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Fakten für Entscheider: Erster Regionaler Arbeitsmarktmonitor

(pressebox) (Mannheim, 25.01.2010) In der Metropolregion Rhein-Neckar (MRN) ist lediglich jeder fünfte sozialversicherungspflichtig Beschäftigte (21%) in den von der Wirtschaftkrise stark betroffenen Branchen tätig. Bundesweit ist es jeder vierte (26%). Über 40% der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten der Region arbeiten in Wirtschaftszweigen mit keinem oder nur geringem Risiko. Das sind die ersten Ergebnisse des "Regionalen Arbeitsmarktmonitors" (RAMon) für die MRN, der heute in Mannheim im Rahmen einer außerordentlichen Steuerkreissitzung des Netzwerks "Vitaler Arbeitsmarkt" vorgestellt wurde.

RAMon sorgt für Transparenz

"Es besteht nach wie vor große Unklarheit über die Folgen der weltweiten Wirtschaftkrise für den regionalen Arbeitsmarkt. Wir brauchen deshalb dringend verlässliche, auf die Region zugeschnittene Daten", so Dr. Dorothee Karl, Leiterin des Arbeitsbereichs "Vitaler Arbeitsmarkt" bei der MRN GmbH. Als neue Datenquelle steht den regionalen Netzwerkpartnern ab März 2010 die Online-Version des "Regionalen Arbeitsmarktmonitors" zur Verfügung, der von der Bundesagentur für Arbeit in Kooperation mit dem Münchener Ifo-Institut entwickelt wurde.

Das System sammelt erstmals vorhandene arbeitsmarktrelevante Daten aus verschiedenen Quellen und führt diese strukturiert in einem zentralen Auswertungsinstrument zusammen. Neben Zahlen zum regionalen Arbeitsmarkt (z. B. Beschäftigungsentwicklung) fließen in die Bewertung der regionalen Arbeitsmarktsituation weitere wichtige Informationen ein: zum Beispiel zur wirtschaftlichen Situation (z. B. Umsatzentwicklung der ansässigen Unternehmen), zur demografischen Entwicklung (z. B. Altersstruktur), zur sozialen Lage (z. B. Arbeitslosengeld II-Empfänger) und zur Bildung (z. B. Anteil der Höherqualifizierten an den Beschäftigten). Berücksichtigung finden neben den Daten der Arbeitsagenturen auch Statistiken von Landes- und Bundesbehörden sowie Studien, Umfragen und Prognosen von Arbeitsmarktpartnern, wie z. B. Forschungsinstituten, Kammern, Gewerkschaften oder Kommunen. Überregionale Auswertungen werden im System mit regionalen Informationen und Einschätzungen verknüpft. Dies ermöglicht eine branchengenaue Analyse von Beschäftigungsrisiko, Arbeitsmarktverfassung und Entwicklungspotenzialen. "Mit RAMon werden Probleme, Chancen und Risiken des regionalen Arbeitsmarktes sichtbar. So lassen sich passgenauere Lösungen für die aktuellen und künftigen Herausforderungen des Arbeitsmarktes entwickeln und Fördermittel effizienter einsetzen", sagt Karl.

Besonders wichtig ist der Bundesagentur für Arbeit dabei die Zusammenarbeit mit den lokalen und regionalen Netzwerkpartnern, die im Gegenzug kostenlos auf das passwortgeschützte System zugreifen können. "Wir wollen mit unseren Partnern die Wirkungszusammenhänge erarbeiten und eine gemeinsame Sicht zum Handlungsbedarf erleichtern", so Raimund Becker, Mitglied des Vorstands der Bundesagentur für Arbeit. Denn die Herausforderungen des regionalen Arbeitsmarktes lassen sich nur gemeinsam lösen. "Wir müssen die regionalen Kräfte noch stärker bündeln. Unser gemeinsames Ziel ist eine Strategie für den regionalen Arbeitsmarkt, die vollständige Bildungs-Biografien abbildet und den Aspekt des lebenslangen Lernens in den Mittelpunkt rückt", erläutert Dr. Felix Gress, Geschäftsführer der MRN GmbH.

Otto-Werner Schade verabschiedet

Im Anschluss an die Vorstellung des "Regionalen Arbeitsmarktmonitors" wurde Otto-Werner Schade, langjähriger Vorsitzender der Geschäftsführung der Regionaldirektion Rheinland-Pfalz der Bundesagentur für Arbeit, in den Ruhestand verabschiedet. "Sie haben in Ihrer gesamten beruflichen Laufbahn über regionale Grenzen hinaus gedacht und agiert. Ohne Ihren engagierten Einsatz wäre beispielsweise unser deutschlandweit beachtetes Modellprojekt 'Kooperatives Übergangsmanagement Schule-Beruf' nicht zustande gekommen", so Gress. Im Rahmen von KÜM werden seit Anfang 2008 rund 2.200 Jugendliche an 15 regionalen Hauptschulen auf das Berufsleben vorbereitet. Kernelement des Projekts ist die kontinuierliche Betreuung und zielgerichtete Unterstützung der Schüler durch hauptamtliche Lotsen sowie Lehrer und Berufsberater ab Klasse 7. Mit Hilfe unterschiedlicher Tests und Beratungsgespräche werden Talente, Kompetenzen und Eignungen der Schüler zum Vorschein gebracht und langfristig individuell gefördert. Zum Start des Ausbildungsjahres 2009 konnte bereits jeder fünfte KÜM-Schüler aus dem 1. Abgangsjahrgang direkt nach dem Abschluss eine Lehre beginnen.

Schade übernahm im September 2003 die Leitung der heutigen Regionaldirektion Rheinland-Pfalz/Saarland der Bundesagentur für Arbeit (damals Landesarbeitsamt). Ab Februar 2010 steht seine Nachfolgerin Heidrun Schulz an der Spitze der Regionaldirektion, die 14 Agenturen für Arbeit in den Bundesländern Rheinland-Pfalz und Saarland steuert. Schulz führte bisher die Geschäfte der Regionaldirektion Niedersachsen/Bremen.

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