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Kompetenzzentrum Mittelstand 4.0 an der TU Ilmenau unterstützt Thüringische Unternehmen bei der Digitalisierung

Kompetenzzentrum / © Thüringer Aufbaubank/Andreas Beetz
Kompetenzzentrum / © Thüringer Aufbaubank/Andreas Beetz

(pressebox) (Ilmenau, 14.11.2016) Thüringische Unternehmen, die sich fit für die Digitalisierung machen möchten, werden künftig von einem neuen Kompetenzzentrum an der Technischen Universität Ilmenau unterstützt. Speziell kleine und mittlere Unternehmen erhalten vom „Mittelstand 4.0-Kompetenzzentrum Ilmenau“ Hilfe bei der Digitalisierung von Arbeitsprozessen, ihrer Produktion und ihrer Produkte. Das Bundesministerium für Wirtschaft und Energie bewilligte das 4,7-Millionen-Euro-Projekt, das durch die TU Ilmenau im Thüringer Zentrum für Maschinenbau angeführt wird.

Kleine und mittlere Unternehmen sind neuen Industrie 4.0-Technologien gegenüber nach wie vor zurückhaltend, abstrakte Schlagworte wie Cloud Computing und Big Data schrecken sie oft ab. Häufig befürchten sie auch, nicht das nötige Knowhow oder das Geld zu haben, um ihre Firma digital wettbewerbsfähig zu machen. Prof. Jean Pierre Bergmann, der das Kompetenzzentrum an der TU Ilmenau leitet, will den Unternehmen die Berührungsängste vor Industrie 4.0 nehmen: „Es gibt praxisorientierte Technologien, die gerade kleinen und mittleren Unternehmen großen Nutzen bringen und doch nicht viel kosten und für jedermann verständlich sind.“ Alle Angebote des Kompetenzzentrums sind für Unternehmen kostenlos und werden künftig auf einer zentralen Webseite dargestellt.

Das Mittelstand 4.0-Kompetenzzentrum Ilmenau möchte Industrie 4.0 und die Digitalisierung in der Produktion für kleine und mittlere Unternehmen anschaulich und greifbar machen. Die Mitarbeiter des Zentrums, Wissenschaftler und auch Praktiker, werden Unternehmen in Informationsveranstaltungen und Werkstattgesprächen helfen, ihren Betrieb im Zeitalter der Digitalisierung mit Industrie 4.0-Technologien praxisorientiert neu aufzustellen. Kleine und mittlere Unternehmen sollen miteinander vernetzt werden. Dazu werden vorbildliche digitale Produktionslösungen, die sich in einem Unternehmen bewährt haben, in Fabriken oder in eigens errichteten Modellfabriken in der Region, sogenannten Fabs, als Best-Practice-Beispiele umgesetzt. Die fünf Fabs, Kernstücke des Kompetenzzentrums, informieren Unternehmen zu unterschiedlichen Themen verschiedener Branchen und stellen Lösungsansätze und deren Erprobung vor.

Jede der Fabs wird von einem der fünf Partner des Mittelstand 4.0-Kompetenzzentrums Ilmenau geführt. An dem Kompetenzzentrum sind neben der TU Ilmenau, die es wissenschaftlich anführt, vier Technologieexperten beteiligt: das Institut für Mikroelektronik- und Mechatronik-Systeme in Ilmenau, die Gesellschaft für Fertigungstechnik und Entwicklung in Schmalkalden, die Ernst-Abbe-Hochschule in Jena und die Firma Förderverein für Anwendung und Bildung auf dem Gebiet Industrie 4.0 in Sondershausen. Entsprechend der wirtschaftlichen Ausrichtung der Unternehmen in der Region fokussiert sich das Kompetenzzentrum auf die technologieorientierten Wachstumsfelder Automobil, Life Sciences, Energie und Energiespeicherung, Maschinenbau, Kunststoffe und Keramik, Mikro- und Nanotechnik, Mess-, Steuerungs- und Regelungstechnik und Optik/Optoelektronik. 

Das Mittelstand 4.0-Kompetenzzentrum Ilmenau will ein großes regionales Netzwerk nicht nur mit den Technologiepartnern, sondern auch mit lokalen und regionalen Einrichtungen, Initiativen und Verbänden wie den Industrie- und Handelskammern und den Handwerkskammern aufbauen. Prof. Bergmann ist sich sicher, dass so eine schlagkräftige Kombination aus technologischer Expertise und Erfahrung im Transfer entstehen wird: „Die Digitalisierung verbessert die Vernetzung der vielen kleinen und mittleren Unternehmen, die es in Thüringen gibt, untereinander und auch zwischen ihnen und Transferexperten. Das wird die Wettbewerbsfähigkeit der Betriebe auf dem Markt nachhaltig steigern und ihnen neue Chancen für mehr Wachstum und Beschäftigung eröffnen.“

Das Mittelstand 4.0-Kompetenzzentrum Ilmenau ist Teil der Förderinitiative „Mittelstand 4.0 – Digitale Produktions- und Arbeitsprozesse“ (www.mittelstand-digital.de). In der Förderinitiative werden bundesweit Mittelstand 4.0-Kompetenzzentren, ein Kompetenzzentrum „Digitales Handwerk“ und vier Mittelstand 4.0-Agenturen im Rahmen des Förderschwerpunkts „Mittelstand-Digital – Strategien zur digitalen Transformation der Unternehmensprozesse“ vom Bundesministerium für Wirtschaft und Energie gefördert. Der Förderschwerpunkt unterstützt Unternehmen beim intelligenten Einsatz von modernen Informations- und Kommunikationstechnologien und stärkt damit ihre Wettbewerbsfähigkeit.

Bei der Vorstellung Ilmenaus als Standort des Kompetenzzentrums sagte Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel: „Um die Voraussetzungen für Deutschlands Führungsposition in einer neuen technologischen Ära zu schaffen, muss auch unser Mittelstand fit für die Digitalisierung gemacht werden. Denn unsere Wirtschaft soll auch die Produkte von morgen so erfolgreich herstellen, wie sie dies heute tut.“

Ansprechpartner:

Herr Marco Frezzella
Technische Universität Ilmenau
Telefon: +49 (3677) 69-5003
Zuständigkeitsbereich: Pressesprecher

Herr Prof. Jean Pierre Bergmann
Telefon: +49 (3677) 69-2981
Zuständigkeitsbereich: Koordinator „Mittelstand 4.0“-Kompetenzzentrum Ilmenau

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