nachgewiesen werden.

4. Zu einer ähnlichen Vermutung kommt auch Marike Kolossa-Gehring, Leiterin des Fachgebiets Toxikologie und gesundheitsbezogene Umweltbeobachtung am Umweltbundesamt (UBA) in einem Bericht von STERN ONLINE vom 20. März 2012. Ob Chemikalien wie Weichmacher oder Bisphenol A die Ursache für Übergewicht und Diabetes sind, müsse noch untersucht werden, so die Expertin. Schuld könne auch sein, dass Menschen viel und ungesund essen und daher dicker werden.


Bonn, den 22. März 2012

Werner Preusker
Geschäftsführer AGPU

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