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Pressemitteilung BoxID: 901805 (Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung GmbH (ZEW))
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"Der Bundestag muss auf seinem Vetorecht zu einem EWF bestehen"

ZEW-Ökonom Friedrich Heinemann zur Diskussion um einen EWF

(PresseBox) (Mannheim, ) Die Europäische Kommission nimmt den Umbau des Europäischen Stabilitätsmechanismus (ESM) in einen Europäischen Währungsfonds (EWF) in Angriff. Dieses Vorhaben hat in der Großen Koalition eine Diskussion über die Kontrollrechte des Bundestages ausgelöst. Prof. Dr. Friedrich Heinemann, Leiter des Forschungsbereichs „Unternehmensbesteuerung und Öffentliche Finanzwirtschaft“ am Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW), Mannheim, erklärt dazu: „Der EWF wird je nach Ausgestaltung ein machtvolles neues Finanzierungsinstrument. Das bedeutet aber auch, dass dieses neue Kreditinstrument potenziell große Haftungsrisiken für die Euro-Staaten mit sich bringt. Je nach Ausgestaltung könnte die Umwandlung vom ESM in einen EWF zum Beispiel dazu führen, dass künftig Kredite an Euro-Staaten mit Mehrheitsentscheidungen im Europäischen Parlament und im Rat vergeben werden. Deutschland würde dann in Zukunft für Kredite haften, denen der Bundestag nicht zugestimmt hat. Die Bundesregierung darf jetzt keine Naivität an den Tag legen. Für hoch verschuldete Euro-Staaten hat ein großzügig agierender Währungsfonds natürlich den attraktiven Vorteil, endlich die strengen Kreditkonditionen des ESM zu beseitigen. Der Bundestag muss daher auf seinem Vetorecht bestehen – nicht nur in der späteren Kreditvergabe, sondern auch in der Festlegung der Details für die neue Institution.“

Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung GmbH (ZEW)

Das ZEW arbeitet auf dem Gebiet der anwendungsbezogenen empirischen Wirtschaftsforschung. Dabei hat es sich insbesondere durch die Bearbeitung international vergleichender Fragestellungen im europäischen Kontext sowie den Aufbau wissenschaftlich bedeutender Datenbanken (z. B. Mannheimer Innovationspanel, ZEW Gründungspanel) national und international profiliert. Die zentralen Aufgaben des ZEW sind die wirtschaftswissenschaftliche Forschung, die wirtschaftspolitische Beratung und der Wissenstransfer. Das ZEW wurde 1991 gegründet. Derzeit arbeiten am ZEW 170 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, von denen rund zwei Drittel wissenschaftlich tätig sind.

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Arbeitsmärkte, Personalmanagement und Soziale Sicherung; Digitale Ökonomie; Innovationsökonomik und Unternehmensdynamik; Internationale Finanzmärkte und Finanzmanagement; Umwelt- und Ressourcenökonomik, Umweltmanagement; Unternehmensbesteuerung und Öffentliche Finanzwirtschaft; Internationale Verteilungsanalysen; Marktdesign.

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