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Pressemitteilung BoxID: 890263 (Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung GmbH (ZEW))
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"Neue Steuern für Europa lösen keine Probleme, schaffen aber viele neue"

ZEW-Ökonom Friedrich Heinemann zur Reform des EU-Haushalts bei der heutigen ZEW Lunch Debate in Brüssel

(PresseBox) (Mannheim, ) Im Frühjahr wird die Europäische Kommission mit ihrem Vorschlag die Verhandlungen zum EU-Haushalt nach 2020 eröffnen. Dazu haben CDU, CSU und SPD in ihrem Sondierungspapier über eine Regierungsbildung bereits höhere deutsche Zahlungen in Aussicht gestellt. EU-Haushaltskommissar Günther Oettinger hat bereits angekündigt, dass der Vorschlag der Kommission auch Ideen für neue Einnahmequellen umfassen wird. In einer seiner regelmäßigen Lunch Debates in Brüssel hat das Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW), Mannheim, heute den EU-Haushalt und mögliche Einsparreserven zum Thema gemacht. Dazu erklärt Prof. Dr. Friedrich Heinemann, Leiter des Forschungsbereichs „Unternehmensbesteuerung und Öffentliche Finanzwirtschaft“ am ZEW:

„Der EU-Haushalt hat mit einem Prozent der europäischen Wirtschaftsleistung eine überschaubare Größenordnung. Trotzdem geht es jetzt nicht darum, ihn um jeden Preis nach oben zu fahren. Es bestehen große Einsparreserven. Die umfangreichen Zahlungen an oftmals wohlhabende Landwirte sind ein Anachronismus und durch nichts mehr zu rechtfertigen. Solange kein Einstieg in den Ausstieg aus den landwirtschaftlichen Subventionen gelingt, solange sollte auch kein Land vorschnell frisches Geld in Aussicht stellen. Wenig hilfreich wären neue Steuerquellen für den Brüsseler Haushalt. Frisches Geld mindert den Reformdruck und läuft damit dem Ziel zuwider, dass Europa sich auf Politikfelder mit wirklichem europäischen Mehrwert konzentriert.“
Die heute bei der ZEW Lunch Debate in Brüssel diskutierten Einsparmöglichkeiten im EU-Haushalt basieren auf der Studie „How Europe can deliver“, die das ZEW im Auftrag der Bertelsmann Stiftung erstellt hat. Die ZEW Lunch Debates sind eine in Brüssel mittlerweile hervorragend etablierte Veranstaltung, um zur Mittagszeit aktuelle wirtschaftliche Herausforderungen in Europa zu diskutieren.

Die Studie „How Europe can deliver“ findet sich zum Download unter: www.zew.de/PM5640 

Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung GmbH (ZEW)

Das ZEW arbeitet auf dem Gebiet der anwendungsbezogenen empirischen Wirtschaftsforschung. Dabei hat es sich insbesondere durch die Bearbeitung international vergleichender Fragestellungen im europäischen Kontext sowie den Aufbau wissenschaftlich bedeutender Datenbanken (z. B. Mannheimer Innovationspanel, ZEW Gründungspanel) national und international profiliert. Die zentralen Aufgaben des ZEW sind die wirtschaftswissenschaftliche Forschung, die wirtschaftspolitische Beratung und der Wissenstransfer. Das ZEW wurde 1991 gegründet. Derzeit arbeiten am ZEW 170 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, von denen rund zwei Drittel wissenschaftlich tätig sind.