Stimmungshoch bei den wissensintensiven Dienstleistern

Informationswirtschaft in Deutschland

Mannheim, (PresseBox) - Im ersten Quartal 2017 herrscht bei den Unternehmen der Informationswirtschaft mehrheitlich eine gute konjunkturelle Stimmung. Darauf deutet der ZEW Stimmungsindikator mit einem Stand von 66,8 Punkten hin. Damit wird die wirtschaftliche Lage ähnlich positiv eingeschätzt wie im vierten Quartal 2016. Die Stimmung bei den wissensintensiven Dienstleistern erreicht derzeit sogar ein Langzeithoch. Zu diesem Ergebnis kommt eine Umfrage bei Unternehmen der Informationswirtschaft, die das ZEW im März 2017 durchgeführt hat (weitere Informationen zum Stimmungsindikator und zur Umfrage am Ende der Pressemitteilung).

Mit einem Rückgang um 0,3 Punkte verzeichnet der Stimmungsindikator im Vergleich zum Vorquartal nur eine minimale Einbuße. Der Grund für diesen leichten Rückgang ist die eingetrübte Einschätzung der Geschäftslage. Nachdem der Teilindikator für die Geschäftslage im Vorquartal stark gestiegen war, verliert er im ersten Quartal 2017 3,1 Punkte und erreicht aktuell einen Stand von 67,2 Punkten. Das deutliche Übersteigen der kritischen 50-Punkte-Marke signalisiert, dass die Mehrheit der Unternehmen ihren Umsatz und die Nachfrage nach eigenen Produkten oder Dienstleistungen steigern konnte. Zudem blicken die Unternehmen der Informationswirtschaft mehrheitlich optimistisch in die Zukunft und erwarten, dass sie bei Umsatz und Nachfrage auch im zweiten Quartal 2017 weiter zulegen werden. Der entsprechende Teilindikator für die Geschäftserwartungen erreicht einen Stand von 66,5 Punkten.

Der Wirtschaftszweig Informationswirtschaft setzt sich aus den Teilbranchen Informations- und Kommunikationstechnologien (IKT), Mediendienstleister und wissensintensive Dienstleister zusammen. Ausgehend von einem bereits recht hohen Niveau des Stimmungsindikators, hat sich die Stimmung bei den Unternehmen in der IKT-Branche leicht eingetrübt. So verliert der Stimmungsindikator im Vergleich zum Vorquartal sechs Punkte und liegt nun bei einem Wert von 71,5 Punkten. Sowohl der Teilindikator für die Geschäftslage als auch der Teilindikator für die Geschäftserwartungen haben sich im Vergleich zum Vorquartal negativ entwickelt. Der Teilindikator für die Geschäftslage verliert 3,7 Punkte, erreicht aber weiterhin einen hohen Stand von 76,9 Punkten, was eine positive Wirtschaftslage signalisiert. Der Blick in die Zukunft fällt bei den IKT-Unternehmen weniger optimistisch aus als noch im Vorquartal. Der Teilindikator für die Geschäftserwartungen geht um 8,1 Punkte zurück und erreicht einen Stand von 66,5 Punkten.

Die positive Stimmung bei den Mediendienstleistern hält weiter an. Zum dritten Mal in Folge übersteigt der Stimmungsindikator für diese Teilbranche die kritische 50-Punkte-Marke, wenn auch nur knapp. Nach einem leichten Anstieg um 1,4 Punkte erreicht der Stimmungsindikator einen Stand von 54,1 Punkten. Dieser Anstieg resultiert aus einer entgegengesetzten Entwicklung der beiden Teilindikatoren. Der Teilindikator für die Geschäftslage verliert im Vergleich zum Vorquartal 11,1 Punkte und fällt auf einen Stand von 52,4 Punkten. Der Teilindikator für die Geschäftserwartungen steigt hingegen um stattliche zwölf Punkte und erreicht einen Stand von 55,8 Punkten. Fast ein Viertel der Mediendienstleister geht davon aus, im zweiten Quartal 2017 steigende Umsätze zu erzielen.

Ausgehend von einer ohnehin bereits guten konjunkturellen Lage hat sich die wirtschaftliche Stimmung bei den wissensintensiven Dienstleistern auf ein Langzeithoch verbessert. Der Stimmungsindikator steigt im Vergleich zum Vorquartal um 3,9 Punkte auf einen aktuellen Stand von 65,7 Punkten. Der Teilindikator für die Geschäftslage fällt zwar um einen Punkt auf 62,8 Punkte, dieser leichte Rückgang wird aber von der positiven Entwicklung der Geschäftserwartungen mehr als kompensiert. Der entsprechende Teilindikator für die Geschäftserwartungen steigt um 8,9 Punkte auf einen derzeitigen Stand von 68,7 Punkten.

Die ZEW Konjunkturumfrage Informationswirtschaft findet sich zum Download unter: http://ftp.zew.de/pub/zew-docs/brepikt/201701BrepIKT.pdf

Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung GmbH (ZEW)

Der ZEW Stimmungsindikator Informationswirtschaft wird aus aus den vier Komponenten Umsatzlage, Nachfragelage, Umsatzerwartungen und Nachfrageerwartungen (jeweils im Vergleich zum vorhergehenden beziehungsweise nachfolgenden Quartal) gebildet. Sie gehen jeweils mit gleichen Gewichten in die Berechnung ein. Umsatzlage und Nachfragelage bilden einen Teilindikator, der die Geschäftslage widerspiegelt. Umsatzerwartungen und Nachfrageerwartungen bilden einen Teilindikator, der die Geschäftserwartungen widerspiegelt. Das geometrische Mittel der Geschäftslage und der Geschäftserwartungen ergibt den Wert des ZEW Stimmungsindikators Informationswirtschaft. Der Stimmungsindikator kann Werte von 0 bis 100 annehmen. Werte größer als 50 weisen auf eine Verbesserung der konjunkturellen Stimmung im Vergleich zum Vorquartal hin, Werte kleiner als 50 auf eine Verschlechterung im Vergleich zum Vorquartal.

Die ZEW Konjunkturumfrage Informationswirtschaft:

Das Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung befragt vierteljährlich mehr als 5.000 Unternehmen mit mindestens fünf Beschäftigten aus den Branchen (1) IKT-Hardware, (2) IKT-Dienstleister, (3) Medien, (4) Rechts- und Steuerberatung, Wirtschaftsprüfung, (5) Public-Relations- und Unternehmensberatung, (6) Architektur- und Ingenieurbüros, technische, physikalische und chemische Untersuchung, (7) Forschung und Entwicklung, (8) Werbung und Marktforschung, (9) sonstige freiberufliche, wissenschaftliche und technische Tätigkeiten. Alle neun Branchen zusammen bilden den Wirtschaftszweig Informationswirtschaft. IKT-Hardware und IKT- Dienstleister bilden zusammen die IKT-Branche. Die sechs zuletzt genannten Branchen umfassen die wissensintensiven Dienstleister. Ein Überblick über die ZEW Konjunkturumfrage Informationswirtschaft ist im Internet unter www.zew.de/konjunktur abrufbar.

Anmerkung zur Hochrechnung:

Um die Repräsentativität der Analysen zu gewährleisten, rechnet das ZEW die Antworten der Umfrageteilnehmer mit dem Umsatzgewicht der Unternehmen am gesamten Wirtschaftszweig Informationswirtschaft hoch. Die Formulierung "Anteil der Unternehmen" reflektiert somit den "Umsatzanteil der Unternehmen".

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