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Pressemitteilung BoxID: 236286 (Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung GmbH (ZEW))
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Privatkundengeschäft im Aufwind / Investment-Banking verliert an Boden

ZEW-Umfrage bei Finanzmarktexperten zu den Folgen der Finanzkrise für die Geschäftsmodelle der Banken

(PresseBox) (Mannheim , ) Viele deutsche Banken müssen infolge der internationalen Finanzmarktkrise ihre Geschäftsmodelle ändern. An Bedeutung gewinnen wird das Privatkundengeschäft. An Gewicht verlieren wird das Investment-Banking. Das ist das Ergebnis einer Umfrage des Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) in Mannheim unter 274 Finanzmarktexperten.

Sehr starken Anpassungsbedarf beim Geschäftsmodell haben nach Ansicht von rund drei Viertel der befragten Experten die genossenschaftlichen Zentralinstitute und insbesondere die Landesbanken. Rund ein Drittel der Experten erwartet aber auch, dass Großbanken und Auslandsbanken infolge der Krise ihr Geschäftsmodell sehr stark verändern werden.

Bei den Geschäftsbereichen wird nach Meinung der Experten vor allem das Privatkundengeschäft von der Krise profitieren. So erwarten knapp zwei Drittel der Experten, dass das Retail-Banking in Zukunft ein sehr wichtiges Geschäftsfeld deutscher Banken sein wird. Das Private- Banking mit vermögenden Kunden wird von fast der Hälfte der Experten als sehr wichtiges Geschäftsfeld gesehen. An Bedeutung verlieren wird dagegen das Investment-Banking. Rund zwei Drittel der Experten rechnen damit, dass es in Zukunft unwichtig oder sehr unwichtig für deutsche Banken sein wird. ZEW-Bankenexperte Matthias Köhler: "Lange Zeit haben die Großbanken das Investment- Banking stark ausgebaut, während das Retail-Banking als unattraktiv galt. Mittlerweile setzen sie aber wieder auf einen stabileren Ertragsmix und haben dazu ihr Engagement im Privatkundengeschäft zuletzt erheblich verstärkt". An der Deutschen Bank wird diese Entwicklung exemplarisch deutlich. Sie hat ihr Privatkundengeschäft mit der Übernahme der Norisbank und der Beteiligung an der Postbank kräftig ausgeweitet, nachdem sie dieses zu Beginn des neuen Jahrtausends noch in die Deutsche Bank 24 ausgelagert hatte.

Im Gegensatz zu den Großbanken sehen die Experten bei den Sparkassen und den Genossenschaftsbanken kaum Bedarf für Veränderungen am Geschäftsmodell. Sparkassen und Genossenschaftsbanken setzen traditionell stark auf das Privatkundengeschäft. Das Vertrauen der Kunden in sie ist seit dem Ausbruch der Krise deutlich gestiegen.

Den ausführlichen Beitrag inklusive Grafiken finden Sie auf Seite 3 des ZEW Finanzmarktreports Februar 2009 im Internet:
ftp://ftp.zew.de/pub/zew-docs/frep/022009.pdf

Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung GmbH (ZEW)

Das ZEW arbeitet auf dem Gebiet der anwendungsbezogenen empirischen Wirtschaftsforschung. Dabei hat es sich insbesondere durch die Bearbeitung international vergleichender Fragestellungen im europäischen Kontext sowie den Aufbau wissenschaftlich bedeutender Datenbanken (z. B. Mannheimer Innovationspanel, ZEW Gründungspanel) national und international profiliert. Die zentralen Aufgaben des ZEW sind die wirtschaftswissenschaftliche Forschung, die wirtschaftspolitische Beratung und der Wissenstransfer.

Das ZEW wurde 1990 gegründet. Heute arbeiten am ZEW 167 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, von denen rund zwei Drittel wissenschaftlich tätig sind.

Kurzbeschreibung der ZEW-Forschungsfelder:

- Internationale Finanzmärkte und Finanzmanagement
Geld und Währung; Internationale Finanzmärkte und Europäische Integration; Kapitalanlage und
Finanzdienstleistungen; Kapitalmarktanalyse; Unternehmensfinanzierung

- Arbeitsmärkte, Personalmanagement und Soziale Sicherung
Arbeitsmärkte; Bildungsökonomik; Personalmanagement; Soziale Sicherung

- Industrieökonomik und Internationale Unternehmensführung
Empirische Wettbewerbspolitik; Innovationsforschung und Innovationspolitik; Internationale
Unternehmensstrategien; Unternehmensdatenbanken; Unternehmensdynamik und Marktentwicklung

- Unternehmensbesteuerung und Öffentliche Finanzwirtschaft
Besteuerung von Unternehmen und steuerliche Standortanalysen; Fiskalpolitik und Wachstum in der EU;
Fiskalwettbewerb und Föderalismus

- Umwelt- und Ressourcenökonomik, Umweltmanagement
Energiewirtschaft; Gesamtwirtschaftliche Analyse umweltrelevanter Politiken; Innovationen und nachhaltiges
Wirtschaften; Internationale Umwelt- und Ressourcenpolitik; Transport und Mobilität

- Informations- und Kommunikationstechnologien
IKT und Arbeitsmarkt; IKT, Wettbewerb und Unternehmensstrategien; IKT-Sektor und Diffusion von IKT

- Wachstums- und Konjunkturanalysen

Mehr Informationen über das ZEW finden Sie im Internet unter www.zew.de