Pfeil zurück zur Übersicht

Kostendruck mit System gelöst

Rittal: Systempartner bei Großprojekt von BEC Steuerungsbau
Eine von zahlreichen Schaltschrank-Kombinationen bzw. Modulen der insgesamt 200 Meter langen Steuerungs- und Schaltanlage. Foto: Rittal GmbH & Co. KG
Eine von zahlreichen Schaltschrank-Kombinationen bzw. Modulen der insgesamt 200 Meter langen Steuerungs- und Schaltanlage. Foto: Rittal GmbH & Co. KG

(pressebox) (Herborn, 14.06.2016) Steuerungs- und Schaltanlagenbauer stehen unter hohem Kostendruck. Um in dieser Branche in Deutschland komplexe Großprojekte für den internationalen Markt zu realisieren, sind Zulieferer gefragt, die als Systemanbieter die Wertschöpfung über den gesamten Produktentstehungsprozess partnerschaftlich begleiten – von der Planung bis zum Aufbau. Wie dies gelingt, zeigt die BEC Steuerungsbau GmbH & Co. KG aus Nieheim, die mit Unterstützung von Rittal eine Steuerungs- und Schaltanlage für das Großprojekt „Yanbu“ in Saudi-Arabien erfolgreich realisierte.

“Die Dimension der Steuerungs- und Schaltanlage, die wir im Auftrag von Interpane E&B, ein Unternehmen von Europas führendem Flachglasveredler AGC Interpane, gebaut haben, ist nicht alltäglich”, sagt Mark Löffelbein, Geschäftsführer BEC Steuerungsbau. Die insgesamt 200 m lange Anlage mit über fünf Megawatt installierter Leistung verfügt über 80 Schaltschränke und Industrie-PCs mit insgesamt 2.000 digitalen Ein- und 1.000 Ausgängen sowie über 200 Analogbaugruppen. Endkunde ist die Obeikan Glass Company in Saudi-Arabien, die die Steuerungs- und Schalttechnik für eine Glasbeschichtungsanlage in Yanbu einsetzt. Damit sollen zukünftig in einem Hightech-Verfahren in großen Stil Glasflächen mit Metall für die Wärmeisolierung und den UV-Schutz beschichtet werden.

Zusätzlich zum reinen Schaltschrankbau und der Montage vor Ort, die aktuell in Saudi-Arabien stattfindet, hat BEC das komplette Engineering übernommen. „Dabei stand bereits bei der Planung eine komplette Modularisierung und Standardisierung der Einbautechnik im Vordergrund, um dem Betreiber bei wechselnden Produktionsanforderungen ein leichtes Umrüsten der dezentral aufgebauten Steuerungs- und Schaltschränke in den Sputterkammern der Glasbeschichtungsanlagen zu ermöglichen. Die Vereinheitlichung des Schaltschrankausbaus sollte die Artikelzahl und damit auch die Menge der Ersatzteile reduzieren. Vor Projektbeginn stand fest, dass die neue Steuerungs- und Schaltanlage im Vergleich zu vorhergehenden, vergleichbaren Projekten deutlich kostengünstiger sein musste.

„Bei diesem enorm anspruchsvollen Projekt haben wir von Anfang an auf die bewährte Partnerschaft mit Rittal gesetzt – von den ersten gemeinsamen Überlegungen bei der Planung bis zur Fertigstellung“, sagt Mark Löffelbein. Und ergänzt: „Nur mit den Lösungen von Rittal konnten wir die technischen Anforderungen erfüllen und dem Kostendruck standhalten.“ Dabei profitiert BEC von dem umfangreichen Systemprogramm rund um die gesamte Schaltschranktechnik. Für das Projekt lieferte Rittal Kompaktgehäuse (Serie AE), anreihbare Großschränke (TS 8), Stromverteilungstechnik (Maxi-PLS und RiLine60), Kühlgeräte (Serie TopTherm) und Luft/Wasser-Wärmetauscher sowie umfangreiches Zubehör wie LED-Schaltschrankleuchten und Montagekomponenten.

„Rittal erleichterte als der Ansprechpartner in der Systemtechnik, der unsere technischen Anforderungen im Detail kannte, die technische und kaufmännische Abwicklung deutlich“, betont der BEC Geschäftsführer.

Die insgesamt sechs Module für die Sputterkammern bestehen aus einer Schaltschrank-Kombination mit einer 2.000 A Einspeisung über Maxi-PLS Sammelschienen mit rückseitig aufgebauten NH-Lasttrennschaltern. Im Steuerungsschrank mit Automatisierungstechnik (SPS) und Frequenzumrichtern kommen sowohl RiLine60 Sammelschienensysteme als auch TopTherm Kühlgeräte – angebaut an der Fronttür – zur Abführung der Verlustleistung zum Einsatz. Ein zusätzlicher Serverschrank mit 19“-Einbautechnik sorgt für den Schutz von Gleichspannungsnetzgeräten für die unterschiedlichen Spannungsanforderungen bei den Kathoden der Shutter-Kammern. Dabei können bis zu vier Netzgeräte mit jeweils einem Gewicht von 80 kg eingebaut werden.

Eine besondere Herausforderung bestand in dem ausreichenden Schutz der Steuerungstechnik für die Kathoden. Da die einzelnen Glasplatten mit Feinstaub versehen werden, um während der Produktion ein Verkleben zu vermeiden, war eine hohe Schutzart notwendig. Um dies auch mit einer sicheren Klimatisierungslösung zu kombinieren, entschied man sich für Rittal AE Gehäuse mit Luft/Wasser-Wärmetauschern, die ein Eindringen von Feinstaub verhindern.

„Um das Engineering möglichst effizient zu gestalten, setzte BEC beim Elektro-Engineering der Anlage auf die Engineering-Software Eplan P8 unserer Schwestergesellschaft Eplan und für die Auslegung der Stromverteilungstechnik auf das Planungstool Rittal Power Engineering,“ sagt Klaus Zimmermann, Leiter Vertriebsinnen-dienst Technik – Power Distribution bei Rittal.  

Datei-Anlagen:
Pfeil zurück zur Übersicht