ACE: Keine Panik wegen Wintereinbruch

(PresseBox) ( Stuttgart, )
Der ACE Auto Club Europa sieht trotz der Warnungen vor einem massiven Wintereinbruch keinen Grund, Panikstimmung zu verbreiten. "Die meisten Autofahrer werden ihre Fahrweise verantwortungsbewusst auf die widrigen Gegebenheiten einstellen", sagte ACE-Sprecher Rainer Hillgärtner am Donnerstag in Stuttgart.

Im vergangenen Jahr seien lediglich 8,3 Prozent der Straßenverkehrsunfälle mit Personenschaden auf glatte oder schlüpfrige Fahrbahnen zurückzuführen gewesen. "Bei Winterwetter sind die Leute erfahrungsgemäß viel eher mit gedrosseltem Tempo unterwegs, bei gutem Wetter hingegen wird das Gebot der angepassten Geschwindigkeit häufiger missachtet, was zu mehr und folgenschwereren Unfällen führt".

Unter Berufung auf Angaben des Statistischen Bundesamtes machte der ACE darauf aufmerksam, dass die Zahl der Unfälle wegen Glätte durch Schnee und Eis von 12.359 (2005) auf 5.230 (2007) kontinuierlich zurückgegangen ist. Dagegen sei die Zahl der Unfälle aufgrund von Aquaplaning (Aufschwimmen / Glätte durch Regenwasser) von 8.898 (2005) auf 10.032 (2007) angestiegen.

Der ACE macht für das wachsende Aquaplaning-Problem die vielerorts schlechte Fahrbahnbeschaffenheit verantwortlich. "Bund, Länder und Gemeinden vernachlässigen hier ihre Verkehrssicherungspflicht und lassen Fahrbahnen zu Kraterlandschaften verkommen", kritisierte der ACE.

Größte Vorsicht bei Aquaplaning

Der Club schließt nicht aus, dass nach den von Wetterdiensten für dieses Wochenende angekündigten massiven Schneefällen abrupt Tauwetter und damit Schneeschmelze einsetzt. Drainagen und Kanalabflüsse könnten dann die großen Mengen des Tauwassers oft nicht mehr aufnehmen. Das Wasser sammle sich auf dem Asphalt. Folglich drohten Fahrzeuge aufzuschwimmen. Die Reifen verlören dabei die Bodenhaftung.

Grund: Das Reifenprofil kann ab einer bestimmten Geschwindigkeit den auf der Fahrbahn befindlichen Wasserfilm nicht mehr verdrängen. Ähnliche Effekte gibt es laut ACE bei Schneematsch. Immer dann, wenn der direkte Kontakt zur Fahrbahn verloren gehe, gerate das Auto unkontrolliert ins Schlittern und sei nicht mehr manövrierfähig. Um Aquaplaning zu vermeiden, rät der ACE, folgende Hinweise zu beachten.

- Anzeichen für drohendes Aquaplaning: Die Reifen- bzw. Wasserspuren des auf nasser Fahrbahn vorausfahrenden Fahrzeugs verschwinden bereits nach wenigen Metern.
- Aquaplaning real: Das Lenkrad lässt sich ungewöhnlich leicht drehen und das Auto reagiert nicht mehr auf die Steuerung. Außerdem: Die Motordrehzahl steigt plötzlich an.
- Besonderheiten: Bei Fahrzeugen mit Frontantrieb sind leichte Schläge auf das Lenkrad zu spüren, wenn die Reifen von der Wasserschicht wieder auf die Fahrbahn gleiten.
- Akustik: Wasser spritzt besonders laut gegen den Fahrzeugboden.

Gänzlich falsch ist es, bei Aquaplaning in Panik zu verfallen und hektisch zu bremsen. Besser sei es, bei dem ersten Anzeichen von Aquaplaning den Fuß vom Gas zu nehmen, auszukuppeln und das Lenkrad gerade zu halten. Für Autos mit Automatikgetriebe gilt: Vorsichtig Gas wegnehmen. Um Komplikationen bei Nässe von vorn herein zu vermeiden rät der ACE, das Tempo zu drosseln.

Droht Strafe bei Sommerreifen im Winter?

In der Straßenverkehrsordnung (StVO) ist verankert, dass die Ausrüstung von Kraftfahrzeugen "an die Wetterverhältnisse anzupassen" ist. Laut ACE muss demnach jedes Auto über eine "geeignete Bereifung" verfügen. Wer hiergegen verstößt, hat mit einem Verwarnungsgeld von 20 Euro zu rechnen. Bei einer Behinderung des Straßenverkehrs sind 40 Euro sowie ein Punkt in Flensburg fällig. Diese StVO-Vorschrift ist entgegen anderslautender Behauptungen aber nicht gleichbedeutend mit einer gesetzlichen "Winterreifenpflicht". Die gibt es so nur in Österreich und zwar in der Zeit vom 1. November bis 15. April für PKW, Kombi und LKW mit mehr als 3,5 Tonnen Gewicht.
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