"Ja, ich will" - Altmaiers Zehn-Punkte-Arbeitsprogramm

Manfred Stather, Präsident des Zentralverbandes Sanitär Heizung Klima (ZVSHK), zum Arbeitsprogramm des Bundesumweltministers für die laufende Legislaturperiode

Sankt Augustin, (PresseBox) - Als Peter Altmaier nach der Pressekonferenz zu seinem "mit neuer Energie" betitelten persönlichen Arbeitsprogramm wieder in seine Dienstlimousine einstieg, fuhr genau in diesem Moment ein Löschfahrzeug der Feuerwehr durch das Bild. Eine Szene mit Symbolcharakter, nicht nur für die Fotografen.

Ist der Minister Vollstrecker oder doch eher Feuerwehrmann in Sachen Energiepolitik?

Zu löschen gäbe es jedenfalls eine Menge. Es fehlt nach wie vor ein Masterplan für die Umsetzung der Energiewende. Altmaiers persönliches Arbeitsprogramm für den Rest der Legislaturperiode schafft da keine Abhilfe. Es zeigt nur: mit einer Ansammlung von unkonkreten Vorschlägen oder unverbindlichen Absichtserklärungen lässt sich ein Megaprojekt wie Atomausstieg und Energiewende in Deutschland nicht meistern.

Die Energiewende ist viel zu bedeutsam, als dass wir ihre Umsetzung allein der Politik überlassen können. Aber aus Berlin müssen jetzt die Impulse kommen, die mehr sind als wahlpolitisches Geplänkel. Aus Sorge vor einer drohenden "Bürgerwut" über weiter ansteigende Strompreise, jetzt eine kostenlose Energieberatung für einkommensschwache Haushalte zu fordern, wird der Herausforderung nicht gerecht.

Der Erfolg der Energiewende ist abhängig von einschneidenden Veränderungen im Strom- und Wärmemarkt. Die Politik scheint dies aber immer noch nicht wahrzunehmen. Strom, Strom, Strom - die einseitige Fixierung auf das Lebenselixier einer Industrienation prägt auch das Arbeitsprogramm des neuen Bundesumweltmisters. Dabei bietet der Wärmemarkt mit seinem riesigen Einsparpotenzial bei Gebäuden, beste Chancen für unmittelbare Erfolge von Effizienzsteigerungen und den Einsatz erneuerbarer Energien.

Das Problem: Momentan muss sich der Umweltminister vor allem mit der Legitimation der Energiewende gegenüber der Wirtschaft beschäftigen, die vereinzelt schon vor der Gefahr einer Deindustrialisierung Deutschlands warnt. Dabei wartet doch eine noch weitaus größere Aufgabe auf ihn: die Bevölkerung mitzunehmen und zu überzeugen. Spätestens jetzt wird klar, dass die Energieeffizienz im Wärmemarkt ein Gesellschaftsthema ist und auch als solches behandelt werden muss.

Die bloße Willensbekundung zur Umsetzung der Energiewende reicht nicht mehr aus. Die Politik wird nach Ablauf der Legislaturperiode nicht mehr an Ankündigungen, sondern an konkreten Leistungen gemessen werden. Das sollte auch "Mister Energie" Peter Altmaier wissen.

Der Zentralverband Sanitär Heizung Klima (ZVSHK) ist die Standesorganisation von über 52.500 Handwerksbetrieben mit 334.000 Beschäftigten. Der Jahresumsatz des Sanitär-, Heizungs-, und Klimahandwerks lag 2011 bei 35,6 Milliarden Euro. Der Hauptsitz des Verbandes ist in St. Augustin. In Potsdam unterhält der ZVSHK eine Hauptstadtrepräsentanz.

Diese Pressemitteilungen könnten Sie auch interessieren

News abonnieren

Mit dem Aboservice der PresseBox, erhalten Sie tagesaktuell und zu einer gewünschten Zeit, relevante Presseinformationen aus Themengebieten, die für Sie interessant sind. Für die Zusendung der gewünschten Pressemeldungen, geben Sie bitte Ihre E-Mail-Adresse ein.

Es ist ein Fehler aufgetreten!

Vielen Dank! Sie erhalten in Kürze eine Bestätigungsemail.


Ich möchte die kostenlose Pressemail abonnieren und habe die Bedingungen hierzu gelesen und akzeptiert.