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(pressebox) (Würzburg, 24.08.2009) Das SKZ erhält den Zuschlag für ein Projekt aus dem europäischen "Leonardo-da-Vinci"-Programm für lebenslanges Lernen. Dabei geht es um die Entwicklung eines einheitlichen Ausbildungsstandards für die Qualifikation zum "Europäischen Spezialisten für die Herstellung von Rotorblättern aus Faserverbundkunststoffen". Bei Windkraftanlagen sind die Rotorblätter und meist auch die Gondeln, in der sich alle Generatoren befinden, aus Hochleistungsfaserverbundkunststoffen. Nur Kunststoffe können die hohen dynamischen Kräfte und Verformungen auf lange Zeit aushalten. 2007 wurden 56 Gigawatt (7,3 % der gesamten installierten Stromerzeugungskapazität) in der EU durch Windkraft erzeugt. Bis 2020 sollen es 180 GW (ca.18 %) sein. Der Umweltaspekt dieses Ausbaues ist erheblich. So entspricht die emissionsfreie Energiegewinnung von 180 GW etwa der Wegnahme von 165 Millionen Autos oder 44 % der geplanten CO2-Reduzierung (Ziel 20 % bis 2020). Das Projekt startet am 1. Oktober und läuft über zwei Jahre. Zehn Partner aus Belgien, Portugal, Schweden, Tschechien und Deutschland beteiligen sich an dieser Entwicklungsarbeit. Die Federführung und Projektsteuerung hat das SKZ.
Die Hintergründe für eine solche Initiative und deren positive Beurteilung hinsichtlich der Förderfähigkeit durch die EU-Kommission sind einfach. Die Entwicklung und Errichtung von Windenergieanlagen ist einer der innovativsten und dynamischsten Wachstumsmärkte in Deutschland und Europa. Da ein rasantes Wachstum innerhalb einer Technologie in unmittelbarem Zusammenhang mit einer hohen Nachfrage nach Fachkräften steht, sind Engpässe vorprogrammiert.
Während 2007 in der Windenergie-Branche 154.000 Beschäftigte tätig waren, wird sich deren Zahl bis 2020 auf 330.000 fast verdoppeln. Die dadurch erzeugte hohe Nachfrage nach qualifizierten Fachkräften kann der Arbeitsmarkt nicht befriedigen und die heutigen Beschäftigten sind ebenfalls oft nur unzureichend ausgebildet. Die Folgen sind hohe Fehlerquoten schon bei der Fertigung der Anlagen und auch nicht fachgerecht ausgeführte Reparaturen: beides verursacht nicht akzeptable Ausfallraten und Stillstandszeiten.
Exakt hier setzt dieses "Leonardo"-Projekt, mit dem ein europaweites Qualifikationssystem entwickelt wird, an und gleicht eben genau dieses Bildungsdefizit aus. Das SKZ hat an seinen Standorten Halle (Saale) und Würzburg hohe Kompetenz im Bereich der Aus- und Weiterbildung sowie Forschung und Entwicklung auf dem Gebiet der Faserverbundkunststoffe und insbesondere beim Bau von Windkraftanlagen. So wurden in den vergangenen Jahren bereits mehrere hundert Fachkräfte im In- und Ausland geschult. Woran es bisher fehlt ist der europaweit harmonisierte Ansatz, der das Ergebnis des Projektes sein wird.
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