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ASSA ABLOY Sicherheitstechnik GmbH / Die Geschichte des Schließzylinders

Das Patent des IKON-Profilzylinders feiert sein 80-jähriges Jubiläum.Mit der Erfindung des Profilzylinders hat IKON,Traditionsmarke der ASSA ABLOY Sicherheitstechnik GmbH,bis heute in zahlreichen Ländern der Welt einen hohen Standard gesetzt
Das Patent des IKON-Profilzylinders feiert sein 80-jähriges Jubiläum.Mit der Erfindung des Profilzylinders hat IKON,Traditionsmarke der ASSA ABLOY Sicherheitstechnik GmbH,bis heute in zahlreichen Ländern der Welt einen hohen Standard gesetzt

(pressebox) (Berlin/Albstadt, 13.10.2008) Der Profil-Schließzylinder der ASSA ABLOY Traditionsmarke IKON feiert am 25. Oktober 2008 seinen 80. Geburtstag. Anlass, einen Blick auf die Geschichte des Schließzylinders zu werfen.

Der Mensch wird seit Jahrtausenden durch die Eigenschaften geprägt, Besitz anzustreben und zu schützen. Daraus resultierte die Erfindung von Schloss und Schlüssel.

Als das älteste Schloss der Welt gilt das rund 4.000 Jahre alte ägyptische Fallriegel-Schloss, das vollständig aus Holz gefertigt ist. Der Riegel des Schlosses wurde von Zuhaltungen in Form von Holzklötzchen blockiert. Der Schlüssel musste seitlich in das Schloss eingeführt, angehoben und wieder herausgezogen werden. Durch das Anheben gaben die Klötzchen den Riegel frei, der mit herausgezogen wurde. "Dieses so genannte Prinzip des Fallriegels gilt als Vorläufer der heutigen Stiftzuhaltungen im Schließzylinder", erklärt Dr. Ulrich Morgenroth, der Leiter des Deutschen Schloss- und Beschlägemuseums in Velbert.

Während des Mittelalters kamen ausschließlich Schnappschlösser zum Einsatz. Hier wurde ein abgeschrägter Riegel zunächst mit einem Drehschlüssel entsperrt und schnellte dann durch Federdruck automatisch in seine Verschlusslage zurück. Das Besondere des gotischen Schlosses und seines Schlüssels war die formale und technische Einheit, die in den nachfolgenden Jahrhunderten zum Vorbild wurde.

In das erste Viertel des 18. Jahrhunderts fiel die deutsche Erfindung des so genannten "Tourschlosses". Dieses Schloss, bei dem der Drehschlüssel im Gegensatz zur Schlossfalle eine volle Umdrehung ausführen musste, enthielt die erste Zuhaltung, die so angebracht war, dass ein Drehschlüssel diese zuerst entsichern musste, bevor der Riegel verschoben werden konnte. "Diese Schlosskonstruktion verbesserte die Sperrsicherheit erheblich", so Morgenroth.

Als führend in der Perfektionierung von Schlössern kristallisierten sich im letzten Drittel des 18. Jahrhunderts die Engländer heraus. Auf der Insel wurde bereits Anfang des Jahrhunderts ein streng gehandhabtes Patentschutzgesetz geschaffen, so dass die Schlosskonstrukteure namentlich bekannt waren. So geht das erste Mehrzuhalteschloss beispielsweise auf den Engländer Joseph Barron zurück; er ließ sein Schloss mit zwei Zuhaltungen, das auf dem Tourschloss aufbaut, 1778 patentieren. Nur sechs Jahre später erfand sein Landsmann Joseph Bramah ein Sicherheitschloss, das so genannte "Bramah-Schloss".

Der englische Ingenieur Jeremia Chubbs entwickelte 1818 das Grundprinzip des Zuhaltungsschlosses von Barron weiter, ließ es ebenfalls patentieren und erzielte damit weltweit größte Erfolge: Seine Schlösser waren die ersten kommerziell produzierten, die Sicherheit gegen Manipulation gewährleisteten. Erst 67 Jahre nach ihrer Erfindung wurden sie von dem Amerikaner Alfred Charles Hobbs geknackt. "Wie viele Konstrukteure des selbstbewussten 19. Jahrhunderts war Chubb von seiner Erfindung so überzeugt, dass er einen hohen Geldpreis für denjenigen aussetzte, der es schaffte, sein Schloss ohne den dazugehörigen Schlüssel zu öffnen - das Schloss war vorher von Experten der englischen Regierung getestet worden", erzählt Dr. Ulrich Morgenroth. "Als sich ein verurteilter Einbrecher der Herausforderung stellte, hatte man so viel Vertrauen in Chubbs Erfindung, dass man ihm - sollte er erfolgreich sein - seine Haftstrafe erlassen wollte. Der ehemalige Schlosser mühte sich über eine Woche ab, ohne jedes Ergebnis. Die Zeitungen jubelten - das Schloss war unüberwindbar."

