PresseBox
Pressemitteilung BoxID: 237862 (Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung GmbH (ZEW))
  • Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung GmbH (ZEW)
  • L 7
  • 68161 Mannheim
  • http://www.zew.de
  • Ansprechpartner
  • Gunter Grittmann
  • +49 (621) 1235-132

Wirtschaftskrise beendet abrupt den Anstieg der Energiepreise in Deutschland

ZEW Energiemarktbarometer

(PresseBox) (Mannheim, ) Die aktuelle Rezession und die damit einhergehende rückläufige Industrieproduktion beenden vorläufig den Anstieg der Energiepreise in Deutschland. Die Preise für Elektrizität, Rohöl und Kohle werden im nächsten halben Jahr stagnieren. Beim Erdgas wird der Preis bis zur Jahresmitte sogar sinken. Auf Sicht von fünf Jahren ist allerdings wieder mit anziehenden Preisen für Strom, Öl, Kohle und Gas zu rechnen. Dies sind Ergebnisse des aktuellen ZEW Energiemarktbarometers, das Ende 2008 rund 200 Energieexperten aus Wissenschaft und Praxis zu Entwicklungen an den Energiemärkten befragt hat.

Für das nächste halbe Jahr prognostiziert weniger als ein Viertel der Befragten steigende Strompreise in Deutschland. Gut 54 Prozent rechnen dagegen mit konstant bleibenden Preisen für Elektrizität. Rund 23 Prozent der Umfrageteilnehmer gehen sogar von sinkenden Strompreisen in Deutschland aus. Noch nie seit der ersten Erhebung des ZEW Energiemarktbarometers im Jahr 2003 haben so viele Experten einen Rückgang des Strompreises für die nächsten sechs Monate erwartet.

Starke Auswirkungen hat die Wirtschaftskrise nach Ansicht der Experten auch auf die Preise für Rohöl. Zwar steigt nach Einschätzung von etwa 21 Prozent der Umfrageteilnehmer der Rohölpreis in den kommenden sechs Monaten wieder an. Mit rund 61 Prozent der Befragten rechnet aber eine klare Mehrheit mit gleich bleibenden Preisen. Etwa 18 Prozent sehen die Rohölpreise zur Jahresmitte sogar unter dem Niveau vom Dezember 2008.

Rund 57 Prozent der Experten erwarten im nächsten halben Jahr stagnierende Kohlepreise. Weitere rund 31 Prozent der Umfrageteilnehmer rechnen sogar mit sinkenden Kohlepreisen. Nur etwa 12 Prozent gehen von kurzfristig steigenden Kohlepreisen aus.

In der Einschätzung der Erdgaspreise spiegelt sich offenbar die verzögerte Wirkung der Bindung an den Ölpreis wider. Die Rohölpreise fielen in der zweiten Jahreshälfte 2008 von über 140 US-Dollar pro Barrel auf unter 40 US-Dollar pro Barrel. Vor diesem Hintergrund erwarten 52 Prozent der befragten Experten sinkende Gaspreise in Deutschland auf Sicht von sechs Monaten. Immerhin gehen rund 33 Prozent von einem im Vergleich zum Dezember 2008 unveränderten Preisniveau aus. Eine Minderheit von 15 Prozent der Befragten rechnet mit steigenden Erdgaspreisen.

Auf Sicht von fünf Jahren prognostiziert die überwiegende Mehrheit der befragten Experten allerdings steigende Energiepreise. Rund 89 Prozent der Umfrageteilnehmer erwarten mittelfristig steigende Rohöl und auch steigende Erdgaspreise. Knapp 88 Prozent prognostizieren steigende Strompreise und mehr als drei Viertel der Teilnehmer des ZEW Energiemarktbarometers gehen auch von steigenden Kohlepreisen aus. Mit stabilen Preisen für Strom und Öl rechnen jeweils nur zehn Prozent der Experten. Beim Erdgas gehen hiervon elf Prozent der Um- frageteilnehmer aus. Immerhin 21 Prozent der Experten prognostizieren ein unverändertes Preisniveau in den nächsten fünf Jahren für Kohle. Nur eine verschwindende Minderheit vermutet mittelfristig sinkende Preise für Elektrizität, Öl, Gas und Kohle.