Konjunkturelle Stimmung in der IKT-Branche macht eine Kehrtwende

Informationswirtschaft

(PresseBox) ( Mannheim, )
Von der eingetrübten konjunkturellen Stimmung im dritten Quartal 2011 hat sich die Informationswirtschaft im vierten Quartal wieder etwas erholt. Der ZEW-Stimmungsindikator Informationswirtschaft steigt um fünf Punkte auf einen Wert von 61,6. Verantwortlich für die Aufhellung der konjunkturellen Stimmung im vierten Quartal 2011 ist hauptsächlich die IKT-Branche, die sich nach einem massiven Abwärtstrend im Vorquartal wieder deutlich erholt hat. Dies ist das Ergebnis der Konjunkturumfrage, die das Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) Mannheim in Zusammenarbeit mit Creditreform, Neuss, im Dezember 2011 im Wirtschaftszweig Informationswirtschaft durchgeführt hat (Einzelheiten zur Umfrage und den Branchen des Wirtschaftszweigs am Ende der Pressemitteilung; Grafiken in der beigefügten PDF-Datei).

Im vierten Quartal 2011 legt der Teilindikator der aktuellen Geschäftslage in der Informationswirtschaft um 15,4 Punkte zu und erreicht einen Wert von 67,9 Punkten. Die Geschäftslage stellt sich somit besser dar als von den Unternehmen im dritten Quartal 2011 erwartet. Gleichzeitig geht der Teilindikator der Geschäftserwartungen für das erste Quartal 2012 um 5,2 Punkte auf 55,8 Punkte zurück. Mit einem Wert von über 50 lässt der Teilindikator der Erwartungen nach wie vor eine leicht expansive konjunkturelle Entwicklung in den kommenden Monaten erwarten. Der anhaltende Abwärtstrend zeigt allerdings, dass das Lager der Pessimisten weiter Zulauf erhält.

Die Einschätzung der konjunkturellen Situation verbessert sich in der aktuellen Umfrage für die IKT-Branche nach dem massiven Abwärtstrend im Vorquartal am deutlichsten. Der Stimmungsindikator für die Branche steigt um 15,2 Punkte auf 65,5 Punkte. Der Teilindikator der Geschäftslage nimmt um 28,3 Punkte auf 71,6 Punkte zu. Vor allem in der Teilbranche der IKT-Dienstleister verzeichnen im vierten Quartal 2011 knapp 54 Prozent der Unternehmen per Saldo eine Umsatzsteigerung und 42 Prozent eine Nachfragesteigerung. In der Hardwarebranche sind die Salden ebenfalls positiv. Sie fallen mit 16 Prozent beim Umsatz beziehungsweise 14 Prozent bei der Nachfrage allerdings geringer aus als bei den IKT-Dienstleistern.

Der Stimmungsindikator für die Medienbranche nimmt geringfügig um 2,4 auf 54,7 Punkte zu. Hinter dieser leichten Verbesserung verbergen sich allerdings zwei gegenläufige Effekte: Zum einen steigt der Teilindikator für die aktuelle Geschäftslage um 20,4 Punkte auf 69,8. Zum anderen sinkt der Teilindikator der Geschäftserwartungen um 12,5 Punkte auf 42,9. Er liegt somit erstmals im Jahr 2011 unterhalb der 50-Punkte-Marke. Die Medienbranche verspricht sich von den kommenden Monaten also nicht allzu viel.

Im Gegensatz zu IKT- und Medienbranche setzt der konjunkturelle Stimmungsindikator für die wissensintensiven Dienstleister seinen Abwärtstrend fort. Der Indikator liegt jedoch mit 60,5 Punkten immer noch deutlich oberhalb der 50-Punkte-Marke. Während sich die Geschäftslage im vierten Quartal 2011 im Vergleich zum Vorquartal leicht verbessert, geht der Teilindikator der Geschäftserwartungen für das erste Quartal 2012 um 9,1 Punkte zurück.

Der Stimmungsindikator Informationswirtschaft:

Der Stimmungsindikator Informationswirtschaft wird aus den vier Komponenten Umsatzlage, Nachfragelage, Umsatzerwartungen und Nachfrageerwartungen (jeweils im Vergleich zum vorhergehenden beziehungsweise nachfolgenden Quartal) gebildet. Sie gehen jeweils mit gleichen Gewichten in die Berechnung ein. Umsatzlage und Nachfragelage bilden einen Teilindikator, der die Geschäftslage widerspiegelt. Umsatzerwartungen und Nachfrageerwartungen bilden einen Teilindikator, der die Geschäftserwartungen widerspiegelt. Das geometrische Mittel der Geschäftslage und der Geschäftserwartungen ergibt den Wert des Stimmungsindikators Informationswirtschaft. Der Stimmungsindikator kann Werte von 0 bis 100 annehmen. Werte größer als 50 weisen auf eine Verbesserung der konjunkturellen Stimmung im Vergleich zum Vorquartal hin, Werte kleiner als 50 auf eine Verschlechterung im Vergleich zum Vorquartal.

Die Konjunkturumfrage von ZEW/Creditreform:

Das Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung befragt gemeinsam mit Creditreform vierteljährlich rund 8.000 Unternehmen mit mindestens 5 Beschäftigten aus den Branchen (1) IKT-Hardware, (2) IKT-Dienstleister, (3) Medien, (4) Rechts- und Steuerberatung, Wirtschaftsprüfung, (5) Public-Relations- und Unternehmensberatung, (6) Architektur- und Ingenieurbüros, technische, physikalische und chemische Untersuchung, (7) Forschung und Entwicklung, (8) Werbung und Marktforschung, (9) sonstige freiberufliche, wissenschaftliche und technische Tätigkeiten. Alle neun Branchen zusammen bilden den Wirtschaftszweig Informationswirtschaft. IKT-Hardware und IKT-Dienstleister bilden zusammen die IKT-Branche. Die sechs zuletzt genannten Branchen umfassen die wissensintensiven Dienstleister. Ein Überblick über die ZEW/Creditreform Konjunkturumfrage ist im Internet unter www.zew.de/konjunktur abrufbar.

Anmerkung zur Hochrechnung:

Um die Repräsentativität der Analysen zu gewährleisten, rechnet das ZEW die Antworten der Umfrageteilnehmer mit dem Umsatzgewicht der Unternehmen am gesamten Wirtschaftszweig Informationswirtschaft hoch. Die Formulierung "Anteil der Unternehmen" reflektiert somit den "Umsatzanteil der Unternehmen".
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