Realismus beim Entgelt – Flexibilität bei der Lebensarbeitszeit

Die Chemiearbeitgeber weisen die am Freitag veröffentlichte Forderung des IG BCE Landesbezirk Nordost zurück

(PresseBox) ( Berlin, )
"Die Forderung nach sechs Prozent mehr Entgelt ist schlichtweg unrealistisch", sagt der Hauptgeschäftsführer des Arbeitgeberverbandes Nordostchemie e.V., Dr. Paul Kriegelsteiner. In diesem Jahr geht die Ostchemie von einer Stagnation aus. Nach einem verhaltenen Start müsste sie pro Quartal um mehr als drei Prozent wachsen, um an das Ergebnis von 2011 heranzureichen. Insbesondere steigende Rohstoff- und Energiekosten und die Unsicherheit durch die Schuldenkrise erschweren dies.

Im vergangenen Jahr erhielten die Beschäftigten mit 4,1 Prozent bundesweit die höchste Tariferhöhung. Und wurden damit fair und gerecht am unternehmerischen Erfolg beteiligt. Die IGBCE konnte darüber hinaus in der lokalen Tarifrunde im November 2011 zusätzliche erhebliche Einkommenssteigerungen verhandeln, die die Unternehmen belasten.

Im laufenden Jahr stehen die Zeichen für die Unternehmen im Nordosten schlechter. Kriegelsteiner ist überzeugt: "Wir freuen uns über den Erfolg einiger unserer Mitgliedsunternehmen, aber müssen zu einem Ergebnis kommen, das nicht nur von den wenigen Klassenbesten, sondern auch von den vielen klein- und mittelständischen Unternehmen getragen werden kann. Die prägen uns nämlich."

Völlig einig mit der IG BCE sind sich die Chemiearbeitgeber bei der Weiterentwicklung der Demografie-Themen. Den erforderlichen Kultur- und Mentalitätswandel zu einer längeren Lebensarbeitszeit für alle gibt es nur, wenn die Sozialpartner an einem Strick ziehen. Es geht darum, die gesetzgeberische Vorgabe von 2007 zur schrittweisen Ausweitung der Lebensarbeitszeit zu gestalten und umsetzbar zu machen. Die Gestaltung der Arbeitsbedingungen ist die grundgesetzliche Aufgabe der Sozialpartner, der Unternehmen und nicht zuletzt der Betriebsräte.

Dabei geht es nicht nur um die Wettbewerbsfähigkeit der Unternehmen. Vielmehr sind Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer mehr denn je darauf angewiesen länger arbeiten zu können, um eine auskömmliche Altersversorgung aufzubauen. Die Sozialpartner werden intelligente und flexible Wege finden müssen, Menschen, ein längeres Arbeitsleben möglich zu machen, wenn sie dies wünschen, ihre Gesundheit dies zulässt und sie sich eine Frühverrentung nicht leisten können.

Die Verhandlungen für die rund 43.000 Beschäftigten werden am 24. April in Berlin stattfinden.
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