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(pressebox) (Jena, 30.05.2006) Aus der Forschungsstadt Adlershof wird immer mehr ein Produktionsstandort für Zukunftsindustrien. Gestern wurde im Beisein des Regierenden Bürgermeisters Klaus Wowereit eine 14 Millionen Euro teure Halbleiterfabrik des Jenoptik-Konzerns eröffnet, in der Bauteile für die leistungsstärksten Industrie-Laser hergestellt werden. Die Produktion des Adlershofer Tochterunternehmens Jenoptik Diode Lab GmbH beginnt zunächst mit 18 Beschäftigten, soll aber schon im kommenden Jahr auf 40 bis 50 Mitarbeiter anwachsen.
Der Vorstandsvorsitzende der Jenoptik AG, Jena, Alexander von Witzleben, unterstrich in der Eröffnungsveranstaltung die Bedeutung der Synergie von Wissenschaft und Wirtschaft, sowohl für seinen Konzern wie für den Technologiestandort Adlershof. Ursprünglich sei es seine Absicht gewesen, die Produktion der 2002 aus dem Adlershofer Ferdinand-Braun-Institut für Höchstfrequenztechnik (FBH) ausgegründeten Jenoptik-Tochter in die Thüringer Zentrale zu ziehen, bekannte der Konzernchef. Seine Mitarbeiter hätten ihn aber davon überzeugt, dass die Firma am besten gedeihe, wenn sie möglichst dichten Kontakt zur Forschung halte. Das FBH, aus dem schon mehrere Startups hervorgingen, ist führend in der Erforschung von III-V-Halbleitern (wie Gallium-Arsenid) für Kommunikationstechnik und Laserindustrie.
Klaus Wowereit würdigte die Jenoptik-Ansiedlung, die sich - auch mit Blick auf den Großflughafen 2011 - an einem zukunftsträchtigen Standort niedergelassen habe. "Das Konzept von Adlershof, die Verbindung von Wissenschaft und Unternehmen, geht auf", sagte Wowereit. Gerade der Bereich der Optischen Technologien gewinne immer mehr an Bedeutung. Hier sei Berlin gut aufgestellt, müsse aber auch dafür sorgen, dass die Versorgung mit Fachkräften nicht ins Stocken gerate.
Der Geschäftsführer der Jenoptik Diode Lab GmbH, Jürgen Sebastian, bezeichnete die in Adlershof hergestellten Hochleistungs-Laserdioden als "die größeren Geschwister der Laser in unseren CD-Playern". Kommen diese auf eine Leistung von 0,2 Watt, arbeiten die Jenoptik-Dioden zwischen 40 und 120 Watt. "In diesem Bereich haben wir weltweit nur einen Wettbewerber", berichtete Sebastian. Der Leistungsrekord von 500 Watt sei zudem bisher nur in Adlershof erreicht worden.
In der Adlershofer Jenoptik-Fabrik mit einer Gesamtfläche von 2000 Quadratmetern (davon 750 qm Produktionsfläche) werden Gallium-Arsenid-Waferscheiben in Reinräumen zu Hochleistungs-Laserbarren strukturiert. Diese schmalen Barren sind das Grundmaterial für Diodenlaser, die das Mutterunternehmen Jenoptik in Jena zu Hochleistungs-Lasern weiter verarbeitet. Neben Jenoptik wird die Adlershofer Diode Lab GmbH nach komplettem Einbau aller Maschinen ab November auch für andere Unternehmen produzieren. Hochleistungs-Laserndioden sind die effizientesten künstlichen Lichtquellen, die es derzeit gibt. Eingesetzt werden sie in Industrielasern zum Schneiden und Schweißen von Metallen, in der Medizin (Haarentfernung) oder in der Materialbearbeitung. Die nach einer Konzernumstrukturierung verkleinerte Jenoptik AG hat 2800 Mitarbeiter und einen Jahresumsatz von rund 450 Mio Euro.
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