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Experten diskutierten mit der Aucotec AG: Standardisierte Konstruktion für individuelle Produkte

Varianten Forum 2009
Varianten Forum 2009

(pressebox) (Hannover, 16.12.2009) Am 18. November 2009 trafen sich auf Einladung der Aucotec AG in Frankfurt Engineering-Experten aus unterschiedlichen Branchen, um über die Optimierung ihrer Konstruktions- und Entwicklungsaufwände zu diskutieren. Dies war das erste einer ganzen Reihe von Experten-Foren, zu denen Aucotec zukünftig in regelmäßigem Abstand einlädt. Im Mittelpunkt des ersten Forums stand die Wiederverwendbarkeit einmal erstellter Planungs- und Fertigungsunterlagen. Sie könnte ein Meilenstein in der weiteren Automatisierung und Rationalisierung von Engineering-Prozessen sein. Voraussetzung für dieses modulare Arbeiten ist eine weit gehende Standardisierung. Es gibt jedoch unterschiedlichste Hürden, die Standards erschweren, z. B. individuelle Kundenwünsche - sie kollidieren oft mit dem gleichzeitigen Wunsch nach günstigen Preisen.

Eine Frage der Definition

Wie lässt sich das lösen? Widersprechen sich Standards und individuelle Produkte? Wieviel Einzellösung kann ein Unternehmen sich leisten? Diese Fragen wurden heiß diskutiert. Als Key-Speaker stellte Reto Lerchner, Leiter des Elektro-Anlagenengineerings bei der Schweizer Ferag AG, seine Erfahrungen und eigene Lösungswege vor. Ebenfalls aus der Schweiz kam der Redner Karsten Tischer vom weltweit agierenden Verfahrenstechnik-Experten Bühler. Beide arbeiten mit Aucotec-Software.

Ein Teilnehmer formulierte es so: "Wer Dokumentationen wiederholt verwenden will, muss sich mit Varianten beschäftigen. Und die optimale Standardisierung kommt nicht ohne Reduktion der Varianten-Einheiten aus." Das war eine wichtige Erkenntnis des Erfahrungs-Austauschs. Bei Vorlagen-Bibliotheken, die allein 400 Varianten für Antriebe beinhalten, ist der Pflegeaufwand unverhältnismäßig hoch. Standardisierte Einheiten müssen also kleiner gefasst und mit der Wahlmöglichkeit zusätzlicher Optionen ausgestattet werden. So wird die Zahl der Varianten deutlich verringert und damit die Übersicht und Auswahl enorm erleichtert. Auch der Umfang der Optionen sollte mit Bedacht definiert werden, um die Vielfalt in Grenzen zu halten.

So viel wie nötig, so wenig wie möglich

Ob sich die Standardisierung nach den Prozessen, oder die Prozesse nach der Standardisierung ausrichten sollten, wurde auf dem Aucotec-Forum ebenfalls heftig diskutiert, eine eindeutige Antwort gab es nicht. Einige Unternehmen haben, um den Fertigungs-Aufwand zu verringern, bestimmte Optionen immer im fertigen Produkt verbaut, sie sind aber nur auf Wunsch nutzbar; oder aber sie flossen einfach in die Grundausstattung eines Produktes ein. Fragen zu Aufwand und Nutzen bei der Varianten-Definition sollten immer gestellt werden: Wie steht es mit der Notwendigkeit, Auswirkung auf die Datenpflege, Erhöhung der Komplexität oder der Kompatibilität mit anderen Stellen der Vorlage?

Wie die Zusammenstellung einer Maschine schließlich geschieht, ist sehr unterschiedlich. So gibt es sogenannte 150%-Vorlagen (Maximalplan), in der alle definierten Möglichkeiten enthalten sind und aus der Überflüssiges für das aktuelle Projekt einfach gestrichen wird. Anders arbeitet die Baukastenmethode, wobei der Konstrukteur aus seiner Bibliothek die Posten auswählt, die in das Produkt einfließen sollen. Die Generierung des Plans und die Zuordnung zur realen Maschine übernimmt dann die CAE-Software quasi auf Knopfdruck.

Voraussetzungen für die Konstruktions-Software

Eine Planungs-Software muss bestimmte Voraussetzungen erfüllen, damit Standardisierung und modulares Arbeiten umsetzbar sind. Zum einen ist eine Datenbankbasierung hilfreich, um umfangreiche Bibliotheken ohne Schnittstellen und Datenbrüche schnell nutzen zu können. Zum anderen ist eine verbreitete Programmiersprache wichtig, da das Einbringen neuer Varianten oder Optionen in die Vorlagen meist auch Anpassungen in den Kopier-Routinen nach sich ziehen und entsprechende Kenntnisse erfordern.

Hier stieß das objektorientierte und datenbankbasierte Engineering Base (EB), die jüngste Software-Generation von Aucotec, bei den Forums-Teilnehmern auf großes Interesse. Das Planungs-Tool arbeitet mit dem Microsofts SQL-Server als Datenbank und mit VBA als sehr weit verbreiteter Programmiersprache. EBs Varianten-Handling kennt sowohl die additive Baukastenmethode als auch die subtraktive 150%-Methode zur Produkt-Konfiguration. Eine Reihe der Zuhörer erkundigte sich noch vor Ort nach Umstiegsmöglichkeiten und zeiträumen, um die neuesten Entwicklungen für mehr Standardisierung und optimale Ressourcen-Ausschöpfung nutzen zu können.

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