Fusionen und Übernahmen zwischen Türkei und EU brechen ein

Mannheim, (PresseBox) - Das Geschäft mit Fusionen und Übernahmen (Mergers & Acquisitions, M&A) zwischen türkischen Unternehmen und Unternehmen aus der Europäischen Union (EU-28 inkl. Kroatien und Großbritannien) ist im Jahr 2016 deutlich eingebrochen. Als mögliche Ursachen lassen sich die politischen Spannungen und die inzwischen deutlich gesunkenen Aussichten der Türkei auf einen Beitritt zur europäischen Staatengemeinschaft anführen. Zu diesem Ergebnis kommen Untersuchungen des Zentrums für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) auf Basis der Zephyr-Datenbank von Bureau van Dijk.

Die M&A-Aktivitäten zwischen türkischen und EU-Unternehmen waren im Jahr 2007 auf einen Rekordstand von fast 37 Milliarden Euro angewachsen. Im Zuge der globalen Finanzkrise ging dieses Volumen anschließend massiv zurück, stieg jedoch 2015 wieder auf 7,7 Milliarden Euro. Im Jahr 2016, das durch den gescheiterten Putsch-Versuch von Teilen des türkischen Militärs und die Diskussion um zunehmende autoritäre Tendenzen in der Türkei geprägt war, ging das Gesamtvolumen der Transaktionen um mehr als 73 Prozent auf nur noch gut zwei Milliarden Euro zurück.

Verglichen mit dem Einbruch der M&A-Transaktionen zwischen Russland und den Mitgliedstaaten der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) (siehe M&A-Report April 2016), blieb die Anzahl der Transaktionen zwischen der Türkei und der EU deutlich stabiler: 2016 wurden 21 Transaktionen vermerkt, im Rekordjahr 2011 waren es 37 Transaktionen. Die M&A-Aktivitäten zwischen Russland und den OECD-Ländern waren nach der Krimkrise fast völlig zum Erliegen gekommen. Wichtigster Sektor in M&A-Geschäften zwischen EU- und türkischen Unternehmen war gemessen am Volumen der Transaktionen mit großem Abstand der Bankensektor, gefolgt von der Versorgungswirtschaft (Gas, Wasser, Elektrizität), der Chemieindustrie, dem Bereich Post und Telekommunikation sowie der Nahrungsmittelindustrie.

Über Bureau van Dijk:

Bureau van Dijk ist ein weltweit führender Anbieter elektronischer Firmeninformationen und verfügt über hochwertige Unternehmens-, Finanz- und Beteiligungsdaten zu 200 Millionen Firmen weltweit. Spezialisten aus den Bereichen M&A, Finanzen, Verrechnungspreise, Marketing, Compliance, Einkauf und Kreditrisiko vertrauen seit Jahren auf Lösungen von Bureau van Dijk. Insbesondere die Darstellung detaillierter Beteiligungsverhältnisse inklusive Ermittlung des Wirtschaftlich Berechtigten ist eine Kernkompetenz. Mit über 800 Mitarbeitern, davon ein Drittel in den Bereichen Software Engineering, Produktentwicklung und Analyse, ist Bureau van Dijk weltweit in 33 Ländern für seine Kunden vor Ort. Über 10.000 Kunden nutzen unsere Datenbanken – über 90 Prozent aller regulierten Marktteilnehmer, Steuer- und Finanzbehörden, Universitäten ebenso wie Industrieunternehmen und Dienstleister. Weitere Informationen erhalten Sie unter www.bvdinfo.com.

Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung GmbH (ZEW)

Das ZEW arbeitet auf dem Gebiet der anwendungsbezogenen empirischen Wirtschaftsforschung. Dabei hat es sich insbesondere durch die Bearbeitung international vergleichender Fragestellungen im europäischen Kontext sowie den Aufbau wissenschaftlich bedeutender Datenbanken (z. B. Mannheimer Innovationspanel, ZEW Gründungspanel) national und international profiliert. Die zentralen Aufgaben des ZEW sind die wirtschaftswissenschaftliche Forschung, die wirtschaftspolitische Beratung und der Wissenstransfer. Das ZEW wurde 1991 gegründet. Derzeit arbeiten am ZEW 190 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, von denen rund zwei Drittel wissenschaftlich tätig sind.

Forschungsfelder des ZEW:

Arbeitsmärkte, Personalmanagement und Soziale Sicherung; Informations- und Kommunikationstechnologien; Innovationsökonomik und Unternehmensdynamik; Internationale Finanzmärkte und Finanzmanagement; Umwelt- und Ressourcenökonomik, Umweltmanagement; Unternehmensbesteuerung und Öffentliche Finanzwirtschaft; Internationale Verteilungsanalysen; Marktdesign; Wettbewerb und Regulierung.

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