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(pressebox) (Karlsruhe, 14.10.2008) Die Handwerksbetriebe in den vier Landkreisen Calw, Karlsruhe, Rastatt und dem Enzkreis sowie den drei Städten Baden-Baden, Karlsruhe und Pforzheim können auf ein gutes III. Wirtschaftsquartal 2008 zu-rückblicken. Dies ist das Ergebnis der vierteljährlich durchgeführten Konjunkturumfrage der Handwerkskammer Karlsruhe. Die weltweite Finanzkrise hat im vergangenen Quartal bislang keine größeren Auswirkungen auf das Handwerk im Kammerbezirk gezeigt - die ersten Signale einer Abschwächung deuten sich jedoch an. Insgesamt berichteten die Unternehmen im Durchschnitt immer noch von guten Geschäften und einer zufriedenstellenden Betriebsauslastung im III. Quartal 2008 (Geschäftslage gut: 41,5%, teils-teils: 40,8%, schlecht: 17,7%).
Hinter dieser aggregierten Bewertung verbergen sich allerdings deutliche Unterschiede zwischen den einzelnen Handwerksbranchen. Während die Betriebe im Bauhauptgewerbe (Maurer und Betonbauer, Zimmerer, Dachdecker usw.) und im Ausbauhandwerk (Maler und Lackierer, Klempner, Elektrotechniker, Installateur- und Heizungsbauer usw.) für das Berichtsquartal relativ gute Zahlen melden, stellt sich die Lage für die Unternehmen im Kfz-Gewerbe zunehmend kritisch dar (Geschäftslage gut: 12,5%, teils-teils: 37,5%, Geschäftlage schlecht: 50%).
Auch das Gesundheitshandwerk (Augenoptiker, Zahntechniker, Orthopädieschuhmacher usw.) befindet sich in einem harten Wettbewerb. Der private Konsum liefert auf Grund der hohen Sparneigung der Verbraucher keine Wachstumsimpulse. Die Betriebe in diesem Sektor erwarten, ebenso wie die Unternehmen, die personenbezogene Dienst-leistungen erbringen (Friseure, Uhrmacher, Kosmetiker, Schneider usw.) insbesondere von dem saisonbedingten Weihnachtsgeschäft im IV. Quartal höhere Umsätze.
Noch immer gut ausgelastet sind die Betriebe, die im Anlagen- und Maschinenbau und als Zulieferer im Kammerbezirk tätig sind. Der mit der Finanzkrise zu erwartende Nachfragerückgang nach Industrieprodukten und Fahrzeugen wird hier möglicherweise nicht ohne Folgen bleiben.
Die Beschäftigungslage im Handwerk war im letzten Quartal stabil. Die Anzahl der Betriebe, die im III. Quartal 2008 die Zahl der Mitarbeiter erhöht haben, ist fast doppelt so hoch wie die Anzahl der Betriebe, die Arbeitsplätze abgebaut haben. Ein weiterer Beschäftigungszuwachs ist für das nächste Quartal allerdings nicht zu erwarten.
Mit Sorge betrachtet die Handwerkskammer Karlsruhe die sich abzeichnenden weiteren Entwicklungen, insbesondere auch die Erhöhung der Lohnnebenkosten. Ein Beitragssatz von 15,5% bei der gesetzlichen Krankenversicherung führt gerade im Handwerk zu einer Verteuerung des Faktors Arbeit.
Die an der Vergangenheit orientierten anstehenden Lohnforderungen bei den anstehenden Tarifverhandlungen lassen befürchten, dass viele Betriebe die Kostenmehrbelastungen auf der Umsatzseite nicht mehr kompensieren können.
Das Handwerk begrüßt vor diesem Hintergrund, die Inlandsnachfrage zu stärken. Laut den Ergebnissen des Koalitionsausschusses soll künftig privaten Haushalten als Auftrag- und als Arbeitgeber bei Ausgabevon maximal 20.000 Euro im Jahr ein 20%iger Bonus gewährt werden. Das Handwerk erwartet, dass unter die Rubrik "Haushaltsnahe Dienstleistungen" auch alle Instandhaltungs- und Modernisierungsarbeiten von Handwerksbetrieben fallen. Dies wäre eine direkte Maßnahme zur Förderung der Inlandsnachfrage und zur Bekämpfung der Schwarzarbeit.
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