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Pressemitteilung BoxID: 781654 (ZF Friedrichshafen AG)
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Doppelt lenkt sicherer: ZF präsentiert Prototyp mit kombinierter Vorderachs- und Hinterachslenkung

(PresseBox) (Friedrichshafen, )
Zusammenspiel der elektrischen Servolenkung Dual Pinion EPS (Electrically Powered Steering) von ZF TRW und der aktiven Hinterachskinematik AKC (Active Kinematics Control) von ZF verbessert Fahrdynamik sowie Stabilität und erhöht Komfort

Vernetzung heute gängiger Systeme bringt Mehrwert

Potenzial auch für automatisierte Fahrfunktionen


Wie aus der Kombination der unterschiedlichen Kompetenzfelder der zwei ehemals eigenständigen Unternehmen ZF und TRW Lösungen mit hohem Kundennutzen entstehen, zeigt die ZF Friedrichshafen AG aktuell mit einem neuen Testträger: Der Prototyp vereint die elektrische Servolenkung Dual Pinion EPS (Electrically Powered Steering) von ZF TRW an der Vorderachse mit der aktiven Hinterachskinematik AKC (Active Kinematics Control) von ZF. Der daraus resultierende Sicherheitsgewinn ist enorm: Der Pkw bleibt selbst auf glattem Terrain bei Spurwechselmanövern und Überholvorgängen perfekt in der Spur.

„Mit dem Testfahrzeug wollen wir zeigen, wie allein durch die Kombination des nun erweiterten Produktportfolios von ZF Produkte mit hohem Kundenmehrwert entstehen“, erklärt Dr. Stefan Sommer, Vorstandsvorsitzender von ZF. „Fahrkomfort und vor allem Fahrsicherheit lassen sich deutlich erhöhen, wenn heute gängige Systeme perfekt aufeinander abgestimmt sind.“

AKC von ZF: immer in der Spur
In dem Testfahrzeug kommt an der Hinterachse die aktive Hinterachskinematik AKC von ZF zum Einsatz, die über eine gemeinsame Steuerungselektronik mit der effizienten elektrischen Servolenkung Dual Pinion EPS von ZF TRW vernetzt ist. Um die Wirkungsweise von AKC im Zusammenspiel mit der Vorderachslenkung in unterschiedlichen Fahrsituationen zu verdeutlichen, lässt sich die aktive Hinterachskinematik im Prototyp aktiv hinzuschalten. Bei niedrigen Geschwindigkeiten bewegt AKC dann die Hinterräder in Gegenrichtung zum Lenkeinschlag der Vorderräder: Der Wendekreis des Fahrzeugs verkleinert sich zugunsten des Fahrkomforts. Geht es zügiger voran, lenken die Hinter- und Vorderräder in dieselbe Richtung, was die Stabilität des Fahrzeugs verbessert. Durch einen Lenkeinschlag aller Räder in dieselbe Richtung reduziert sich die Drehung des Fahrzeugs um die Hochachse, sodass ein sicheres Fahren möglich ist.

AKC in modulares Hinterachssystem integriert
Um die Hinterachskinematik AKC in das Versuchsfahrzeug zu integrieren, wurde die ursprüngliche Hinterachse durch ein neu entwickeltes modulares Hinterachskonzept ersetzt. Bei der Basisachse handelt es sich um eine modulare Weiterentwicklung einer Schräglenkerhinterachse. Dabei wurde der hintere der beiden radseitigen Kinematikpunkte des unteren Querlenkers durch einen Integrallenker ersetzt und ein Spurlenker ergänzt. Dieser definiert den Spurverlauf über dem Radhub und erlaubt eine präzise Einstellung der Vorspur. Alternativ zu einem bei Schräglenkerachsen üblichen Federbein ermöglicht der weit außen liegende Integrallenker die Verwendung von getrennten Federn und Dämpfern. Die Hinterachse kann nicht nur mit AKC, sondern auch mit einem elektrischen oder konventionellen Antriebsmodul kombiniert werden.

Steer by Wire: Lenkung in Richtung automatisiertes Fahren
Die Vernetzung der beiden Lenkungen lässt sich auch für zukünftige teil- oder vollautomatisierte Fahrzeuge nutzen. Dies demonstriert der ZF-Prototyp anhand eines zusätzlichen Bedienelements in der Mittelkonsole des Fahrzeugcockpits. Damit lassen sich die Lenksysteme an Vorder- und Hinterachse rein elektronisch steuern. Eine solche Steer-by-Wire-Funktion, im Prototyp noch im Demo-Modus realisiert, lässt sich zukünftig für teil- und vollautomatisierte Lenkmanöver, beispielsweise Überhol- und Spurwechselvorgänge, nutzen. Die Kopplung der beiden Lenksysteme in diesem Demo-Fahrzeug zeigt, wie viel Sicherheit auch auf glattem Untergrund erreicht werden kann, um ein Ausbrechen des Fahrzeugs bei Spurwechseln und Überholvorgängen zu verhindern.

„Mit dem Prototyp machen wir nur einen Teil des Potenzials der ZF-Kompetenz für Pkw deutlich“, sagt Sommer. „Steigern lässt sich das Plus an Sicherheit und Komfort, wenn ZF künftig Lenkung, Bremse, aktive Fahrwerksysteme sowie Kamera- und Radarsysteme zu automatisierten Assistenzsystemen zusammenfasst.“