Pionierareal Erlenmatt Ost vom Bundesamt für Energie mit Watt d'Or ausgezeichnet!

Die ADEV versorgt die Bewohnenden des Areals Erlenmatt Ost bereits seit Mitte 2017 mit Wärme aus dem Grundwasser und direkt mit Solarstrom von den Dächern – ohne dass ein Energieversorger dazwischengeschaltet ist (Photo: Vistadoc / Peter Burri) (PresseBox) ( Liestal, )
Im Endausbau wird die ADEV das Areal Erlenmatt Ost mit 100% erneuerbaren Energien versorgen. Dabei werden rund 70% des Stroms und der Wärme lokal produziert. Für das smarte Energiekonzept durften wir am 10. Januar in Bern gemeinsam mit der Stiftung Habitat den Preis Watt d‘Or vom Bundesamt für Energie (BFE) entgegennehmen

Innovative Schweizer Unternehmen und Hochschulen setzten die Energiezukunft bereits heute erfolgreich in die Praxis um. Zu ihren Ehren vergibt das Bundesamt für Energie seit 2007 den Watt d’Or, das Gütesiegel für Energieexzellenz. 44 Bewerbungen wurden für den Watt d'Or 2019 eingereicht und von einem Expertenteam evaluiert. Für die Endrunde nominiert wurden schliesslich 20 Beiträge. Daraus hat die Jury unter dem Vorsitz von Jurypräsidentin Pascale Bruderer die Siegerprojekte in den vier Watt d’Or-Kategorien gekürt. Einen davon für die ADEV Energiegenossenschaft und die Stiftung Habitat für das Projekt Erlenmatt Ost.

Bereits 2015 gestartet
«2015 haben wir die Verträge unterschrieben, 2016 begannen die Bauarbeiten und ab Mitte 2017 lieferten wir den ersten Bewohnerinnen und Bewohnern von Erlenmatt Ost bereits Strom und Wärme, die weitgehend vor Ort produziert und verbraucht werden», fasst Andreas Appenzeller, Vorsitzender der Geschäftsleitung der ADEV, in wenigen Worten das Projekt Erlenmatt Ost zusammen. Dabei handelt es sich um den wohl noch immer grössten Zusammenschluss zum Eigenverbrauch, kurz ZEV, wie er erst seit einem Jahr im Gesetz festgeschrieben wurde.

Strom und Wärme vor Ort produziert
Im Endausbau wird auf den Dächern von Erlenmatt Ost rund 850 kW Solarleistung installiert sein. Wärmepumpen veredeln den Solarstrom sowie die Wärme aus dem Grundwasser. So können im Endausbau zwei Drittel des Strom- und Wärmebedarfs vor Ort produziert werden. Diese Energie wird von der ADEV direkt an die Bewohnenden verkauft, ohne dass ein Energieversorger zwischengeschaltet ist. Das Grundwasser wird anschliessend zur Firma Hoffmann-La Roche weitergeleitet, wo es zur Kühlung der Gebäude und des industriellen Prozesses dient.

Elektromobilität wird einbezogen

Im Endausbau werden rund 650 Personen in rund 250 Wohnungen leben. Neben Strom und Wärme stellt die ADEV den Bewohnenden des Areals auch zwei Elektromietautos zur Verfügung. Wie deren Batterien bidirektional eingesetzt werden können, wird wissenschaftlich untersucht. «Strom, Wärme und Mobilität dezentral produziert und verbraucht, so sieht eine innovative und nachhaltige Energieversorgung schon heute aus. Das Modell, das wir in Erlenmatt Ost entwickelt und umgesetzt haben, ist einerseits wirtschaftlich und andererseits auch auf andere Areale und Quartiere übertragbar!», führt Energieexperte Appenzeller aus. Wie möglichst viel Solarstrom direkt vor Ort verbraucht werden kann, auch das wird vom BFE mit der Unterstützung verschiedener Hochschulen untersucht.

Nicht über 45 Quadratmeter pro Person

Nicht nur energetisch, sondern auch sozial ist Erlenmatt Ost ein Vorzeigeprojekt: In den 13 Gebäuden die von der Stiftung Habitat und von verschiedenen Genossenschaften gebaut werden, gibt es Platz für Familien, Gewerbe, Gastronomie, Studenten sowie für Künstlerinnen und Künstler. Über die Gestaltung der Höfe wird von den Bewohnenden gemeinsam entschieden. In Erlenmatt Ost stehen die Menschen im Zentrum des Interesses. Die Vorgaben zur Quartier-Nachhaltigkeit, die die Stiftung Habitat in den Baurechtsverträgen macht, sind messbar und bilden einen logischen Rahmen, der von den Bewohnenden verstanden und gelebt wird. So darf eine Person nicht mehr als 45 Quadratmeter Energiebezugsfläche – inklusive Treppenhaus, Badezimmer und Gänge – beanspruchen. Entstanden sind dafür tolle Gemeinschaftsräume. Mindestens zehn Prozent der Wohnfläche müssen einem sozialen Zweck dienen.
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