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Absatz bricht ein, Rückgaberecht wackelt, E-Rezept erneut gestört

Wie sinkende Arzneiabgaben, Verbraucherschutzklagen und digitale Ausfälle die Apotheken 2025 belasten, während AvP-Gläubiger auf Entschädigung hoffen

(PresseBox) (Karlsruhe, )
Während der Absatz verschreibungspflichtiger Arzneimittel im zweiten Quartal 2025 erstmals rückläufig ist und damit die wirtschaftliche Basis vieler Apotheken erodiert, geraten Versandhändler wie Apotal zusätzlich unter Druck: Die Verbraucherzentrale Brandenburg verklagt die Bad-Apotheke wegen unzulässiger Rückgabeklauseln im Fernabsatz, was eine rechtliche Grundsatzentscheidung erzwingen könnte, während digitale Probleme beim E-Rezept erneut für Frust sorgen, weil Apotheken und Praxen durch Ausfälle beim VPN-Zugangsdienst in der täglichen Versorgung ausgebremst werden, zugleich sorgt die AvP-Insolvenz überraschend für Bewegung, denn betroffene Apotheken erhalten eine neue Chance auf Rückzahlung, was Hoffnung macht, aber die strukturellen Probleme nicht überdeckt – Apotheken geraten immer stärker zwischen Technikversagen, Rechtsunsicherheit und Absatzschwund.

Die wirtschaftliche und regulatorische Belastung im Apothekenmarkt nimmt im Sommer 2025 weiter zu: Nach einem leicht positiven Jahresstart ist der Absatz verschreibungspflichtiger Medikamente im zweiten Quartal erstmals spürbar zurückgegangen. Die neuen Zahlen der Marktbeobachter von Insight Health zeigen, dass sowohl die Zahl abgegebener Rx-Packungen als auch die Kundenfrequenz gesunken sind – mit erheblichen Folgen für die Umsatzentwicklung in den Offizinen. Gleichzeitig geraten Apotheken erneut ins Visier des Verbraucherschutzes: Die Verbraucherzentrale Brandenburg (VZB) hat Klage gegen die Betreiberin der Versandplattform Apotal eingereicht, die Bad-Apotheke in Bad Rothenfelde. Streitpunkt ist die pauschale Rückgabeausschlussklausel für unbenutzte, originalverpackte Arzneimittel. Die VZB sieht darin einen unzulässigen Ausschluss der gesetzlichen Widerrufsrechte im Fernabsatz – ein Verfahren mit Signalwirkung für den gesamten Versandhandel mit Medikamenten.

Parallel zu diesen strukturellen Herausforderungen kam es erneut zu technischen Problemen bei der Bearbeitung von E-Rezepten. Bundesweit meldeten Apotheken und Arztpraxen Störungen in der Telematikinfrastruktur, insbesondere bei der Übermittlung und dem Abruf von Verordnungen. Der Dienstleister Arvato Systems Digital, zuständig für die VPN-Zugangsdienste, bestätigte massive Performanceprobleme im Zusammenspiel mit den TI-Konnektoren – ein inzwischen bekanntes Muster, das die digitale Versorgung zunehmend als instabil erscheinen lässt. Für Apothekenteams bedeutet das akuten Mehraufwand, gestörte Abläufe und zusätzliche Belastung an der Theke.

Ein Hoffnungsschimmer zeigt sich indes in der juristischen Aufarbeitung der AvP-Insolvenz: Nach jahrelanger Unsicherheit und verzögerten Verfahren dürfen betroffene Apotheken nun mit einer weiteren Ausschüttung aus der Insolvenzmasse rechnen. Das Amtsgericht Düsseldorf hat eine neue Auszahlungsrunde freigegeben, bei der vor allem kleinere Beträge unter 100.000 Euro vollständig ausgezahlt werden sollen. Für viele Apotheken bedeutet das zwar keine volle Entschädigung, aber ein wichtiger Beitrag zur Konsolidierung der betrieblichen Liquidität – gerade in einer Zeit, in der das operative Geschäft unter Druck steht.

In der Summe zeigt sich ein Apothekenmarkt in komplexer Schieflage: Auf der einen Seite brechen Einnahmen weg, weil verschriebene Packungen seltener über den HV-Tisch gehen. Auf der anderen Seite nimmt der administrative Druck zu – sei es durch E-Rezept-Ausfälle, rechtliche Unsicherheiten beim Fernabsatz oder verschleppte Entschädigungen aus Insolvenzfällen. Der Rückgang im Quartalsvergleich wirft zudem ein Schlaglicht auf die gesamtwirtschaftlichen Risiken für inhabergeführte Apotheken, die zunehmend zwischen gesetzlichem Anspruch, Kundenverhalten und technologischer Dysfunktion aufgerieben werden. Die Forderung nach politischem Eingreifen wird dabei lauter – nicht nur aus Apothekenkreisen, sondern auch von ärztlichen Verbänden, die vor einer Destabilisierung der ambulanten Grundversorgung warnen.

Quellenangaben:

Die Absatzentwicklung im Apothekenmarkt wurde auf Basis von Quartalszahlen durch das Analyseunternehmen Insight Health dokumentiert. Die Klage gegen die Bad-Apotheke wurde durch eine Pressemitteilung der Verbraucherzentrale Brandenburg (VZB) bekannt gemacht. Die technischen Probleme bei der E-Rezept-Abwicklung wurden durch eine aktuelle Stellungnahme von Arvato Systems Digital gegenüber dem Bundesgesundheitsministerium bestätigt. Die neue Auszahlungsrunde im Insolvenzverfahren der AvP wurde vom Amtsgericht Düsseldorf am 8. Juli 2025 angeordnet und betrifft vorrangig kleinere Forderungen bis zu 100.000 Euro.

Von Engin Günder, Fachjournalist

Recherchiert und ausgearbeitet im redaktionellen Auftrag von ApoRisk®, dem Fachmakler für versicherbare Apothekenrisiken mit Sitz in Karlsruhe. Der journalistische Bericht entstand unabhängig, faktenbasiert und nach den geltenden Standards publizistischer Sorgfaltspflicht.

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