Umso erstaunter war die Öffentlichkeit als der junge Hobbs am 22. Juli 1851 bei der Weltausstellung in London das im Cristal Palace ausgestellte Schloss in wenigen Minuten öffnete, ohne es zu beschädigen. Er bediente sich dabei einer Methode, die später nach ihm benannt wurde und heute noch weltweit von Schlüsseldiensten angewendet wird: das Hobbs'sche Öffnungsverfahren - auch bekannt als "Lockpicking". Mit einem von ihm eigens entwickelten Instrument gelang es ihm, die Zuhaltungen abzutasten und in die richtige Öffnungsposition zu bringen. "Später war Hobbs maßgeblich an der Verbesserung der Zuhaltungsschlösser beteiligt, um sie gegen seine eigene Methode zu schützen", weiß Morgenroth.

Ab diesem Zeitpunkt galt es, eine verbesserte Schlossform zu entwickeln: Und so war es das Yale-Stiftzylinderprinzip, das weltweit zu einem Begriff wurde. Linus Yale Junior griff das alte Fallriegelprinzip wieder auf und erschuf zwischen 1860 und 1865 unter Weiterentwicklung der von seinem Vater erstmalig verwendeten Stiftzuhaltungen den Sicherheitsschließzylinder mit hintereinander angeordneten Sperrstiftpaaren, der eine völlig neue Epoche auf dem Gebiet der Sicherheitszylinder einleitete. Yale meldete den Schließzylinder zum Patent an. Eine Besonderheit war zunächst der kleine flache Schlüssel. Er wog nur ein Zehntel der bis dahin verwendeten Schlüssel und wies nur ein Drittel ihrer Größe auf. Die Idee, diesen Schlüssel zu realisieren, beruhte auf der Trennung des Schließmechanismus' vom Riegelmechanismus'. Die eigentliche Erfindung bestand aus dem "Yale-Zylinder", der die Zuhaltungen enthält, dem Zylinderkern mit seinem Schlüsselkanal und den "Yale-Stiftzuhaltungen".

Heute ist Yale einer der bekanntesten Namen auf dem Gebiet der Schließtechnik und eine der ältesten internationalen Marken der Welt. "Yale ist eine ASSA ABLOY Group Brand", erklärt Mathias Leichtle, Head of Communication ASSA ABLOY Central Europe. "Der Erfindergeist von Yale ist bis heute bei uns zu spüren!" So verwundert es auch nicht, dass die ASSA ABLOY Sicherheitstechnik GmbH am 25. Oktober allen Grund zur Freude hat: Der IKON-Profilzylinder feiert seinen 80. Geburtstag. Mit dieser Erfindung hat das Sicherheitsunternehmen in zahlreichen Ländern der Welt einen hohen Standard gesetzt und die Entwicklung der Schließtechnik nachhaltig geprägt.

Über ASSA ABLOY Sicherheitstechnik GmbH: Die ASSA ABLOY Sicherheitstechnik GmbH ist weltweit der kompetente Partner für mechanische und elektromechanische Sicherheitslösungen für Schutz, Sicherheit und Komfort im Gebäude. Das Unternehmen entwickelt, produziert und vertreibt unter den traditionsreichen Marken IKON und effeff qualitativ hochwertige Produkte und vielseitige Systeme für den privaten, gewerblichen und öffentlichen Bereich.

IKON, hervorgegangen aus der 1926 gegründeten ZEISS IKON AG, ist in Deutschland die erfolgreichste Marke von ASSA ABLOY für Schließ- und Sicherheitstechnik. Produkte und Lösungen der Marke IKON nehmen eine Spitzenposition ein und sind state-of-the-art. Sie sorgen für aktiven Einbruchschutz und schützen Menschen und Werte.

effeff, 1936 als Werkstatt für Feinmechanik und Elektrotechnik gegründet, ist die weltweit führende Marke für elektromechanische Ver- und Entriegelung. Die Produkte sorgen heute in über 75 Ländern der Welt für Sicherheit und Komfort.

ASSA ABLOY ist der weltweit führende Hersteller und Lieferant von Schließlösungen und Sicherheitssystemen, die den hohen Ansprüchen der Kunden an Sicherheit, Schutz und Benutzerfreundlichkeit gerecht werden. Mit über 32.000 Mitarbeitern erwirtschaftet die Gruppe einen Jahresumsatz von über 3,5 Milliarden Euro.

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