"Mein YouTube-Kanal ist wie mein Haus ‒ hier muss jeder jeden respektieren"

San Bruno, (PresseBox) - Let haters hate? Schülerinnen und Schüler in ganz Deutschland sagen: „Nicht mit uns!“ Gemeinsam setzen sie sich für mehr Toleranz und Respekt im Netz ein. Wie das geht, haben sie in Schülerworkshops im Rahmen unserer Initiative #NichtEgal gelernt, die wir gemeinsam mit der Bundeszentrale für politische Bildung/bpb, der Freiwilligen Selbstkontrolle Multimedia-Diensteanbieter (FSM) sowie dem Mentorenprogramm Digitale Helden im September des vergangenen Jahres ins Leben gerufen haben.

Die Medienpädagogen von Digitale Helden haben in den letzten Wochen bundesweit Mädchen und Jungen aus den 9. und 10. Klassen an rund 40 Schulen zu Mentoren ausgebildet. Die Schüler lernten, wie sie für eine offene Gesellschaft eintreten können, auf Hass im Netz reagieren und, wie sie Video-Content selber produzieren. Ihr erlerntes Wissen gaben sie bis Anfang Mai bei Aktionstagen an ihren Schulen an ihre jüngeren Mitschüler weiter und machten sie fit gegen Hate Speech im Netz. Die Schülermentoren teilten die Siebt- und Achtklässler der Schulen in Kleingruppen ein, in denen die Schüler über ihre Erfahrungen mit Hate Speech berichteten und versuchten, eine Haltung dazu zu finden. Im Anschluss erarbeiteten und formulierten die Gruppen eine Botschaft gegen Hass im Netz, die sie in Form eines kurzen Videos umsetzten. Unter anderem dachten sie sich Statements gegen Sexismus, Cybermobbing in Chats oder fremdenfeindliche Kommentare unter YouTube-Videos aus. Anhand der selbst produzierten Videobotschaften diskutierten die Schüler darüber, was passiert, wenn sie diese im Netz veröffentlichen würden. Sie stellten sich Fragen wie „Warum könnte ich für dieses Video gehatet werden?“ und „Wie gehe ich mit Hasskommentaren um?“. Nach diesen Überlegungen konnten die Schüler selbst entscheiden, ob sie ihr Video ins Netz stellen oder nicht. Daneben lernten die Schüler auch die Bestimmungen zum Urheberrecht und Recht am eigenen Bild, die sie vor Veröffentlichung der Videos beachten müssen.

Tipps und Tricks zum Umgang mit Hate Speech und wie sie selbst kreativen Content gestalten, bekamen die Schüler während der Aktionstage von bekannten YouTubern. Hannah aka Klein aber Hannah sah sich am Hamburger Gymnasium Buckhorn gemeinsam mit den Schülern die in den Workshops produzierten Videos an und diskutierte im Anschluss mit ihnen über den Umgang mit Hasskommentaren im Netz. Den Schülern erklärte sie: „Mein YouTube-Kanal ist wie mein Haus: Jeder darf mich besuchen, aber wenn jemand keine Lust hat, sich mit den anderen Besuchern respektvoll auseinanderzusetzen, dann hat derjenige bei mir keinen Platz.“ Auch Staatsministerin und Beauftragte der Bundesregierung für Migration, Flüchtlinge und Integration, Aydan Özoğuz, war vor Ort und begeistert vom Engagement der Schüler und den tollen Videos. Sie hat die negativen Auswirkungen von Hass schon oft selbst gespürt: „Als Politikerin erlebe ich täglich Anfeindungen. Es ist schwierig, gegen Hass im Netz anzukommen, da sich Leute hinter Fake-Profilen verstecken können“, sagte sie. „Wir sollten darauf hinarbeiten, dass es auch im Netz eine ordentliche Auseinandersetzung gibt. Hass darf uns nicht egal sein, wir wollen friedlich miteinander leben und nicht hasserfüllt.“

An der Friedrich-Bergius-Schule in Berlin diskutierte Younes von den datteltätern mit den Schülern über ihr Verhalten im Netz und im Alltag. Fragen wie „Wo in der Schule oder an anderen Orten war schon einmal jemand besonders nett zu dir oder einem Freund / einer Freundin?“ regten dazu an, den Umgang miteinander zu überdenken. Zudem bekamen die Schüler die Aufgabe, einem Mitschüler ein Kompliment zu machen und zu bewerten, wie sie sich und wie sich der Adressat damit fühlt. Vor Ort besuchte Renate Künast, Mitglied des Bundestages, den Aktionstag, um sich gemeinsam mit Younes den Fragen der Schüler auf einer Podiumsdiskussion zu stellen. „Ich erwarte von allen, dass sie mit anderen Menschen – egal wo sie herkommen, wie sie aussehen, welche Meinung sie haben ‒ respektvoll umgehen“, so Künast. „Wer versucht, mit Hass, Hate Speech und Fake News dieses Land zu verändern, wird irgendwann auch die Auswirkungen spüren.“

Die Medienpädagogen von Digitale Helden haben in Zusammenarbeit mit weiteren Partnern in ganz Deutschland 1.000 Schülerinnen und Schüler als Mentoren ausgebildet, die 5.000 jüngeren Schülern in Workshops beibrachten, wie sie mit Hass im Netz umgehen und sich für Demokratie und Toleranz einsetzen können. Wir freuen uns über das große Engagement der Schüler, Hate Speech entschlossen Paroli zu bieten. Auch weiteren Schulen in Deutschland möchten wir die Möglichkeit geben, #NichtEgal-Workshops zu organisieren. Unter yt.be/nichtegal/workshops finden interessierte Schüler, Schülerinnen und Lehrende alle Informationen dazu. Neben den Materialien zu den Workshops gibt es unter yt.be/nichtegal/materialien auch Unterrichtsmodule, die einfach in den Schulalltag integriert werden können.

Wenn ihr Lust habt, außerhalb eurer Schule noch mehr über den Umgang mit Hass im Netz zu lernen, besucht doch die TINCON am 19. Mai in Hamburg oder vom 23.-25. Juni in Berlin. Trefft auf dem Festival für digitale Jugendkultur unsere #NichtEgal-Mentoren und nehmt an ihren Workshops teil.

Wir werden auch nach Ende der Schülerworkshops unser Ziel, den Kampf gegen Hate Speech zu verbessern, nicht aus den Augen verlieren und haben bereits spannende Projekte geplant. Wir halten euch auf dem Laufenden!

Sabine Frank, Leiterin Regulierung, Verbraucher- und Jugendschutz, Google Deutschland, hat sich vor Kurzem „Schubladen // #NichtEgal – 360°-YouTube Challenge“ angesehen.

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